{"id":10,"date":"2008-07-13T18:40:23","date_gmt":"2008-07-13T16:40:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/?page_id=10"},"modified":"2008-07-14T11:33:26","modified_gmt":"2008-07-14T09:33:26","slug":"wechseljahre-sind-kein-thema-in-unserer-leistungsgesellschaft","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/wechseljahre-sind-kein-thema-in-unserer-leistungsgesellschaft\/","title":{"rendered":"Wechseljahre sind kein Thema in unserer Leistungsgesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Von Dezember 2001 bis April 2002 hatte ich deutlich weniger Schwei\u00dfattacken. Ich fasste wieder mehr Mut und traute mich mit der Stra\u00dfenbahn und mit dem Bus, statt wie bisher mit dem Taxi, zu fahren. Ab April jedoch ging es erneut los und es packte mich wieder eine starke Welle des Schwitzens, die sich so steigerte, dass ich meine eben begonnene Psychotherapie abbrechen musste. Ich konnte keinen klaren Gedanken \u00fcber die Schwei\u00dfausbr\u00fcche hinaus fassen.<br \/>\nMich erfasste eine Stinkwut auf all die Sympthome, die mich so entsetzlich plattlegten. Gleichzeitig packte mich eine ungeheure Verzweiflung. Von meiner Tochter lie\u00df ich mir eine Menge B\u00fccher \u00fcber das Klimakterium aus der Bibliothek heransschleppen, denn ich wollte endlich alles \u00fcbers Klimakrerium erfahren, was ich nur erfahren konnte. Ich fra\u00df mich durch die B\u00fccher, die f\u00fcr mich nichts wirklich Neues brachte, eben die mir schon hinl\u00e4nglich bekannte stereotype Aufz\u00e4hlung von eher harmlosen Befindlichkeiten. Zwei B\u00fccher jedoch brachten neue Aspekte. Von einer amerikanischen Autorin erfuhr ich, dass \u00c4rzte in unserer westlichen Welt klimakterische Beschwerden mitunter nur sehr schwer oder gar nicht erkennen. Ob sie nicht k\u00f6nnen oder nicht wollen, vermag ich nicht zu entscheiden, ich tippe eher auf Letzteres, denn das Thema Wechseljahre scheint nicht gerade popul\u00e4r zu sein.<br \/>\nIch las mit gro\u00dfem Interesse die Schilderungen einer amerikanischen Juristin, die wegen massiver Kreislaufprobleme und Panikattacken eine Klinik in den USA aufsuchte. Dort wurden ihre Sympthome selbstverst\u00e4ndlich nicht als das erkannt, was sie waren, n\u00e4mlich klimakterische Symptome. Ihre mexikanische Haush\u00e4lterin allerdings identifizierte diese Symtome sofort als Wechseljahresbeschwerden.<br \/>\nDies zeigt ziemlich klar, dass Wechseljahre in unserer westlichen Leistungsgesellschaft irgendwie nicht stattfinden oder nicht stattzufinden haben und wenn, dann nur im Verborgenen.<br \/>\nDes weiteren las ich von einer deutschen Autorin, einer Wissenschaftsjournalistin, die so \u00e4hnlich wie ich selbst, in ihrem Schwei\u00df fast ersoffen w\u00e4re und zun\u00e4chst ihren Beruf f\u00fcr ein Jahr hat aufgeben m\u00fcssen. Auch diese Frau konnte so wie ich, Termine au\u00dferhalb ihrer Wohnung nur mit gro\u00dfer M\u00fche wahrnehmen. Sie hielt diesen Zustand ein Jahr tapfer durch, um dann doch, zu Hormonen zu greifen.<br \/>\nIch war nach dieser Lekt\u00fcre ein klein wenig getr\u00f6stet, denn ich empfand mich doch nicht ganz allein auf weiter Flur, wie ich es vermutet hatte.<br \/>\nMan will uns Frauen immer noch weismachen und das wahrscheinlich vom m\u00e4nnlichen Teil der Bev\u00f6lkerung , dass uns solche massiven Zust\u00e4nde nicht ereilen w\u00fcrden, wenn wir denn beruflich oder au\u00dferberuflich \u201cvoll\u201d ausgelastet w\u00e4ren. Dem kann irgendwie nicht sein, die beiden Frauen von denen ich da gelesen hatte, waren genau, wie ich selbst voll ausgelastet.<br \/>\nEs hat mich und auch sie trotz allem gepackt. Es kann also nicht am mehr oder weniger \u201cAugelastet-Sein\u201d liegen&#8230;.., wenn es uns denn ereilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Dezember 2001 bis April 2002 hatte ich deutlich weniger Schwei\u00dfattacken. 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Zwei B\u00fccher jedoch brachten neue Aspekte. Von einer amerikanischen Autorin erfuhr ich, dass \u00c4rzte in unserer westlichen Welt klimakterische Beschwerden mitunter nur sehr schwer oder gar nicht erkennen. Ob sie nicht k\u00f6nnen oder nicht wollen, vermag ich nicht zu entscheiden, ich tippe eher auf Letzteres, denn das Thema Wechseljahre scheint nicht gerade popul\u00e4r zu sein. Ich las mit gro\u00dfem Interesse die Schilderungen einer amerikanischen Juristin, die wegen massiver Kreislaufprobleme und Panikattacken eine Klinik in den USA aufsuchte. Dort wurden ihre Sympthome selbstverst\u00e4ndlich nicht als das erkannt, was sie waren, n\u00e4mlich klimakterische Symptome. Ihre mexikanische Haush\u00e4lterin allerdings identifizierte diese Symtome sofort als Wechseljahresbeschwerden. Dies zeigt ziemlich klar, dass Wechseljahre in unserer westlichen Leistungsgesellschaft irgendwie nicht stattfinden oder nicht stattzufinden haben und wenn, dann nur im Verborgenen. Des weiteren las ich von einer deutschen Autorin, einer Wissenschaftsjournalistin, die so \u00e4hnlich wie ich selbst, in ihrem Schwei\u00df fast ersoffen w\u00e4re und zun\u00e4chst ihren Beruf f\u00fcr ein Jahr hat aufgeben m\u00fcssen. Auch diese Frau konnte so wie ich, Termine au\u00dferhalb ihrer Wohnung nur mit gro\u00dfer M\u00fche wahrnehmen. Sie hielt diesen Zustand ein Jahr tapfer durch, um dann doch, zu Hormonen zu greifen. Ich war nach dieser Lekt\u00fcre ein klein wenig getr\u00f6stet, denn ich empfand mich doch nicht ganz allein auf weiter Flur, wie ich es vermutet hatte. Man will uns Frauen immer noch weismachen und das wahrscheinlich vom m\u00e4nnlichen Teil der Bev\u00f6lkerung , dass uns solche massiven Zust\u00e4nde nicht ereilen w\u00fcrden, wenn wir denn beruflich oder au\u00dferberuflich \u201cvoll\u201d ausgelastet w\u00e4ren. Dem kann irgendwie nicht sein, die beiden Frauen von denen ich da gelesen hatte, waren genau, wie ich selbst voll ausgelastet. 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