{"id":13524,"date":"2013-12-29T11:50:12","date_gmt":"2013-12-29T09:50:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=13524"},"modified":"2013-12-29T11:54:11","modified_gmt":"2013-12-29T09:54:11","slug":"die-u-b-u-n-t-u-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2013\/12\/die-u-b-u-n-t-u-geschichte\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<header class=\"entry-header\">\n<h1 class=\"entry-title\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"- netzfrauen\" alt=\"- netzfrauen\" src=\"http:\/\/netzfrauen.org\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Netzfrauen-Logo-mit-Slogan12.png\" width=\"345\" height=\"128\" \/><\/h1>\n<p>Die \u201eU B U N T U\u201c \u2013 Geschichte<\/p>\n<\/header>\n<h6><span style=\"font-family: 'Times New Roman';\"><a href=\"http:\/\/netzfrauen.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/UBUNTU_-Photo-Kinder-im-Kreis_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6382\" alt=\"__UBUNTU_  -  Photo  - (Kinder im Kreis)_[3]\" src=\"http:\/\/netzfrauen.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/UBUNTU_-Photo-Kinder-im-Kreis_3.jpg\" width=\"321\" height=\"242\" \/><\/a><\/span>Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes der Xhosa-Kultur ein neues Spiel an.\u00a0Er stellte einen Korb voller Obst in die N\u00e4he eines etwas entfernten Baumes und sagte ihnen,\u00a0wer zuerst dort sei gewinnt die s\u00fc\u00dfen Fr\u00fcchte.<\/h6>\n<p>Als er ihnen das Startsignal gegeben hatte,\u00a0nahmen sie sich gegenseitig an den H\u00e4nden und liefen so gemeinsam zum Baum!<span id=\"more-6381\"><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dort angekommen, setzten sie sich gemeinsam auf den Boden und genossen ihre Leckereien zusammen.\u00a0Als der Lehrer sie fragte, weshalb sie so gelaufen seien,\u00a0wo doch jeder die Chance hatte, die Fr\u00fcchte f\u00fcr sich selbst zu gewinnen,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>antworteten sie:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>\u00a0\u201dUbuntu\u201c (das bedeutet) \u201e ICH bin weil WIR sind\u201c<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>und erkl\u00e4rten dazu:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\u201eWie k\u00f6nnte einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?\u201d<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Eine positive Ideologie<!--more--><\/b><\/p>\n<p>In seinem Ursprung ist Ubuntu eine Ideologie. Aber im Gegensatz zu den meisten Ideologien, die immer auch einige negative Assoziationen mit sich f\u00fchren, wie Naivit\u00e4t, falsche Ansichten oder unn\u00fctzem Optimismus, verk\u00f6rpert Ubuntu ein Konzept, nach dem es sich zu streben lohnt. So wie die Menschen miteinander verbunden sind, sei es auf sozialer, politischer oder sonstiger Ebene \u2013 so betreffen unsere Taten auch unsere Mitmenschen. Ubuntu sieht genau das und zeigt, wie wir uns moralisch richtig verhalten sollten, im Sinn des Allgemeinwohls, da alles und egal was wir tun auch Konsequenzen auf die Menschen um uns herum hat.<\/p>\n<p>Wie\u00a0Desmond Tutu sagt: \u201cEine Person ist eine Person durch andere Personen\u201d (umuntu ngumuntu ngabantu).<\/p>\n<p>Auf diese Weise k\u00f6nnen wir von der philosophischen Weise des \u201cOthering\u201d Gebrauch machen, um Ubuntu zu erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Was \u201cOthering\u201d urspr\u00fcnglich zu Grunde liegt, ist, dass man zu demjenigen wird, als den andere einen sehen. Wenn das stimmt, dann kann \u201cOthering\u201d mit Hilfe der Philosophie von Ubuntu als etwas Positives gesehen werden und zwar durch das Bestreben nach Einheit und dem Wohlwollen aller \u2013 den Grundlagen von Ubuntu.<\/p>\n<p><b>Ubuntu an anderen Orten<\/b><\/p>\n<p>Ubuntu ist nicht nur in S\u00fcdafrika sondern in den meisten afrikanischen L\u00e4ndern bekannt: So hei\u00dft es \u201cObuntu\u201d in Uganda und Tanzania, \u201cUnhu\u201d in Zimbabwe; der Name \u00e4ndert sich geringf\u00fcgig, aber die Auffassung bleibt weitestgehend dieselbe.<\/p>\n<p>Ubuntu besagt nicht, dass man sich nicht bereichern darf, aber man soll die eigene Bereicherung als etwas ansehen, das auch anderen zu Gute kommt.<\/p>\n<h6>\u201cUbuntu heisst sich gegenseitig zu helfen.\u201d\u00a0N. Mandela<\/h6>\n<p>\u201cWas dem einzelnen nicht m\u00f6glich ist, das verm\u00f6gen viele\u201d.\u00a0Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-88), dt. Agrarpolitiker, Gr\u00fcnder Raiffeisengenossenschaften<small><br \/>\n<\/small><\/p>\n<p>Was einer alleine nicht schafft, das erreichen viele gemeinsam. Das ist das Prinzip jeder Genossenschaft.<\/p>\n<h6>Friedrich Wilhelm Raiffeisen und seine Idee<\/h6>\n<p>Im Revolutionsjahr\u00a0<strong>1848<\/strong>\u00a0(\u00a0M\u00e4rzrevolution)\u00a0erschien das Gesetz \u00fcber die Grundentlastung. Dadurch wurden die Bauern frei von den letzten Verpflichtungen gegen\u00fcber ihren Grundherren.<\/p>\n<p>Die freien Bauern standen aber nun unter dem Druck der M\u00e4rkte, besonders in den \u00f6sterreichischen L\u00e4ndern. Hier f\u00fchrten billigere landwirtschaftliche Produkte aus B\u00f6hmen und Ungarn und internationale Importe zu einem starken Preisverfall.\u00a0<strong>1870\u00a0<\/strong>st\u00fcrzte der Getreidepreis um 80 Prozent.<\/p>\n<p>Eine rasch steigende Verschuldung der Bauernwirtschaften begann, die sich bis zur Jahrhundertwende fortsetzte. Viele verschuldete H\u00f6fe \u00a0wurden \u00a0zwangsversteigert.<\/p>\n<p>Es war f\u00fcr die Bauern damals fast unm\u00f6glich, g\u00fcnstige Kredite zur Deckung des laufenden Kapitalbedarfs, etwa f\u00fcr Saatgut und Betriebsmittel, Reparaturen und \u00c4hnliches, zu bekommen. Der Wucher bl\u00fchte.<\/p>\n<p>Friedrich Wilhelm Raiffeisen war ein deutscher Sozialreformer, dem die L\u00f6sung dieses Problems ein wichtiges Anliegen war.<\/p>\n<p>Als B\u00fcrgermeister einer Gemeinde im Westerwald wurde Raiffeisen t\u00e4glich mit der Not der Bauern, Arbeiter und Handwerker konfrontiert.<\/p>\n<p>Nach mehreren wenig erfolgreichen karitativen Ans\u00e4tzen gewann er die \u00dcberzeugung, dass nur Hilfe zur Selbsthilfe die Probleme der Menschen l\u00f6sen konnte.<\/p>\n<p>Nach einem von Raiffeisen entwickelten Modell bildeten die Landwirte Genossenschaften, die nicht auf Gewinn, sondern auf F\u00f6rderung ihrer Mitglieder ausgerichtet waren.<br \/>\nDie Spareinlagen der Mitglieder in den sogenannten Darlehenskassenvereinen konnten in Form von g\u00fcnstigen, langfristigen Darlehen wieder an Mitglieder abgegeben werden.<br \/>\nF\u00fcr viele er\u00f6ffnete sich damit erstmals die M\u00f6glichkeit, Geld f\u00fcr Investitionen oder die \u00dcberbr\u00fcckung von D\u00fcrrejahren aufzunehmen.<\/p>\n<p>N\u00e4chster Schritt war der gemeinsame Einkauf von Betriebsmitteln wie Saatgut und die gemeinsame Lagerung und der gemeinsame Verkauf von Agrarerzeugnissen. Dadurch musste man nicht in Zeiten von \u00dcberangeboten zu Schleuderpreisen verkaufen und konnte warten, bis die Preise g\u00fcnstiger waren.<\/p>\n<p>Die Idee vom gemeinschaftlichen Einkaufen und Vermarkten, die der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor gut 160 Jahren ins Leben gerufen hatte, wurde 2012 von der\u00a0\u00a0UNO zum Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf diese Weise \u2013 in Zeiten einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu betonen, dass gemeinsames und verantwortungsvolles Engagement auf dem Wirtschaftsmarkt f\u00fcr nachhaltige Entwicklung wichtiger denn je sind.<\/p>\n<p>Allein den Kreditgenossenschaften schlossen sich zwischen 2008 und 2010 rund 466.000 neue Mitglieder an. Denn sp\u00e4testens in der Finanzkrise haben die meisten erkannt, dass die genossenschaftlichen Banken, die nicht(!!) renditefixiert und spekulativ arbeiten, ein krisenfestes Modell sind.<\/p>\n<p>Doch nicht nur in dieser traditionellen Genossenschaftsform engagieren sich immer mehr Menschen: Sie entstehen im Patientenversorgungsbereich, Dienstleistungssektor, im Energiebereich, \u00a0in Form von genossenschaftlichen Dorfl\u00e4den oder Theatern und vieles mehr \u2013 \u00dcberall dort, wo auch neuer Gemeinsinn gefragt und erw\u00fcnscht ist. Vor allem entstehen sie auch zunehmend dort, wo sich Staat und Kommunen aus Finanzierung und Versorgung zur\u00fcckziehen.<\/p>\n<p>Keine andere Rechtsform bietet den Mitgliedern die M\u00f6glichkeit der Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitverantwortung ohne staatlichen Einfluss. Dieses System hat sich weltweit in \u00fcber 100 L\u00e4ndern bei mehr als 800 Millionen Genossen durchgesetzt und bew\u00e4hrt. So ist z.B. in Kanada jeder dritte Einwohner Mitglied einer Genossenschaft. In der Elfenbeink\u00fcste finanzieren Genossenschaften Schulen, Krankenh\u00e4user und Stra\u00dfen. In Kuwait ist 80 % des Einzelhandels genossenschaftlich organisiert.<\/p>\n<p>Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung \u2013 dieses traditionelle Motto der Genossenschaften hat heute neues Leben bekommen: Viele Menschen wollen gemeinschaftlich und wirtschaftlich Anforderungen wieder selber in die Hand nehmen. Genossenschaften \u2013 sie haben einen wichtigen Stellenwert f\u00fcr die Zukunft der Gesellschaft und Wirtschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"color: #4c4a4a; font-weight: bold;\" alt=\"zitat\" src=\"http:\/\/www.fairtrade-product.ch\/img\/zitat_beginn_grau.gif\" \/><span style=\"color: #4c4a4a; font-size: 1.1em; font-weight: bold;\">Ubuntu heisst sich gegenseitig zu helfen.<\/span><img decoding=\"async\" style=\"color: #4c4a4a; font-weight: bold;\" alt=\"zitat\" src=\"http:\/\/www.fairtrade-product.ch\/img\/zitat_ende_grau.gif\" \/><span style=\"color: #4c4a4a; font-size: 1.1em; font-weight: bold;\">\u00a0N. Mandela<\/span><\/p>\n<p>Oder wie das Motto der Netzfrauen: \u201cWas eine nicht schafft, schaffen viele.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201eU B U N T U\u201c \u2013 Geschichte Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes der Xhosa-Kultur ein neues Spiel an.\u00a0Er stellte einen Korb voller Obst in die N\u00e4he eines etwas entfernten Baumes und sagte ihnen,\u00a0wer zuerst dort sei gewinnt die s\u00fc\u00dfen Fr\u00fcchte. Als er ihnen das Startsignal gegeben hatte,\u00a0nahmen sie sich gegenseitig an den H\u00e4nden und liefen so gemeinsam zum Baum! &nbsp; Dort angekommen, setzten sie sich gemeinsam auf den Boden und genossen ihre Leckereien zusammen.\u00a0Als der Lehrer sie fragte, weshalb sie so gelaufen seien,\u00a0wo doch jeder die Chance hatte, die Fr\u00fcchte f\u00fcr sich selbst zu gewinnen, &nbsp; antworteten sie: &nbsp; \u00a0\u201dUbuntu\u201c (das bedeutet) \u201e ICH bin weil WIR sind\u201c &nbsp; und erkl\u00e4rten dazu: &nbsp; \u201eWie k\u00f6nnte einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?\u201d &nbsp; Eine positive Ideologie<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,42,40,51,64],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13524"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13524"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13524\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13528,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13524\/revisions\/13528"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}