{"id":15520,"date":"2015-03-31T05:34:36","date_gmt":"2015-03-31T03:34:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=15520"},"modified":"2015-03-30T12:43:54","modified_gmt":"2015-03-30T10:43:54","slug":"der-verzweifelte-kampf-der-seafood-sklaven-schichten-von-bis-zu-22-stunden-misshandlungen-schmutziges-wasser-kaefighaltung-kein-lohn-versteckt-auf-indonesischen-inseln-halten-die-haendler-von-fi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2015\/03\/der-verzweifelte-kampf-der-seafood-sklaven-schichten-von-bis-zu-22-stunden-misshandlungen-schmutziges-wasser-kaefighaltung-kein-lohn-versteckt-auf-indonesischen-inseln-halten-die-haendler-von-fi\/","title":{"rendered":"Der verzweifelte Kampf der Seafood-Sklaven  Schichten von bis zu 22 Stunden, Misshandlungen, schmutziges Wasser, K\u00e4fighaltung, kein Lohn: Versteckt auf indonesischen Inseln halten die H\u00e4ndler von Fisch und Meeresfr\u00fcchten Sklaven gefangen."},"content":{"rendered":"<div class=\"widget storyContent topline    posRel grid_12\">\n<div class=\"ressortSubtitle\"><a class=\"ressort \" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/\">Ein Welt Online Artikel<br \/>\nWirtschaft<\/a><\/p>\n<h2 class=\"kicker\">Indonesien<br \/>\n<span class=\"time\">26.03.15<\/span><\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"divWrapperGroup articleHeader omega\">\n<div class=\"widget storyContent author    grid_4 alpha\">\n<div class=\"artAuthor\">\n<div class=\"artAuthorNamesContainer\">Von <span class=\"artSingleAuthor\"> Margie Mason<\/span>,<span class=\"artSingleAuthor\"> Martha Mendoza<\/span>,<span class=\"artSingleAuthor\"> Esther Htusan<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"groupWrapper\">\n<div class=\"grid_8 column-1 posRel\">\n<div class=\"widget as_videoplayer articlePlayerZoom    inline-element-138778378 grid_7 prefix_1 alpha omega disable-generate-links\">\n<div class=\"tsrImg\"><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/videos\/article138778378\/Das-harte-Leben-der-Sklavenarbeiter.html\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Sklavenarbeiter in Indonesien\" src=\"http:\/\/img.welt.de\/img\/videos\/crop138780344\/859986286-ci16x9-w540\/Fischerei.jpg\" alt=\"Sklavenarbeiter in Indonesien\" width=\"540\" height=\"303\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"description\"><span id=\"videotext_138778378\" class=\"text\">Wer sich nicht f\u00fcgt, wird eingesperrt: Viele M\u00e4nner, die f\u00fcr die Fischerei in Indonesien arbeiten, werden wie Sklaven gehalten. &#8220;Wir wollen alle endlich nach Hause&#8221;, sagt einer von ihnen.<\/span> <span id=\"videosubline_138778378\" class=\"subline\"> Quelle: N24<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"widget storyBody default   \">\n<p id=\"p0\" class=\"prefix_1 text artContent\">Die Sklaven aus Birma sitzen auf dem Boden und starren durch die rostigen St\u00e4be ihres K\u00e4figs \u2013 versteckt auf einer kleinen indonesischen Insel Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Nur ein paar Meter entfernt beladen Arbeiter Schiffe mit Fisch und Meeresfr\u00fcchten, die von den Sklaven gefangen wurden. Ziel der Ware: gro\u00dfe Superm\u00e4rkte, Restaurants und Zoohandlungen in den USA und Europa.<\/p>\n<p id=\"p1\" class=\"prefix_1 text artContent\">Hier im Dorf Benjina, in der Umgebung und auf dem Meer in der Region werden Hunderte M\u00e4nner gefangen gehalten. Sie sind die Zeugen der uns\u00e4glichen Verbindung zwischen Firmen und L\u00e4ndern in der Seafood-Industrie.<\/p>\n<div id=\"box0\" class=\"widget picture storyBodyLeftZoom    inline-element-138798990  alpha omega  grid_4 alpha omega disable-generate-links\">\n<div class=\"tsrImg\"><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798990\/In-this-Saturday-Nov-22-2014-photo-T.html\" name=\"_art_picture_\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\nDie Fischer werden in K\u00e4figen eingesperrt\n\" src=\"http:\/\/img.welt.de\/img\/wirtschaft\/crop138798990\/9846604131-ci3x2s-w300-ai2x3l\/In-this-Saturday-Nov-22-2014-photo-T.jpg\" alt=\"\nDie Fischer werden in K\u00e4figen eingesperrt\n\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><a class=\"overlay zoomout\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798990\/In-this-Saturday-Nov-22-2014-photo-T.html\" name=\"_art_picture_\"><\/a><\/div>\n<p><span class=\"credit\">Foto: AP<\/span> <span class=\"caption\"> Die Fischer werden in K\u00e4figen eingesperrt <\/span><\/div>\n<p id=\"p2\" class=\"prefix_1 text artContent\">Viele der Gefangenen, mit denen die Nachrichtenagentur AP sprach, stammen aus Birma, einem der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt. Sie wurden \u00fcber Thailand nach Indonesien gebracht. Der Fisch, den sie fangen, wird nach Thailand zur\u00fcckgebracht und kommt so auf den Weltmarkt. Ein Jahr lang hat die AP recherchiert, mehr als 40 gegenw\u00e4rtige und ehemalige Sklaven befragt und den Weg des von ihnen gefangenen Fisches verfolgt.<\/p>\n<p id=\"p3\" class=\"prefix_1 text artContent\">Einige der Fischer riskierten ihr Leben, baten die Reporter um Hilfe. &#8220;Ich will nach Hause. Wir wollen das alle&#8221;, rief einer von ihnen von einem der Boote \u2013 und seine Mitgefangenen wiederholten den Ruf. &#8220;Unsere Eltern haben seit Langem nichts von uns geh\u00f6rt. Ich bin sicher, dass sie uns f\u00fcr tot halten.&#8221;<\/p>\n<h2 class=\"prefix_1\">Unternehmen weisen Schuld von sich<\/h2>\n<p id=\"p5\" class=\"prefix_1 text artContent\">Die gro\u00dfen Unternehmen, die von der AP in den USA identifiziert wurden, lehnten Interviews ab. In schriftlichen Erkl\u00e4rungen verurteilten sie jedoch Verst\u00f6\u00dfe gegen das Arbeitsrecht. Sie gaben an, mit Menschenrechtsorganisationen zusammenzuarbeiten. F\u00fcr die Verst\u00f6\u00dfe seien Subunternehmer verantwortlich.<\/p>\n<p id=\"p6\" class=\"prefix_1 text artContent\">Die Sklaven berichten von Schichten zwischen 20 und 22 Stunden. Sie m\u00fcssten schmutziges Wasser trinken, w\u00fcrden getreten, geschlagen oder mit den Schw\u00e4nzen von giftigen Rochen maltr\u00e4tiert, wenn sie sich beschweren oder mal eine Pause einlegen. Bezahlt wird wenig bis nichts.<\/p>\n<div id=\"box1\" class=\"widget picture storyBodyLeftZoom    inline-element-138798992  alpha omega  grid_4 alpha omega disable-generate-links\">\n<div class=\"tsrImg\"><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798992\/In-this-Saturday-Nov-29-2014-image-fr.html\" name=\"_art_picture_\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\nGeflohene Fischer leben in den W\u00e4ldern um Benjina\n\" src=\"http:\/\/img.welt.de\/img\/wirtschaft\/crop138798992\/6986604340-ci3x2s-w300-ai2x3l\/In-this-Saturday-Nov-29-2014-image-fr.jpg\" alt=\"\nGeflohene Fischer leben in den W\u00e4ldern um Benjina\n\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><a class=\"overlay zoomout\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798992\/In-this-Saturday-Nov-29-2014-image-fr.html\" name=\"_art_picture_\"><\/a><\/div>\n<p><span class=\"credit\">Foto: AP<\/span> <span class=\"caption\"> Geflohene Fischer leben in den W\u00e4ldern um Benjina <\/span><\/div>\n<p id=\"p7\" class=\"prefix_1 text artContent\">Der geflohene Hlaing Min berichtet von vielen Toten auf See. &#8220;Wenn die Amerikaner und Europ\u00e4er diesen Fisch essen, sollen sie an uns denken&#8221;, sagt er. &#8220;Es muss einen Berg von Knochen unter der Meeresoberfl\u00e4che geben. Es sind so viele Menschenknochen, dass sie eine Insel ergeben w\u00fcrden.&#8221;<\/p>\n<p id=\"p8\" class=\"prefix_1 text artContent\">Im kleinen Hafen von Benjina hat die Firma Pusaka Benjina Resources das Sagen. Auf dem Gel\u00e4nde mit dem f\u00fcnfst\u00f6ckigen B\u00fcrohaus steht auch der K\u00e4fig mit den Sklaven. Mehr als 90 Fischtrawler sind f\u00fcr das Unternehmen im Einsatz. Interviews gibt es keine.<\/p>\n<h2 class=\"prefix_1\">Saubere Lieferkette ist &#8220;schwierig sicherzustellen&#8221;<\/h2>\n<p id=\"p10\" class=\"prefix_1 text artContent\">In Benjina wird der Fang auf ein gro\u00dfes K\u00fchlschiff verladen, das der Firma Silver Sea Reefer geh\u00f6rt. Dort will man nichts mit den versklavten Fischern zu tun haben. &#8220;Wir f\u00fchren nur die Lieferungen aus, f\u00fcr die wir von unseren Kunden gemietet werden&#8221;, sagte Firmenchef Panya Luangsomboon.<\/p>\n<p id=\"p11\" class=\"prefix_1 text artContent\">Die AP verfolgte das Schiff via Satellitenortung \u00fcber 15 Tage. Sein Ziel war Samut Sakhon in Thailand. Dort wurde die Ware in vier N\u00e4chten auf mehr als 150 Lastwagen verladen und in Fabriken in der Umgebung gebracht.<\/p>\n<p id=\"p12\" class=\"prefix_1 text artContent\">Von dort gingen die Seafood-Waren an andere Unternehmen in Thailand und von dort unter anderem an gro\u00dfe amerikanische Firmen, wie aus US-Zollunterlagen hervorgeht. Die Gesch\u00e4ftsbeziehungen wurden zumindest zum Teil auf thail\u00e4ndischer Seite best\u00e4tigt. Zu Fragen \u00fcber die Arbeitsbedingungen wollte man sich nicht \u00e4u\u00dferen.<\/p>\n<div id=\"box2\" class=\"widget picture storyBodyLeftZoom    inline-element-138798989  alpha omega  grid_4 alpha omega disable-generate-links\">\n<div class=\"tsrImg\"><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798989\/In-this-Monday-March-16-2015-photo-Th.html\" name=\"_art_picture_\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\nDer Pr\u00e4sident der Thai Frozen Foods Association, Dr. Poj Aramwattananont, auf einer Messe in Boston\n\" src=\"http:\/\/img.welt.de\/img\/wirtschaft\/crop138798989\/4396604131-ci3x2s-w300-ai2x3l\/In-this-Monday-March-16-2015-photo-Th.jpg\" alt=\"\nDer Pr\u00e4sident der Thai Frozen Foods Association, Dr. Poj Aramwattananont, auf einer Messe in Boston\n\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><a class=\"overlay zoomout\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798989\/In-this-Monday-March-16-2015-photo-Th.html\" name=\"_art_picture_\"><\/a><\/div>\n<p><span class=\"credit\">Foto: AP<\/span> <span class=\"caption\"> Der Pr\u00e4sident der Thai Frozen Foods Association, Dr. Poj Aramwattananont, auf einer Messe in Boston <\/span><\/div>\n<p id=\"p13\" class=\"prefix_1 text artContent\">Auch die Thai Union Manufacturing, ein Subunternehmen der gr\u00f6\u00dften thail\u00e4ndischen Seafood-Firma Thai Union Frozen Products, handelte mit Sklavenfisch. &#8220;Wir m\u00fcssen alle eingestehen, dass es schwierig sicherzustellen ist, dass die Lieferkette in der thail\u00e4ndischen Fischindustrie zu 100 Prozent sauber ist&#8221;, erkl\u00e4rte Thai-Union-Chef Thiraphong Chansiri in einer E-Mail.<\/p>\n<h2 class=\"prefix_1\">Leichen neben dem Fisch gelagert<\/h2>\n<p id=\"p15\" class=\"prefix_1 text artContent\">Nach der Ver\u00f6ffentlichung der ersten Erkenntnisse der AP-Recherche schickte das Unternehmen ein weiteres Statement hinterher. Darin hie\u00df es, man habe die Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu einem Zulieferer unverz\u00fcglich abgebrochen, nachdem man festgestellt habe, dass dieser mit Zwangsarbeit und anderen Verst\u00f6\u00dfen zu tun haben k\u00f6nnte. Welcher Zulieferer das ist, wurde nicht gesagt.<\/p>\n<div id=\"box3\" class=\"widget picture storyBodyLeftZoom    inline-element-138798991  alpha omega  grid_4 alpha omega disable-generate-links\">\n<div class=\"tsrImg\"><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798991\/In-this-Saturday-Nov-22-2014-photo-w.html\" name=\"_art_picture_\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\nDer Fisch wird auf ein Schiff verladen, das nach Thailand aufbricht\n\" src=\"http:\/\/img.welt.de\/img\/wirtschaft\/crop138798991\/3946604340-ci3x2s-w300-ai2x3l\/In-this-Saturday-Nov-22-2014-photo-w.jpg\" alt=\"\nDer Fisch wird auf ein Schiff verladen, das nach Thailand aufbricht\n\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><a class=\"overlay zoomout\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798991\/In-this-Saturday-Nov-22-2014-photo-w.html\" name=\"_art_picture_\"><\/a><\/div>\n<p><span class=\"credit\">Foto: AP<\/span> <span class=\"caption\"> Der Fisch wird auf ein Schiff verladen, das nach Thailand aufbricht <\/span><\/div>\n<p id=\"p16\" class=\"prefix_1 text artContent\">Die versklavten Fischer von Benjina hatten keine Ahnung, wohin ihr Fisch ging. Sie wussten nur, dass er zu wertvoll war, als dass sie ihn essen durften. Der verwahrloste Friedhof hat mehr als 60 Gr\u00e4ber, viele mit Gras \u00fcberwuchert. Auf den h\u00f6lzernen Markierungen sind die Namen der Sklaven und der Boote oft verf\u00e4lscht. Nur ihre Freunde wissen, wer dort tats\u00e4chlich seine letzte Ruhest\u00e4tte gefunden hat.<\/p>\n<p id=\"p17\" class=\"prefix_1 text artContent\">Fr\u00fcher h\u00e4tten die Aufpasser die Leichen einfach ins Meer geworfen und die Haie damit gef\u00fcttert, sagt der ehemalige Sklave Hla Phyo. Doch dann h\u00e4tten die Beh\u00f6rden und Firmen verlangt, dass jedes Besatzungsmitglied erfasst und wieder an Land zur\u00fcckgebracht werden m\u00fcsse. Daraufhin h\u00e4tten die Kapit\u00e4ne bis zur R\u00fcckkehr nach Benjina die Leichen einfach in den K\u00fchlr\u00e4umen neben dem Fisch gelagert.<\/p>\n<div id=\"box4\" class=\"widget picture storyBodyLeftZoom    inline-element-138798993  alpha omega  grid_4 alpha omega disable-generate-links\">\n<div class=\"tsrImg\"><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798993\/Kyaw-Naing.html\" name=\"_art_picture_\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\nKyaw Naing kommt aus Birma. Er will wieder nach Hause\n\" src=\"http:\/\/img.welt.de\/img\/wirtschaft\/crop138798993\/3836604549-ci3x2s-w300-ai2x3l\/Kyaw-Naing.jpg\" alt=\"\nKyaw Naing kommt aus Birma. Er will wieder nach Hause\n\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><a class=\"overlay zoomout\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article138798993\/Kyaw-Naing.html\" name=\"_art_picture_\"><\/a><\/div>\n<p><span class=\"credit\">Foto: AP<\/span> <span class=\"caption\"> Kyaw Naing kommt aus Birma. Er will wieder nach Hause <\/span><\/div>\n<p id=\"p18\" class=\"prefix_1 text artContent\">&#8220;Ich bekomme das Gef\u00fchl, dass ich f\u00fcr immer in Indonesien bleiben werde&#8221;, sagt Phyo und wischt sich eine Tr\u00e4ne aus den Augen. &#8220;Ich erinnere mich daran, dass ich mir beim Ausheben eines Grabes dachte, das ist das Einzige, was uns hier erwartet: der Tod.&#8221;<\/p>\n<p id=\"p19\" class=\"prefix_1 text artContent\"><em>Hinweis der Redaktion: Die Nachrichtenagentur AP hat die Internationale Organisation f\u00fcr Migration (IOM) \u00fcber die in der Geschichte erw\u00e4hnten M\u00e4nner informiert. Die Polizei hat sie daraufhin aus Benjina in Sicherheit gebracht. Doch Hunderte Sklaven sind weiterhin auf der Insel. Und in der vergangenen Woche befanden sich auch wieder f\u00fcnf von ihnen in dem K\u00e4fig.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Welt Online Artikel Wirtschaft Indonesien 26.03.15 Von Margie Mason, Martha Mendoza, Esther Htusan Wer sich nicht f\u00fcgt, wird eingesperrt: Viele M\u00e4nner, die f\u00fcr die Fischerei in Indonesien arbeiten, werden wie Sklaven gehalten. &#8220;Wir wollen alle endlich nach Hause&#8221;, sagt einer von ihnen. Quelle: N24 Die Sklaven aus Birma sitzen auf dem Boden und starren durch die rostigen St\u00e4be ihres K\u00e4figs \u2013 versteckt auf einer kleinen indonesischen Insel Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Nur ein paar Meter entfernt beladen Arbeiter Schiffe mit Fisch und Meeresfr\u00fcchten, die von den Sklaven gefangen wurden. Ziel der Ware: gro\u00dfe Superm\u00e4rkte, Restaurants und Zoohandlungen in den USA und Europa. Hier im Dorf Benjina, in der Umgebung und auf dem Meer in der Region werden Hunderte M\u00e4nner gefangen gehalten. Sie sind die Zeugen der uns\u00e4glichen Verbindung zwischen Firmen und L\u00e4ndern in der Seafood-Industrie. Foto: AP Die Fischer werden in K\u00e4figen eingesperrt Viele der Gefangenen, mit denen die Nachrichtenagentur AP sprach, stammen aus Birma, einem der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt. Sie wurden \u00fcber Thailand nach Indonesien gebracht. Der Fisch, den sie fangen, wird nach Thailand zur\u00fcckgebracht und kommt so auf den Weltmarkt. Ein Jahr lang hat die AP recherchiert, mehr als 40 gegenw\u00e4rtige und ehemalige Sklaven befragt und den Weg des von ihnen gefangenen Fisches verfolgt. Einige der Fischer riskierten ihr Leben, baten die Reporter um Hilfe. &#8220;Ich will nach Hause. Wir wollen das alle&#8221;, rief einer von ihnen von einem der Boote \u2013 und seine Mitgefangenen wiederholten den Ruf. &#8220;Unsere Eltern haben seit Langem nichts von uns geh\u00f6rt. Ich bin sicher, dass sie uns f\u00fcr tot halten.&#8221; Unternehmen weisen Schuld von sich Die gro\u00dfen Unternehmen, die von der AP in den USA identifiziert wurden, lehnten Interviews ab. In schriftlichen Erkl\u00e4rungen verurteilten sie jedoch Verst\u00f6\u00dfe gegen das Arbeitsrecht. Sie gaben an, mit Menschenrechtsorganisationen zusammenzuarbeiten. F\u00fcr die Verst\u00f6\u00dfe seien Subunternehmer verantwortlich. Die Sklaven berichten von Schichten zwischen 20 und 22 Stunden. Sie m\u00fcssten schmutziges Wasser trinken, w\u00fcrden getreten, geschlagen oder mit den Schw\u00e4nzen von giftigen Rochen maltr\u00e4tiert, wenn sie sich beschweren oder mal eine Pause einlegen. Bezahlt wird wenig bis nichts. 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Dort will man nichts mit den versklavten Fischern zu tun haben. &#8220;Wir f\u00fchren nur die Lieferungen aus, f\u00fcr die wir von unseren Kunden gemietet werden&#8221;, sagte Firmenchef Panya Luangsomboon. Die AP verfolgte das Schiff via Satellitenortung \u00fcber 15 Tage. Sein Ziel war Samut Sakhon in Thailand. Dort wurde die Ware in vier N\u00e4chten auf mehr als 150 Lastwagen verladen und in Fabriken in der Umgebung gebracht. Von dort gingen die Seafood-Waren an andere Unternehmen in Thailand und von dort unter anderem an gro\u00dfe amerikanische Firmen, wie aus US-Zollunterlagen hervorgeht. Die Gesch\u00e4ftsbeziehungen wurden zumindest zum Teil auf thail\u00e4ndischer Seite best\u00e4tigt. Zu Fragen \u00fcber die Arbeitsbedingungen wollte man sich nicht \u00e4u\u00dferen. Foto: AP Der Pr\u00e4sident der Thai Frozen Foods Association, Dr. Poj Aramwattananont, auf einer Messe in Boston Auch die Thai Union Manufacturing, ein Subunternehmen der gr\u00f6\u00dften thail\u00e4ndischen Seafood-Firma Thai Union Frozen Products, handelte mit Sklavenfisch. &#8220;Wir m\u00fcssen alle eingestehen, dass es schwierig sicherzustellen ist, dass die Lieferkette in der thail\u00e4ndischen Fischindustrie zu 100 Prozent sauber ist&#8221;, erkl\u00e4rte Thai-Union-Chef Thiraphong Chansiri in einer E-Mail. Leichen neben dem Fisch gelagert Nach der Ver\u00f6ffentlichung der ersten Erkenntnisse der AP-Recherche schickte das Unternehmen ein weiteres Statement hinterher. Darin hie\u00df es, man habe die Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu einem Zulieferer unverz\u00fcglich abgebrochen, nachdem man festgestellt habe, dass dieser mit Zwangsarbeit und anderen Verst\u00f6\u00dfen zu tun haben k\u00f6nnte. Welcher Zulieferer das ist, wurde nicht gesagt. Foto: AP Der Fisch wird auf ein Schiff verladen, das nach Thailand aufbricht Die versklavten Fischer von Benjina hatten keine Ahnung, wohin ihr Fisch ging. Sie wussten nur, dass er zu wertvoll war, als dass sie ihn essen durften. Der verwahrloste Friedhof hat mehr als 60 Gr\u00e4ber, viele mit Gras \u00fcberwuchert. Auf den h\u00f6lzernen Markierungen sind die Namen der Sklaven und der Boote oft verf\u00e4lscht. Nur ihre Freunde wissen, wer dort tats\u00e4chlich seine letzte Ruhest\u00e4tte gefunden hat. Fr\u00fcher h\u00e4tten die Aufpasser die Leichen einfach ins Meer geworfen und die Haie damit gef\u00fcttert, sagt der ehemalige Sklave Hla Phyo. Doch dann h\u00e4tten die Beh\u00f6rden und Firmen verlangt, dass jedes Besatzungsmitglied erfasst und wieder an Land zur\u00fcckgebracht werden m\u00fcsse. Daraufhin h\u00e4tten die Kapit\u00e4ne bis zur R\u00fcckkehr nach Benjina die Leichen einfach in den K\u00fchlr\u00e4umen neben dem Fisch gelagert. Foto: AP Kyaw Naing kommt aus Birma. Er will wieder nach Hause &#8220;Ich bekomme das Gef\u00fchl, dass ich f\u00fcr immer in Indonesien bleiben werde&#8221;, sagt Phyo und wischt sich eine Tr\u00e4ne aus den Augen. &#8220;Ich erinnere mich daran, dass ich mir beim Ausheben eines Grabes dachte, das ist das Einzige, was uns hier erwartet: der Tod.&#8221; Hinweis der Redaktion: Die Nachrichtenagentur AP hat die Internationale Organisation f\u00fcr Migration (IOM) \u00fcber die in der Geschichte erw\u00e4hnten M\u00e4nner informiert. Die Polizei hat sie daraufhin aus Benjina in Sicherheit gebracht. Doch Hunderte Sklaven sind weiterhin auf der Insel. 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