{"id":23,"date":"2008-07-13T18:49:46","date_gmt":"2008-07-13T16:49:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/?page_id=23"},"modified":"2008-07-14T11:40:50","modified_gmt":"2008-07-14T09:40:50","slug":"eine-frau-stirbt-zweimal","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/eine-frau-stirbt-zweimal\/","title":{"rendered":"Eine Frau stirbt zweimal?"},"content":{"rendered":"<p>Ein nicht mehr ganz zeitgerechtes Zitat, wie mir scheint., oder doch? Worauf nimmt dieses Zitat Bezug? Wohl auf die Tatsache, dass uns die sogenannte Geb\u00e4rf\u00e4higkeit in oder nach den Wechseljahren fl\u00f6ten geht und diese verlorene F\u00e4higkeit mit dem Tod gleichgesetzt wird.<br \/>\nIch muss zugeben, dass es nicht leicht f\u00fcr mich war, einsehen zu m\u00fcssen, nun endg\u00fcltig keinen Nachwuchs mehr bekommen zu k\u00f6nnen, obwohl ich dem Vermehrungstrieb gen\u00fcge getan und zwei Kinder geboren hatte. Vielleicht h\u00e4tte es noch ein Kind mehr sein k\u00f6nnen, doch zwei waren zeitweise auch schon stressig genug.<br \/>\nIn dieser Zeit konnte ich von sogenannten Geb\u00e4rsendungen diverser Fernsehsender nicht genug bekommen.<br \/>\nImmer und immer wieder litt, freute und weinte ich mich mit all den gezeigten Geb\u00e4renden und wurde mit ihnen wieder und wieder Mutter.<br \/>\nAber ich war auch heilfroh, dies alles nicht noch mal in der Realit\u00e4t durchleben zu m\u00fcssen. Ich war froh, aber es erfasste mich auch Wehmut, dies den j\u00fcngeren Frauen \u00fcberlassen zu k\u00f6nnen, zu m\u00fcssen!<br \/>\nIrgendwann wandelte sich meine Wehmut in, ich will nicht sagen Gleichg\u00fcltigkeit, aber doch einem Gef\u00fchl des distanzierten Interesses. Heute \u00fcberf\u00e4llt mich keine Trauer mehr beim Anblick Schwangerer und Geb\u00e4render. Ich bin heil froh, diese Zeit meines Lebens hinter mir gelassen zu haben.<br \/>\nDas Muttersein bleibt mir jedoch, Mutter meiner Kinder so vermute ich, werde ich wohl den Rest meiner Tage bleiben.<br \/>\nKann ich froh sein, heutzutage als Frau nicht ausschliesslich auf meine Geb\u00e4rf\u00e4higkeit reduziert zu sein?<br \/>\nEs ist leider eine Tatsache, dass mit dem Verlust der Geb\u00e4rf\u00e4higkeit, in und nach den Wechseljahren, sprich dem auch sichtbaren \u00c4lterwerden, auch ein Verlust an Attraktivit\u00e4t f\u00fcr den m\u00e4nnlichen Anteil dieser Welt einher geht.<br \/>\nSo ganz leicht zu ertragen ist es nicht, in den Augen der m\u00e4nnlichen Spezies, \u00fcbrigens auch meiner Altersgenossen, nur ganz selten Interesse, viel \u00f6fter jedoch Gleichg\u00fcltigkeit zu erkennen. Der Funke springt nicht mehr so leicht \u00fcber. Viel \u00f6fter ruhen ihre Blicke mit Wohlgefallen auf einer zwanzig, dreissig Jahre J\u00fcngeren, Faltenloseren als auf einer Gleichaltrigen.<br \/>\nEs ist nat\u00fcrlich nicht so, dass mir dies alles erst jetzt in den Wechseljahren oder in der sogenannten Menopause auff\u00e4llt, nein tut es nicht, aber es wiegt pl\u00f6tzlich schwerer.<br \/>\nAuch dies ist ein Abschied, wie der Abschied vom Geb\u00e4renk\u00f6nnen ein Abschied von der Jugend, der Attraktivit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein nicht mehr ganz zeitgerechtes Zitat, wie mir scheint., oder doch? Worauf nimmt dieses Zitat Bezug? Wohl auf die Tatsache, dass uns die sogenannte Geb\u00e4rf\u00e4higkeit in oder nach den Wechseljahren fl\u00f6ten geht und diese verlorene F\u00e4higkeit mit dem Tod gleichgesetzt wird. Ich muss zugeben, dass es nicht leicht f\u00fcr mich war, einsehen zu m\u00fcssen, nun endg\u00fcltig keinen Nachwuchs mehr bekommen zu k\u00f6nnen, obwohl ich dem Vermehrungstrieb gen\u00fcge getan und zwei Kinder geboren hatte. Vielleicht h\u00e4tte es noch ein Kind mehr sein k\u00f6nnen, doch zwei waren zeitweise auch schon stressig genug. In dieser Zeit konnte ich von sogenannten Geb\u00e4rsendungen diverser Fernsehsender nicht genug bekommen. Immer und immer wieder litt, freute und weinte ich mich mit all den gezeigten Geb\u00e4renden und wurde mit ihnen wieder und wieder Mutter. Aber ich war auch heilfroh, dies alles nicht noch mal in der Realit\u00e4t durchleben zu m\u00fcssen. Ich war froh, aber es erfasste mich auch Wehmut, dies den j\u00fcngeren Frauen \u00fcberlassen zu k\u00f6nnen, zu m\u00fcssen! Irgendwann wandelte sich meine Wehmut in, ich will nicht sagen Gleichg\u00fcltigkeit, aber doch einem Gef\u00fchl des distanzierten Interesses. Heute \u00fcberf\u00e4llt mich keine Trauer mehr beim Anblick Schwangerer und Geb\u00e4render. Ich bin heil froh, diese Zeit meines Lebens hinter mir gelassen zu haben. Das Muttersein bleibt mir jedoch, Mutter meiner Kinder so vermute ich, werde ich wohl den Rest meiner Tage bleiben. Kann ich froh sein, heutzutage als Frau nicht ausschliesslich auf meine Geb\u00e4rf\u00e4higkeit reduziert zu sein? Es ist leider eine Tatsache, dass mit dem Verlust der Geb\u00e4rf\u00e4higkeit, in und nach den Wechseljahren, sprich dem auch sichtbaren \u00c4lterwerden, auch ein Verlust an Attraktivit\u00e4t f\u00fcr den m\u00e4nnlichen Anteil dieser Welt einher geht. So ganz leicht zu ertragen ist es nicht, in den Augen der m\u00e4nnlichen Spezies, \u00fcbrigens auch meiner Altersgenossen, nur ganz selten Interesse, viel \u00f6fter jedoch Gleichg\u00fcltigkeit zu erkennen. Der Funke springt nicht mehr so leicht \u00fcber. 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