{"id":22,"date":"2008-07-13T18:49:19","date_gmt":"2008-07-13T16:49:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/?page_id=22"},"modified":"2008-07-14T11:40:01","modified_gmt":"2008-07-14T09:40:01","slug":"mut-zum-eigenem-raum","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/mut-zum-eigenem-raum\/","title":{"rendered":"Mut zu(m) eigenem Raum"},"content":{"rendered":"<p>Der Wunsch zu einem eigenen Raum, nach mehr Raum, wurde je weiter meine Wechseljahre fortschritten gr\u00f6\u00dfer und gr\u00f6\u00dfer. Ich w\u00fcnschte mir eineT\u00fcr, die ich hinter mir schlie\u00dfen konnte, um mich abzugrenzen, wenn es mir zu bunt wurde. Jedoch wu\u00dfte ich nicht, wie ich dies verwirklichen sollte. Mir fehlte schlicht der Mut dazu. Meist sa\u00df mir meine gesamte oder Teile meiner Familie auf der Pelle. Trotzdem, Famienleben und spielende Kinder um mich herum war etwas, das ich auf gar keinen Fall missen wollte.<br \/>\nDieser Trubel hat zweifelsohne seine Vorteile, jedoch bekam ich immer h\u00e4ufiger das \u00fcberm\u00e4chtige Empfinden, gelegentlich alle zum Teufel zu w\u00fcnschen. Ich hatte das Gef\u00fchl vereinnamt zu werden, nicht mehr ich selbst zu sein, sondern nur dazu da, dem Vergn\u00fcgen anderer zu dienen.Wie sollte ich die Kurve kriegen?<br \/>\nSo zynisch es klingt, ein Unfall meines Mannes \u00e4nderte dies schlagartig. Wegen eines Oberschenkelhalsbruches ben\u00f6tigte er ein Bett, das er schell und problemlos verlassen konnte. Das Zimmer und Bett meines Sohnes bot sich an. Der hatte von dem Tag ein weitaus gr\u00f6\u00dferes und mein Mann und ich jeweils ein eigenes Zimmer.<br \/>\nJetzt hatte ich pl\u00f6tzlich meinen eigenen Raum und zun\u00e4chst war dies eine ungeheure Umstellung f\u00fcr mich. Aber ich gew\u00f6hnte mich daran ziemlich bald, auch \u00fcbrigens daran, allein zu schlafen. Ich h\u00e4tte es mir nie vorstellen k\u00f6nnen, aber es hat unschlagbare Vorteile seine N\u00e4chte allein zu verbringen. Ich konnte jetzt endlich, wenn ich nachts st\u00e4rkere Schwei\u00dfausbr\u00fcche hatte, meine Kleidung wechseln, ohne dass ich meinen Mann damit st\u00f6rte. Auch konnte ich, wenn ich gelegentlich nachts stundenlang wach lag, mal mit, mal ohne st\u00e4rkere Herzklopfen,mal mit,mal ohne Stakkatoschwei\u00dfausbr\u00fcchen (\u00fcbrigens auch ein Symptom der Wechseljahre) endlich tun was ich wollte. Ich konnte lesen, schreiben oder malen oder einfach nur herumliegen ohne irgend jemand zu aufzuwecken.<br \/>\nMein Mann hingegen konnte jetzt ungehindert seiner Angewohnheit fr\u00f6nen, abends und auch mitunter nachts noch stundenlang zu lesen.<br \/>\nEr, der zun\u00e4chst nicht so begeistert von unserer Raumtrennung war, begann irgendwann auch die Vorteile zu sehen.<br \/>\nEr konnte, genau wie ich nun zu Bett gehen wann er wollte. Mein Mann ist \u00fcbrigens ein sogenanntes Nachtlicht und ich jemand der sehr fr\u00fch morgens aufwacht und auch dementsprechend abends fr\u00fch m\u00fcde ist und seine Ruhe haben will.<br \/>\nJetzt konnte jeder von uns beiden endlich ungehindert seinen W\u00fcnschen nach gehen.<br \/>\nUnd last but not least kann ich jetzt, wenn mir mal danach ist, meine T\u00fcre einfach hinter mir schlie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wunsch zu einem eigenen Raum, nach mehr Raum, wurde je weiter meine Wechseljahre fortschritten gr\u00f6\u00dfer und gr\u00f6\u00dfer. Ich w\u00fcnschte mir eineT\u00fcr, die ich hinter mir schlie\u00dfen konnte, um mich abzugrenzen, wenn es mir zu bunt wurde. Jedoch wu\u00dfte ich nicht, wie ich dies verwirklichen sollte. Mir fehlte schlicht der Mut dazu. Meist sa\u00df mir meine gesamte oder Teile meiner Familie auf der Pelle. 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Er konnte, genau wie ich nun zu Bett gehen wann er wollte. Mein Mann ist \u00fcbrigens ein sogenanntes Nachtlicht und ich jemand der sehr fr\u00fch morgens aufwacht und auch dementsprechend abends fr\u00fch m\u00fcde ist und seine Ruhe haben will. Jetzt konnte jeder von uns beiden endlich ungehindert seinen W\u00fcnschen nach gehen. 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