{"id":5,"date":"2008-07-13T18:37:15","date_gmt":"2008-07-13T16:37:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/?page_id=5"},"modified":"2008-07-14T11:28:51","modified_gmt":"2008-07-14T09:28:51","slug":"mir-war-uberhaupt-nicht-klar-was-mit-mir-los-war","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/Homepage\/blog2\/mir-war-uberhaupt-nicht-klar-was-mit-mir-los-war\/","title":{"rendered":"Mir war \u00fcberhaupt nicht klar, was mit mir los war"},"content":{"rendered":"<p>Richtig begonnen haben meine Wechseljahre 2001. Allerdings bemerkte ich zun\u00e4chst gar nicht, dass das, was ich da sp\u00fcrte, mit den Wechseljahren zu tun hatte. Ich bekam Angstzust\u00e4nde, die sich zun\u00e4chst am K\u00f6rperlichen festmachten. Ich hatte seit einiger Zeit ein Spannen in der Brust, was mit Wassereinlagerungen und Verdickungen einher ging, die \u00fcber den Tag bis zum Abend wieder verschwanden.<br \/>\nDiese Zust\u00e4nde beunruhigten mich zunehmend, machten mir Angst bis zur Panik, ich konnte sie nicht so recht einordnen. Meine Monatsblutungen hatte ich noch, wenn auch recht unregelm\u00e4\u00dfig. Monate lagen zwischen ihren Auftritten. Es ging mir ansonsten recht gut. Ich hatte Kraft und Energie genug den Haushalt samt Kindern und drei Urlauben pro Jahr nach D\u00e4nemark zu organisieren.<br \/>\nHitzewallungen hatte ich keine, auch keine Schwei\u00dfausbr\u00fcche. Im Grunde dachte ich, in meinem grenzenlosen Optimismus: \u201cDas w\u00e4r\u2019s, das sind eben die Wechseljahre.\u201d<br \/>\nAcht Jahre zuvor hatten mich, ohne zu wissen was es war, einige Monate seltsame, allarmierende Symptome im Griff.<br \/>\nIch f\u00fchlte mich schlapp, mir war allgemein zu warm, zu hei\u00df (ich schob es auf den extrem hei\u00dfen Sommer). Es f\u00fchlte sich \u00e4hnlich an wie bei meinen Schwangerschaften: eine Temperatur, kurz unterhalb der 37\u00b0C. F\u00fcr eine Schwangerschaft v\u00f6llig normal, aber ich war nicht schwanger. Also, was sollte das!?!? Die Temperatur blieb wenigstens nur tags\u00fcber hoch, am Sp\u00e4tnachmittag bekam ich dann heftigste Dauer-Schwei\u00dfausbr\u00fcche und am Abend ging es mir wieder ein bisschen besser. Am n\u00e4chsten Vormittag ging die Tortour wieder von vorne los. Sp\u00e4ter kamen Herzrasen, Panikattacken und Angstzust\u00e4nden hinzu.<br \/>\nMir war \u00fcberhaupt nicht klar, was los war. Ich bombardierte meine hom\u00f6opathische \u00c4rztin mit Anrufen.<br \/>\nZus\u00e4tzlich zu den o.g. Symptomen hatte ich sehr starke Monatsblutungen, die immer l\u00e4nger dauerten. Zwei Wochen Menstruationsdauer waren keine Seltenheit. Ich blutete wie ein \u201cSchwein\u201d, hatte vormitt\u00e4gliche Panikattacken, Angstzust\u00e4nde und war viel zu schlapp, um etwas im Haushalt zu tun und kam nicht mehr aus dem Bett heraus, denn meine gesamte Energie war mir abhanden gekommen<br \/>\nZu dieser Zeit war meine Tochter neun Jahre alt und mein Sohn vier. Mein Mann betrachtete dies alles mit zunehmend genervter Verst\u00e4ndnislosigkeit oder distanziertrem Entsetzen. Meine Kinder \u00fcberlie\u00df ich gr\u00f6\u00dftenteils sich selbst.<br \/>\nObwohl in hom\u00f6opathischer Behandlung, f\u00fchlte ich mich entsetzlich allein gelassen, denn kein Mittel half wirklich.<br \/>\nJa, ich wurde von meiner \u00c4rztin ganz sicher als hysterisch eingestuft, denn ich wollte unbedingt herausbekommen, was da los war mit mir und ich wollte, dass das alles aufh\u00f6rte. Ich wollte wieder ein normales Leben f\u00fchren.<br \/>\nIch bin nun nicht gerade ein humorloser Mensch, ganz im Gegenteil, aber w\u00e4hrend dieses Sommers 1994 verlie\u00df mich mein Humor und auch meine ganze Zuversicht.<br \/>\nIch war und blieb v\u00f6llig verunsichert.<br \/>\nBis zum Herbst. Bis zu meinem 46 Geburtstag, den ich im Bett verbrachte. Nach und nach verschwanden alle Symptome, dieser Horror, der mich da \u00fcberfallen hatte.<br \/>\nAuch der Gyn\u00e4kologe zu dem ich mich endlich hingetraut hatte, erw\u00e4hnte die Wechseljahre nur am Rande, fast beil\u00e4ufig. Von meinen seelischen Problemen wagte ich ihm erst gar nichts zu schildern. Ich glaubte zu recht, ihm damit nicht kommen zu k\u00f6nnen. Mein Instinkt hielt mich wohl davon ab, richtig auszupacken. Au\u00dferdem war ich, muss ich sagen, durch diese massiven, sehr beeintr\u00e4chtigenden Zust\u00e4nde, v\u00f6llig eingesch\u00fcchtert.<br \/>\nDer Herbst 1994 ging ins Land und der Spuk war vorbei.<br \/>\nWas blieb war ein Schock der tief sa\u00df.<br \/>\nIch versuchte ihn zu bew\u00e4ltigen in der Psychotherapie, die ich begonnen hatte. Versuchte mein Selbstbewusstsein zu erneuern, Dinge aus meiner Vergangenheit zu bearbeiten, abzuarbeiten, mich seelisch etwas freizuschaufeln.<br \/>\nIch hatte es bitter n\u00f6tig, wie ich bemerkte. Diese Zust\u00e4nde, wie ich sie da erlebt hatte, kamen nicht so ganz aus dem Nichts, sie hatten zus\u00e4tzlich, zum klimakterischen Ablauf, eine Vorgeschichte und die hie\u00df seelische und k\u00f6rperliche \u00dcberbelastung.<br \/>\nMein K\u00f6rper und die Phase, in der ich mich befand, forderten zur Kenntnis genommen zu werden, was ich nicht wollte. Das st\u00f6rte alles st\u00f6rte ungeheuer.<br \/>\nNun muss ich erww\u00e4hnen, dass ich eben zu einer Generation geh\u00f6re, zu den sogenannten \u201c68ern\u201d, die glaubte, Kraft ihrer Gedanken und Ideen, die Dinge anders ablaufen lassen zu k\u00f6nnen, als bei den Generationen zuvor. Vor allem unsere Vater- und Muttergeration war uns ein Greuel, gegen die man anstinken musste&#8230;.Alles musste neu erfunden werden, dazu geh\u00f6rte selbstverst\u00e4ndlich das Kinderkriegen, die Kindererziehung, das \u00c4lterwerden, das nicht stattfinden darf, da man ja ewig fit bleiben kann! &#8211; Auch das Klimakterium geh\u00f6rte dazu&#8230;<br \/>\n\u201cAlles kriegen wir in den Griff, &#8211; alles wird so wie nie dagewesen.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richtig begonnen haben meine Wechseljahre 2001. Allerdings bemerkte ich zun\u00e4chst gar nicht, dass das, was ich da sp\u00fcrte, mit den Wechseljahren zu tun hatte. Ich bekam Angstzust\u00e4nde, die sich zun\u00e4chst am K\u00f6rperlichen festmachten. Ich hatte seit einiger Zeit ein Spannen in der Brust, was mit Wassereinlagerungen und Verdickungen einher ging, die \u00fcber den Tag bis zum Abend wieder verschwanden. 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F\u00fcr eine Schwangerschaft v\u00f6llig normal, aber ich war nicht schwanger. Also, was sollte das!?!? Die Temperatur blieb wenigstens nur tags\u00fcber hoch, am Sp\u00e4tnachmittag bekam ich dann heftigste Dauer-Schwei\u00dfausbr\u00fcche und am Abend ging es mir wieder ein bisschen besser. Am n\u00e4chsten Vormittag ging die Tortour wieder von vorne los. Sp\u00e4ter kamen Herzrasen, Panikattacken und Angstzust\u00e4nden hinzu. Mir war \u00fcberhaupt nicht klar, was los war. Ich bombardierte meine hom\u00f6opathische \u00c4rztin mit Anrufen. Zus\u00e4tzlich zu den o.g. Symptomen hatte ich sehr starke Monatsblutungen, die immer l\u00e4nger dauerten. Zwei Wochen Menstruationsdauer waren keine Seltenheit. Ich blutete wie ein \u201cSchwein\u201d, hatte vormitt\u00e4gliche Panikattacken, Angstzust\u00e4nde und war viel zu schlapp, um etwas im Haushalt zu tun und kam nicht mehr aus dem Bett heraus, denn meine gesamte Energie war mir abhanden gekommen Zu dieser Zeit war meine Tochter neun Jahre alt und mein Sohn vier. Mein Mann betrachtete dies alles mit zunehmend genervter Verst\u00e4ndnislosigkeit oder distanziertrem Entsetzen. Meine Kinder \u00fcberlie\u00df ich gr\u00f6\u00dftenteils sich selbst. Obwohl in hom\u00f6opathischer Behandlung, f\u00fchlte ich mich entsetzlich allein gelassen, denn kein Mittel half wirklich. Ja, ich wurde von meiner \u00c4rztin ganz sicher als hysterisch eingestuft, denn ich wollte unbedingt herausbekommen, was da los war mit mir und ich wollte, dass das alles aufh\u00f6rte. Ich wollte wieder ein normales Leben f\u00fchren. Ich bin nun nicht gerade ein humorloser Mensch, ganz im Gegenteil, aber w\u00e4hrend dieses Sommers 1994 verlie\u00df mich mein Humor und auch meine ganze Zuversicht. Ich war und blieb v\u00f6llig verunsichert. Bis zum Herbst. Bis zu meinem 46 Geburtstag, den ich im Bett verbrachte. Nach und nach verschwanden alle Symptome, dieser Horror, der mich da \u00fcberfallen hatte. Auch der Gyn\u00e4kologe zu dem ich mich endlich hingetraut hatte, erw\u00e4hnte die Wechseljahre nur am Rande, fast beil\u00e4ufig. Von meinen seelischen Problemen wagte ich ihm erst gar nichts zu schildern. Ich glaubte zu recht, ihm damit nicht kommen zu k\u00f6nnen. Mein Instinkt hielt mich wohl davon ab, richtig auszupacken. Au\u00dferdem war ich, muss ich sagen, durch diese massiven, sehr beeintr\u00e4chtigenden Zust\u00e4nde, v\u00f6llig eingesch\u00fcchtert. Der Herbst 1994 ging ins Land und der Spuk war vorbei. Was blieb war ein Schock der tief sa\u00df. Ich versuchte ihn zu bew\u00e4ltigen in der Psychotherapie, die ich begonnen hatte. Versuchte mein Selbstbewusstsein zu erneuern, Dinge aus meiner Vergangenheit zu bearbeiten, abzuarbeiten, mich seelisch etwas freizuschaufeln. Ich hatte es bitter n\u00f6tig, wie ich bemerkte. Diese Zust\u00e4nde, wie ich sie da erlebt hatte, kamen nicht so ganz aus dem Nichts, sie hatten zus\u00e4tzlich, zum klimakterischen Ablauf, eine Vorgeschichte und die hie\u00df seelische und k\u00f6rperliche \u00dcberbelastung. Mein K\u00f6rper und die Phase, in der ich mich befand, forderten zur Kenntnis genommen zu werden, was ich nicht wollte. Das st\u00f6rte alles st\u00f6rte ungeheuer. Nun muss ich erww\u00e4hnen, dass ich eben zu einer Generation geh\u00f6re, zu den sogenannten \u201c68ern\u201d, die glaubte, Kraft ihrer Gedanken und Ideen, die Dinge anders ablaufen lassen zu k\u00f6nnen, als bei den Generationen zuvor. 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