{"id":13101,"date":"2014-07-15T08:12:11","date_gmt":"2014-07-15T06:12:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=13101"},"modified":"2014-07-16T07:55:04","modified_gmt":"2014-07-16T05:55:04","slug":"salzburg-aus-pennersicht-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2014\/07\/salzburg-aus-pennersicht-2\/","title":{"rendered":"Jede Menge Blaubeerkuchen &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er sa\u00df da und mampfte unseren gesamten Vorrat an Proviant seelenruhig in sich hinein. Mit gemischten Gef\u00fchlen sah ich ihm dabei zu, denn ein nagendes Hungergef\u00fchl stieg in mir auf und Wut.<br \/>\nIch lie\u00df ihn essen, denn es war mir wichtiger ihn bei Laune zu halten. Was aber tun, wenn das letzte mitgebrachte Butterbrot aufgefuttert war? Der Geiz meines Kotzbrockens war legend\u00e4r. Nie und nimmer w\u00fcrde er mit mir hier im teuren Salzburg ein Restaurant besuchen. Zu allem \u00dcberfluss hatten wir an der Grenze nur mal gerade poplige zwanzig Mark in \u00d6sterreichische Schilling eingetauscht<!--more--><br \/>\nHei\u00df und schw\u00fcl war es, w\u00e4hrend wir uns mit vielen anderen Touris gemeinsam durch die ber\u00fchmte Getreidegasse, \u00fcber Pl\u00e4tze an diversen Palais vorbei schoben. Dann schlie\u00dflich noch, das musste sein, in ein Kuriosit\u00e4tenmuseum, in dem unter anderem Scheu\u00dflichkeiten, wie menschliche und tierische Embryen mit zwei K\u00f6pfen und drei Beinen in Spiritus ausgestellt waren.<br \/>\nMich auf die Burg \u00fcber unseren K\u00f6pfen zu qu\u00e4len, dazu fehlte mir jedoch jegliche Lust.<br \/>\nDer Hunger nagte an meinen Ged\u00e4rmen und meine Laune war an einem absoluten Tiefpunkt angelangt, aber zum Gl\u00fcck gab es wenigstens Konditoreien. Also rein und mit Kuchen eingedeckt. Gerne h\u00e4tte ich jetzt W\u00fcrstchen, welcher Art auch immer gegessen, aber eine profane W\u00fcrstchenbude f\u00fcr nicht so gut betuchte Menschen, schien unter der W\u00fcrde der Stadt Mozarts zu sein. Jedoch Blaubeerkuchen war etwas, was es hier in rauen Mengen gab, aber auch der war nicht besonders preiswert. Kaum raus aus dem Gesch\u00e4ft, stopfte ich mir schon das erste St\u00fcck in den Mund, obwohl er um einiges zu stark ges\u00fc\u00dft war. Egal, der Hunger gab&#8217;s her. Anstand und Sitte waren mir angesichts meines Kohldampfs fast v\u00f6llig abhanden gekommen. Und danach gleich ein Zweites und drittes hinterher. Mein Freund machte sich erbarmungslos \u00fcber den Rest her, nachdem wir eine Parkbank am Ufer der Salzach ergattert hatten.<br \/>\nWir blieben nicht lange allein auf unsrer Parkbank, mit rasantem Blick auf die Stadt, denn ein so genannter Penner, ein Obdachloser gesellte sich zu uns. Mit gro\u00dfer Geste und viel \u00f6sterreichischem Schm\u00e4 begann er, uns Salzburg\u00a0 zu erkl\u00e4ren. Dieser soziologische und geschichtliche Diskurs aus ungew\u00f6hnlicher Sicht, n\u00e4mlich aus der eines Obdachlosen war langatmig aber interessant. Nach etwa einer Stunde meinte er, gehen zu m\u00fcssen und daf\u00fcr, dass er uns gut unterhalten h\u00e4tte, wie er meinte, verlangte er charmant, aber unerbittlich einen Obolus. Wir gaben ihm verbl\u00fcfft, aber am\u00fcsiert unsere letzten Schillinge, denn diese Begegnung war bei Weitem das Bemerkenswerteste an Salzburg gewesen.<br \/>\nMit Blick auf den in zwischen dunklen Himmel \u00fcber uns und auf das drohende Gewitter, dass sich zu entladen drohte, machten wir uns schleunigst auf die Suche nach unserem in einem Vorstadtbezirk parkenden Golf. Die Schw\u00fcle entlud sich endlich. Die l\u00e4ngsten und grellsten Blitze, die ich je gesehen hatte, sausten vor uns am Himmel nieder und der Regen wurde so stark, dass wir gezwungen waren, mitten auf einem Berg zu halten. Nichts ging mehr! Unsere Scheibenwischer hatten den Geist aufgegeben, angesichts der Wassermassen, die an der Windschutzscheibe herunter flossen.<\/p>\n<p><em><strong>Mehr in meinem neuen Buch<\/strong><\/em> :<\/p>\n<h2><em><strong>Der Kotzbrocken<br \/>\n<\/strong><\/em><\/h2>\n<p><em><strong>Mit einem Click\u00a0 auf das entsprechende Cover rechts seit Ihr bei BoD und k\u00f6nnt das Buch erwerben<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Er sa\u00df da und mampfte unseren gesamten Vorrat an Proviant seelenruhig in sich hinein. Mit gemischten Gef\u00fchlen sah ich ihm dabei zu, denn ein nagendes Hungergef\u00fchl stieg in mir auf und Wut. Ich lie\u00df ihn essen, denn es war mir wichtiger ihn bei Laune zu halten. Was aber tun, wenn das letzte mitgebrachte Butterbrot aufgefuttert war? Der Geiz meines Kotzbrockens war legend\u00e4r. Nie und nimmer w\u00fcrde er mit mir hier im teuren Salzburg ein Restaurant besuchen. 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