{"id":13989,"date":"2014-05-08T15:45:25","date_gmt":"2014-05-08T13:45:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=13989"},"modified":"2014-05-18T07:06:57","modified_gmt":"2014-05-18T05:06:57","slug":"tiere-in-zoos-stehen-unter-drogen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2014\/05\/tiere-in-zoos-stehen-unter-drogen\/","title":{"rendered":"Tiere in Zoos stehen unter Drogen&#8230;"},"content":{"rendered":"<div class=\"field field-name-field-imagen field-type-image field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.animalequality.de\/sites\/default\/files\/6086638998_925f0a73cb_o_02_panorama.jpg\" width=\"473\" height=\"156\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\">\n<p align=\"justify\">Damit sie ihr Leben in Gefangenschaft ertragen k\u00f6nnen, werden vielen Zootieren Psychopharmaka verabreicht. Gem\u00e4\u00df der Zeitung \u201cDie Welt\u201d scheint es sich um einen systematischen Einsatz von psychoaktiven Medikamenten zu handeln.<!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">Zoodirektionen versuchen der \u00d6ffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, die Tiere seien in ihren Gehegen gl\u00fccklich und gesund.<br \/>\nDie \u201cWelt am Sonntag\u201d f\u00fchrte eine Umfrage unter Dutzenden Zoos durch und erhielt unter anderem Antworten wie \u201cIn meinem Zoo gibt es keine Psychopharmaka. Die Tiere brauchen das nicht. Sie brauchen \u00fcberhaupt keine Medikamente. Vitamine, Impfungen, Wurmkuren, das ja. Aber nichts sonst\u201d. Ein anderer Zoodirektor behauptete sogar \u201cZootiere werden eigentlich niemals krank.\u201d Die Antwort des Duisburger Zoos gegen\u00fcber der Zeitung lautete: \u201cIch kann Ihnen versichern, dass bei uns KEIN EINZIGES Tier Psychopharmaka erh\u00e4lt, damit es im Zoo gehalten werden kann.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"; float: left;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.animalequality.de\/sites\/all\/files\/images\/2014-05-06%20Zoos%20Psychopharmaka01_02_klein.jpg\" \/><\/p>\n<p align=\"justify\">Tats\u00e4chlich sieht die Realit\u00e4t anders aus. Bei einer Anh\u00f6rung zum Thema vor dem D\u00fcsseldorfer Landtag, gab der Direktor des Duisburger Zoos, Achim Winkler, zu, dass den Delfinen im Zoo psychoaktive Pr\u00e4parate verabreicht worden seien, \u201c\u00e4hnlich wie diese Mittel bei anderen Zootieren ebenfalls Verwendung finden.\u201d Laut Winkler habe man den Delfinen seit 2008 lediglich in zwei F\u00e4llen acht Tage lang Psychopharmaka gegeben. Meeresbiologe Karsten Brensing von der Organisation \u201cWhale and Dolphin Conversation\u201d (WDC), bezweifelt Winklers Aussage: \u201cEs ist nicht denkbar, Delfine ohne regelm\u00e4\u00dfige und gro\u00dfz\u00fcgige Medikation zu halten. Das ist international g\u00e4ngige Praxis.\u201d Im Fall des N\u00fcrnberger Zoos konnte die WDC diese Praxis nachweisen, nachdem sie den Tierpark erfolgreich auf Herausgabe von Medikamentenb\u00fcchern verklagt hatte. Dort erhielten die Delfine fast t\u00e4glich und h\u00e4ufig in hohen Dosen das Valium-Pr\u00e4parat Diazepam. Es hilft unter anderem gegen Angstzust\u00e4nde, Unruhe und Aggressionen. Bei Robben und Delfinen wirkt es auch appetitanregend. Dazu kamen auch Antibiotika, Hormone, Immunpr\u00e4parate, Schmerzmittel und weitere Substanzen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Einer der vielen Beispielf\u00e4lle, die die \u201cWelt\u201d in ihrem Bericht aufz\u00e4hlt, ist Epulu, ein m\u00e4nnlicher Schimpanse, der im Wuppertaler Zoo mittlerweile in einem 40 m\u00b2 kleinen Raum aus Beton und Glas gefangen gehalten wird. Dirk Diestelhorst, der bis 2011 als Tierpfleger im Wuppertaler Zoo arbeitete, berichtet von Epulu\u2019s Dauermedikation: \u201cOhne Valium rastete Epulu aus.\u201d Der Schimpanse war nicht nur f\u00fcr sich selbst eine Gefahr, sondern auch f\u00fcr die Pflegekr\u00e4fte und die anderen Tiere im Gehege. Die Pflegekr\u00e4fte n\u00e4herten sich dem Schimpansen nur, wenn er zuvor mit Diazepam ruhiggestellt worden war. \u201cWenn Epulu raste, wenn er mit voller Wucht gegen die Scheiben sprang, dachten wir: Hoffentlich h\u00e4lt das Panzerglas\u201d, sagte Dirk Diestelhorst der \u201cWelt\u201d.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es scheint die Regel zu sein, dass es Zootiere gibt, die ihr Leben lang Psychopharmaka erhalten. So schreibt der klinische Psychologe und Tiersch\u00fctzer Colin Goldner in seinem Buch \u201cLebensl\u00e4nglich hinter Gittern\u201d, das in den kommenden Tagen erscheinen wird: \u201cIn den Futterk\u00fcchen der einzelnen Reviere lagern teilweise riesige Mengen an Diazepam und anderen Tranquilizern, die von den Pflegern nach Gutd\u00fcnken, ohne tier\u00e4rztliche Einzelfallverordnung, verabfolgt werden\u201d. Goldner hat sich vor allem mit den katastrophalen Haltungsbedingungen von Menschenaffen in Zoos auseinandergesetzt. W\u00e4hrend der kalten Jahreszeit, in welcher sich die Tiere \u00fcber Monate hinweg nur in Innenr\u00e4umen aufhalten k\u00f6nnen, w\u00fcrden solche Mittel vielfach als \u201cDauermedikation\u201d eingesetzt. Neben dem schnell zu Abh\u00e4ngigkeit f\u00fchrendem Diazepam sind das vor allem auch Clomipramin oder Substanzen aus der Gruppe der Phenothiazine und Butyrophenone. Diese Medikamente bekommen auch Menschen verschrieben: Bei Psychosen, starker Unruhe oder Zwangshandlungen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Goldner ist sich sicher, dass es ohne den Einsatz von starken Medikamenten kein Miteinander und kein \u00dcberleben in den engen Affengehegen deutscher Zoos geben w\u00fcrde. Ohne Psychopharmaka w\u00fcrden die Tiere \u00fcbereinander herfallen. Damit best\u00e4tigt Goldner das, was in den vergangenen Jahrzehnten schon durch viele Studien bewiesen wurde: Tiere in Zoos leiden unter ihrer Gefangenschaft. Ihre Verzweiflung und Frustration f\u00fchrt bei vielen zu Depressionen und Zwangsneurosen. Affen rei\u00dfen sich die Haare aus, verletzen sich selbst oder wippen unabl\u00e4ssig mit dem Oberk\u00f6rper. Nilpferde schwimmen tagelang im Kreis, B\u00e4ren und Tiger laufen zwanghaft \u00fcber Stunden hinweg am Gehegegitter hin und her. Durch die Gabe von Psychodrogen k\u00f6nnen viele Tiere vor\u00fcbergehend beruhigt werden. Sobald die Mittel abgesetzt werden, kehren die Verhaltensauff\u00e4lligkeiten jedoch zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"; float: left;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.animalequality.de\/sites\/all\/files\/images\/2014-05-06%20Zoos%20Psychopharmaka01_02_klein02_klein.jpg\" \/><\/p>\n<p align=\"justify\">Dass es Zoos und \u00e4hnliche Institutionen gibt, die Tieren ohne Skrupel massenweise Psychopharmaka verabreichen, hat die amerikanische Pathologin Lynn Grinner festgestellt. \u00dcber einen Zeitraum von 14 Jahre hinweg untersuchte die Wissenschaftlerin die K\u00f6rper und das Gewebe der verstorbenen Tiere des San-Diego-Zoos, einem Tierpark, der aufgrund von vergleichsweise gro\u00dfen Gehegen als besonders vorbildlich in der Branche gilt. In ihrem Buch \u201cPathologie der Zootiere\u201d schreibt Grinner: \u201cAbgesehen davon, dass die meisten Zootiere unterern\u00e4hrt waren, fand ich eine erschreckend hohe Mortalit\u00e4tsrate durch die Verwendung von An\u00e4sthetika und Beruhigungsmittel\u201d. Grinners Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Zoo viele seiner Tiere durch den hohen Einsatz von Beruhigungsmitteln vergiftet hat.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Feststellung, dass viele Zootiere ihr trostloses Leben in Gefangenschaft nur unter Drogen ertragen k\u00f6nnen und Zoos einen entsprechend hohen Medikamenteneinsatz betreiben, \u00fcberrascht uns wenig. Unter anderem durch unsere <a href=\"http:\/\/www.schwabenparkrecherche.com\/\">Recherche im Schwaben Park<\/a> haben auch wir bereits beweisen k\u00f6nnen, dass Tiere in Gefangenschaft immensen psychischen und physischen Qualen ausgesetzt sind. Die Gefangenhaltung von Tieren zu Unterhaltungszwecken ist mit den Werten einer fortschrittlichen Gesellschaft nicht zu rechtfertigen. Indem wir Zoos und \u00e4hnliche Institutionen meiden, h\u00f6ren wir auf, das Leid dieser Tiere zu finanzieren. <a href=\"http:\/\/www.animalequality.de\/unterhaltung\/zoos\">Hier<\/a> sind weitere Informationen \u00fcber Zoos einsehbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"field field-name-field-fuentes field-type-text-long field-label-above\">\n<div class=\"field-label\">Quelle:<\/div>\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\">www.welt.de\/wissenschaft\/umwelt\/article127612535\/Die-Tiere-in-deutschen-Zoos-stehen-unter-Drogen.html<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<div class=\"region region-footer\">\n<div class=\"block block-block\" id=\"block-block-12\">\n<div class=\"content\">\n<div id=\"footer-cont\">\n<div id=\"footer-contacto\">\n<div id=\"info-contacto\">Kriegsbergstrasse 28 \u00b7 D-70174 \u00b7 Stuttgart \u00b7 Germany<br \/>\n(+49) &#8211; (0)711 16 03 34 83 \u00b7 <a href=\"mailto:info@animalequality.de\">info@animalequality.de<\/a><br \/>\n<a class=\"link-footer\" href=\"http:\/\/www.animalequality.de\/impressum\">Impressum<\/a><\/div>\n<div id=\"rrss-footer\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit sie ihr Leben in Gefangenschaft ertragen k\u00f6nnen, werden vielen Zootieren Psychopharmaka verabreicht. 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