In der Neurologie

Geschrieben am Dienstag, April 16, 2019 um 12:50
in der Kategorie: Allgemeines

…landete mein Mann, nachdem der Krankenwagen ihn abtransportiert hatte. Er rief mich etwa eine Stunde später an und teilte mir mit, er sei durch’s MRT gegangen und man hätte festgestellt, dass er keinen Schlaganfall, sondern eine Gehirnblutung hätte. Er würde jetzt auf’s Zimmer gebracht. Na ja, dachte ich, wenn er noch so gut beieinander ist, um mir dies alles mitzuteilen, kann’s ja so schlimm nicht sein. Da irrte ich allerdings gewaltig.
Als meine beiden Kinder und ich etwas später in der Neurologie des St. Jürgen Krankenhauses eintrafen, fanden wir meinen Mann in sich zusammengesunken, mit leerem Blick, sabbernd vor sich hin starrend, vor. Das konnte doch nicht wahr sein! Was war passiert!? Der behandelnde Arzt meinte lapidar, das sei eben so, wenn man eine Blutung von der Größe eines Fünfmarkstücks im Gehirn hätte. Wenn die Blutung nicht von selbst stoppen würde, müssten sie operieren und das Blut absaugen. Damit war die Unterredung beendet. Schon erstaunlich bei Privatpatienten der Postbeamtenkrankenkasse… Ich mochte mir gar nicht vorstellen, wie kurz die Unterhaltung bei Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenkasse ausgefallen wäre!
Mein Mann war übrigens an verschiedene Geräte angeschlossen, unter anderem an einen Tropf, mit dem ihm ein Blutdruck senkendes Medikament einverleibt wurde. Die Krankenschwester hatte ihm unsinnigerweise kurz vor unserer Ankunft Wackelpudding zu essen gegeben, um zu testen, ob er schlucken könne. Augenscheinlich konnte er es jedoch nicht, denn der Brei floss ihm aus den Mundwinkeln und er musste sich übergeben. Wie gefährlich und unprofessionell! Ich war schon allein durch das geschockt, was meinem Mann widerfahren war, mit seinen gerade mal vierundfünfzig Jahren, aber dies Vorgehen hier in der Neurologie entsetzte mich derart, dass ich beschloss, die Behandlung meines Mannes zusammen mit meiner Homöopathin selbst in die Hände zu nehmen. Denn die Therapie, die ich hier erdulden musste, war grauenhafter Dilettantismus und absolut unzureichend.
Da mein Mann und ich schon geraume Zeit keine Freunde der Allopathie waren und ich darüber hinaus überhaupt kein Zutrauen zu dem hatte, wie man mit Patienten, die eine Gehirnblutung erlitten hatten, verfuhr, gab ich ihm, bevor wir drei stark traumatisiert das Krankenhaus verließen, noch eine Doppeldosis Arnika C 30. Arnika potenziert stoppt Blutungen und lässt Schwellungen zurückgehen. Ich hätte ihm gerne höhere Potenzen gegeben, aber die musste ich erst am nächsten Tag, einem Montag besorgen. Nun besuchten wir meinen Mann abwechselnd täglich und gaben ihm zunächst Arnika C 200, dann mehrmals C 1000.
Einen Tag später war Arno schon wieder mehr bei Bewusstsein, hatte zwar große Gedächtnislücken, war jedoch schon wieder in der Lage per Handy mit mir zu telefonieren. Seine Zunge war etwas schwer, er konnte sich nicht mehr so gut artikulieren, wie noch ein paar Tage zuvor, aber das konnte ja noch kommen. Nichtsdestotrotz machte ich mit meinem Mann per Handy Gedächtnisübungen. Ich sagte ihm ein paar Zeilen von Joseph Guggenmoos Gedichten, die er so liebte, und er musste sie beenden oder weiter führen, was auch klappte, nicht immer gleich gut, aber in Anbetracht der Umstände. Dies war nicht nur Spaß, denn so testete ich aus, wozu er noch in der Lage war, wie gut sein Gehirn trotz Einblutung funktionierte. Es gab allerdings noch ein weiteres gravierendes Problem, nämlich die Lähmung seiner linken Körperseite und die besserte sich nicht so schnell. Trotz dieser halbseitigen Lähmung, schaffte er es nachts im Traum, unbemerkt vom Krankenhauspersonal, sich aus einem gesicherten Bett zu katapultieren. Er war fest davon überzeugt, vor einem gefährlichen Tiger fliehen zu müssen.
Drei Tage nachdem er eingeliefert worden war, wurde mein Mann zur Neurologie Bremen Ost zu den schweren Fällen verlegt, natürlich ohne mich vorher zu informieren.

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