{"id":15523,"date":"2015-03-30T14:10:30","date_gmt":"2015-03-30T12:10:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=15523"},"modified":"2015-03-31T06:35:30","modified_gmt":"2015-03-31T04:35:30","slug":"massentierhaltung-welcher-art-auch-immer-wird-den-beduerfnissen-von-huehnern-in-keinster-weise-gerecht-huehner","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2015\/03\/massentierhaltung-welcher-art-auch-immer-wird-den-beduerfnissen-von-huehnern-in-keinster-weise-gerecht-huehner\/","title":{"rendered":"Massentierhaltung welcher Art auch immer, wird den Bed\u00fcrfnissen von H\u00fchnern in keinster Weise gerecht&#8230;"},"content":{"rendered":"<section class=\"row row-4\">\n<section class=\"column column-1 grid-left-0 grid-width-18\">\n<div id=\"block-18\" class=\"block block-type-content block-fluid-height block-mirrored block-mirroring-bf053b1cad7b8e17 block-original-bf053bc1e7dd270f\" data-alias=\"Inhalt Single\">\n<div class=\"block-content\">\n<div class=\"loop\">\n<article id=\"post-19796\" class=\"post-19796 page type-page status-publish has-post-thumbnail hentry category-huehner category-mt author-mahi-ass2 \">\n<header>\n<h1 class=\"entry-title\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/albert-w3.albertschweitzer1.netdna-cdn.com\/as\/uploads\/albert-schweitzer-stiftung-logo.png\" alt=\"Albert Schweitzer Stiftung f\u00fcr unsere Mitwelt\" \/><\/h1>\n<h1 class=\"entry-title\">Legehennen<\/h1>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21227\" title=\"Legehennen im Gras \u00a9 Leonsbox - iStock\" src=\"http:\/\/albert-w3.albertschweitzer1.netdna-cdn.com\/as\/uploads\/huehner-gras_Leonsbox-i-300x181.jpg\" alt=\"Legehennen im Gras\" width=\"300\" height=\"181\" \/>Legehennen sind neugierige, lernf\u00e4hige und intelligente V\u00f6gel, die bevorzugt in Gruppen von 5 bis 20 Hennen und einem Hahn leben. In Freiheit verbringen sie viel Zeit mit dem Erkunden der Umgebung und dem Aufsp\u00fcren ihrer vielf\u00e4ltigen Nahrung, die von Insekten und W\u00fcrmern bis hin zu Samen oder Fr\u00fcchten reicht. Dabei bewegt sich die Gruppe in einem festen Revier, das durch den leitenden Hahn vor Artgenossen anderer Gruppen verteidigt wird. W\u00e4hrend der Brut- und Aufzuchtphase sondern sich die Hennen vom Rest der Gruppe ab, um an gesch\u00fctzter Stelle ein Nest zu bauen, ihre Eier auszubr\u00fcten und den geschl\u00fcpften Nachwuchs gro\u00dfzuziehen. Werden die M\u00fctter und ihr Nachwuchs einmal getrennt, sto\u00dfen beide spezielle Rufe aus, bis sie sich wieder gefunden haben. In der heutigen Legehennenhaltung hat das Eierlegen nichts mehr mit der Fortpflanzung von H\u00fchnern zu tun, sondern allein mit der massenhaften Produktion von Eiern f\u00fcr den Nahrungsmittelmarkt.<\/p>\n<h2>Legehennen-Haltungsformen<\/h2>\n<p>In Deutschland werden derzeit <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/Wirtschaftsbereiche\/LandForstwirtschaftFischerei\/TiereundtierischeErzeugung\/Tabellen\/BetriebeHennenhaltungsplaetzeHaltungsformen.html\" target=\"_blank\">\u00fcber 38 Millionen H\u00fchner<\/a>* zum Zweck der Eierproduktion gehalten. Die Haltungsformen der sogenannten Legehennen haben in den letzten Jahren einen Strukturwandel durchlaufen<\/p>\n<h3>K\u00e4fighaltung<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21228\" title=\"Legehenne in Kleingruppenhaltung \u00a9 SOKO Tierschutz\" src=\"http:\/\/albert-w3.albertschweitzer1.netdna-cdn.com\/as\/uploads\/d-300x200.jpg\" alt=\"Legehenne in Kleingruppenhaltung\" width=\"300\" height=\"200\" \/>Seit dem 1. Januar 2010 ist es in Deutschland verboten, die Hennen in konventionellen K\u00e4figen (Legebatterien) zu halten \u2013 legal sind seitdem allein noch die ausgestalteten K\u00e4fige nach EU-Norm, die in Deutschland kaum eine nennenswerte Rolle spielen, sowie das Nachfolgemodell der konventionellen K\u00e4fige, die sogenannten Kleingruppenk\u00e4fige (oft auch als Kleinvoli\u00e8ren bezeichnet). Auch diese K\u00e4figformen sollen in naher Zukunft <a href=\"http:\/\/landundforst.agrarheute.com\/kleingruppenhaltung-legehennen-500092?suchbegriff2=kleingruppen%20legehennen\" target=\"_blank\">abgeschafft<\/a> und durch alternative Haltungsformen ersetzt werden \u2013 ausgestaltete EU-K\u00e4fige sind noch bis 2020, Kleingruppenk\u00e4fige bis 2025 erlaubt. In K\u00e4fighaltung leben heute nur noch <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/Wirtschaftsbereiche\/LandForstwirtschaftFischerei\/TiereundtierischeErzeugung\/Tabellen\/BetriebeHennenhaltungsplaetzeHaltungsformen.html\" target=\"_blank\">etwa 13 %<\/a> aller Legehennen. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil der K\u00e4fighennen wird in Betrieben mit <a href=\"http:\/\/berichte.bmelv-statistik.de\/SJT-3102000-0000.pdf\" target=\"_blank\">mindestens 200.000 Hennen<\/a> gehalten.<\/p>\n<p>Die Bedingungen in den Kleingruppenk\u00e4figen \u00e4hneln denen der konventionellen K\u00e4fighaltung stark: W\u00e4hrend einem Huhn in der Legebatterie <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:1999:203:0053:0057:DE:PDF\" target=\"_blank\">550 cm\u00b2<\/a> (= weniger als ein DIN A4 Blatt) Platz zur Verf\u00fcgung standen, hat sich das Platzangebot pro Tier in der Kleingruppenhaltung unwesentlich auf <a href=\"http:\/\/www.mugv.brandenburg.de\/v\/lbsvet\/TEILD\/D1_4_2.PDF\" target=\"_blank\">800 cm\u00b2<\/a> (= ein DIN A4 Blatt plus f\u00fcnf EC-Karten) pro Tier vergr\u00f6\u00dfert. In den Kleingruppen-K\u00e4figen leben Legehennen bei einer nutzbaren Stallgesamtgrundfl\u00e4che von 2,5 m\u00b2 in <a href=\"http:\/\/edoc.ub.uni-muenchen.de\/7490\/1\/Hergt_Franziska.pdf\" target=\"_blank\">Gruppen von bis zu 60 Hennen<\/a> und nach wie vor in gro\u00dfer Enge. Anders als die alten Legebatteriek\u00e4fige, enthalten die in mindestens drei Etagen \u00fcbereinander angeordneten neuen K\u00e4fige verschiedene Funktionsbereiche mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu. Trotzdem bleiben den Tieren viele Grundbed\u00fcrfnisse weitgehend unerf\u00fcllt, da die Angebote bei der herrschenden Enge nicht im Sinne eines artgerechten Verhaltens genutzt werden k\u00f6nnen (s. u).<\/p>\n<h3>Bodenhaltung<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21229\" title=\"Legehennen in Bodenhaltung \u00a9 www.tierschutzbilder.de\" src=\"http:\/\/albert-w3.albertschweitzer1.netdna-cdn.com\/as\/uploads\/bl_f_nr-001-300x200.jpg\" alt=\"Legehennen in einem Bodenhaltungs-Stall\" width=\"300\" height=\"200\" \/>Etwa 64 % der Legehennen \u2013 und damit der bei weitem gr\u00f6\u00dfte Teil \u2012 leben heute in Bodenhaltung. In der klassischen Form der Bodenhaltung werden die Hennen in gro\u00dfen Hallen in <a href=\"http:\/\/www.mugv.brandenburg.de\/v\/lbsvet\/TEILD\/D1_4_2.PDF\" target=\"_blank\">Gruppen von bis zu 6.000 Tieren<\/a> und bei einem Platzangebot von 9 Hennen pro m\u00b2 (bzw. <a href=\"http:\/\/edoc.ub.uni-muenchen.de\/7490\/1\/Hergt_Franziska.pdf\" target=\"_blank\">1.111 cm\u00b2 je Huhn<\/a>) gehalten. Wie bei den K\u00e4fighennen findet sich auch der gr\u00f6\u00dfte Anteil der Bodenhaltungshennen in Betrieben mit <a href=\"http:\/\/berichte.bmelv-statistik.de\/SJT-3102000-0000.pdf\" target=\"_blank\">mindestens 200.000 Legehennen<\/a>. In Bodenhaltung sind die Hallen lediglich zu einem Drittel der begehbaren Gesamtfl\u00e4che mit Einstreu ausgestattet. Der Rest des Bodens besteht aus Gittern aus Holz oder Plastik an denen sich die Tiere schmerzhafte Verletzungen zuziehen k\u00f6nnen, wenn sie ung\u00fcnstig konstruiert wurden (z. B. mit mangelhafter Auftrittsbreite). \u00dcber den Gittern sind Sitzstangen, Nester (mit B\u00f6den aus Gummi- oder Kunstrasen) sowie Trink- und Fressvorrichtungen angebracht.<\/p>\n<h3>Freiland- und Biohaltung<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21230\" title=\"Legehennen in Freilandhaltung \u00a9 www.tierschutzbilder.de\" src=\"http:\/\/albert-w3.albertschweitzer1.netdna-cdn.com\/as\/uploads\/fh-f-nr209kh-300x199.jpg\" alt=\"Freiland-Legehennen\" width=\"300\" height=\"199\" \/>Knapp <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/Wirtschaftsbereiche\/LandForstwirtschaftFischerei\/TiereundtierischeErzeugung\/Tabellen\/BetriebeHennenhaltungsplaetzeHaltungsformen.html\" target=\"_blank\">15 %<\/a> der Legehennen leben in Freilandhaltung und weitere rund 8 % in \u00f6kologischer Erzeugung. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil dieser Hennen wird in Betrieben mit <a href=\"http:\/\/berichte.bmelv-statistik.de\/SJT-3102000-0000.pdf\" target=\"_blank\">bis zu 30.000 Tieren<\/a> gehalten. In der Freilandhaltung sind die Hennen im Stall denselben Bedingungen ausgesetzt wie in der Bodenhaltung. Allerdings wird ihnen tags\u00fcber Zugang zu einem Auslauf im Freien zugestanden \u2013 dieser umfasst <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2007:132:0005:0020:DE:PDF\" target=\"_blank\">4 m\u00b2 pro Tier<\/a>, ist im Idealfall \u00fcberwiegend bewachsen und verf\u00fcgt ebenfalls im Idealfall \u00fcber Unterschlupfm\u00f6glichkeiten wie Unterst\u00e4nde oder B\u00fcsche (als Schutz z. B. vor Raubtieren). Fehlen solche Unterschlupfm\u00f6glichkeiten, so wird der Auslauf von den Tieren kaum ausgenutzt. Stattdessen dr\u00e4ngen sie sich auf einer kleinen Fl\u00e4che, bevorzugt im stallnahen Bereich, zusammen. Die biologische Erzeugung unterscheidet sich von der Freilandhaltung bez\u00fcglich der Haltungsvorschriften lediglich darin, dass die Tiere dort in etwas geringeren Besatzdichten (<a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:1999:222:0001:0028:DE:PDF\" target=\"_blank\">6 statt 9 Tiere pro m\u00b2<\/a>) und geringeren Gruppengr\u00f6\u00dfen (maximal 3.000 statt 6.000 Tiere pro Gruppe) gehalten werden, was aber nur begrenzte Vorteile f\u00fcr die Tiere bewirkt, da auch diese Bedingungen der nat\u00fcrlichen Lebensweise von H\u00fchnern nicht nahe kommen.<\/p>\n<h2>Gemeinsamkeiten der Haltungsformen<\/h2>\n<p>Aufgrund verschiedener Faktoren der Haltung (v. a. hohe Besatzdichten und Gruppengr\u00f6\u00dfen) sind die Legehennen aller Haltungsformen \u2013 insbesondere jedoch der alternativen Haltungssysteme \u2013 h\u00e4ufig von Verhaltensst\u00f6rungen wie Federpicken und Kannibalismus betroffen, was regelm\u00e4\u00dfig mit schweren Verletzungen einhergeht. Als Gegenma\u00dfnahme werden den Hennen im K\u00fckenalter routinem\u00e4\u00dfig und ohne Bet\u00e4ubung die Schn\u00e4bel gek\u00fcrzt, was mit akuten und teilweise auch chronischen Schmerzen verbunden ist (s. u.). Einzig in der Biohaltung ist dieser Eingriff verboten.<\/p>\n<p>Gemeinsam ist den Legehennen aller Haltungssysteme, dass sie dort ausschlie\u00dflich dazu dienen, durchweg und in hohen Mengen Eier zu legen. W\u00e4hrend die Hennen ihrer Vorfahren, die in S\u00fcdostasien lebenden Bankivah\u00fchner, lediglich bis zu vier Mal j\u00e4hrlich ein Gelege von 5\u201310 Eiern (bzw. bis zu 40 Eier im Jahr) hervorbringen, sind die heute genutzten Hochleistungshennen dazu gezwungen, <a title=\"Destatis - Tiere und tierische Erzeugung\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/Wirtschaftsbereiche\/LandForstwirtschaftFischerei\/TiereundtierischeErzeugung\/Tabellen\/LegehennenEier.html\" target=\"_blank\">rund 300 Eier im Jahr<\/a> zu legen \u2013 und das ohne Unterbrechung. Diese hohe und von den Jahreszeiten unabh\u00e4ngige Legeleistung wird erreicht durch das Zusammenspiel von k\u00fcnstlichen Beleuchtungsprogrammen und der extremen \u00dcberz\u00fcchtung der Tiere.<\/p>\n<p>Zur Eierproduktion wurden spezielle sogenannte Hybriden herangez\u00fcchtet, bei denen Merkmale wie eine hohe Legeleistung und ein hohes Eigewicht (zuungunsten anderer Merkmale) vorangetrieben wurden. Diese Legehybriden werden in Deutschland unter rein sachlichen Bezeichnungen wie \u00bb<a href=\"http:\/\/www.ltz.de\/produkte\/Legehennen\/LOHMANN-LSL-CLASSIC\/\" target=\"_blank\">Lohmann LSL Classic<\/a>\u00ab (f\u00fcr wei\u00dfe Eier) und \u00bbLohmann Brown Classic\u00ab (f\u00fcr braune Eier) vom Zuchtunternehmen \u00bbLohmann Tierzucht\u00ab verkauft. Auch in den alternativen Haltungsformen werden diese Hybriden eingesetzt. Aufgrund der permanenten Legebelastung leiden Legehennen oft unter schwerwiegenden Krankheiten, die zum fr\u00fchzeitigen Tod der Tiere f\u00fchren k\u00f6nnen. Ein langes Leben ist den Hennen aber ohnehin nicht verg\u00f6nnt. Sobald ihre Legeleistung nach etwa 12-15 Monaten nachl\u00e4sst, werden sie geschlachtet.<\/p>\n<p>Eine weitere Schattenseite der einseitigen, vielen Verbrauchern unbekannten Zucht auf Legeleistung, ist die T\u00f6tung der m\u00e4nnlichen Legehybrid-H\u00fchner: Da diese Tiere weder Eier legen k\u00f6nnen, noch das schnelle Wachstum der <a href=\"http:\/\/albert-schweitzer-stiftung.de\/massentierhaltung\/masthuehner\" target=\"_blank\">Mastrassen<\/a> aufweisen, sind sie aus \u00f6konomischer Sicht wertlos. Noch am Tag des Schl\u00fcpfens werden die m\u00e4nnlichen K\u00fcken bei lebendigem Leib mit einem Homogenisator (einer Maschine mit rotierenden Messern) <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:303:0001:0030:DE:PDF\" target=\"_blank\">zerst\u00fcckelt<\/a> oder mit Kohlendioxid (CO2) vergast, wobei sie einen mindestens 60 Sekunden langen Erstickungstod sterben. So ergeht es allein in Deutschland j\u00e4hrlich <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/Wirtschaftsbereiche\/LandForstwirtschaftFischerei\/TiereundtierischeErzeugung\/Tabellen\/GeschluepfteKueken.html;jsessionid=B4284F406F9F708C302913109E97AE70.cae1\" target=\"_blank\">44,2 Millionen K\u00fcken<\/a>.** Die einzelnen Bundesl\u00e4nder gehen mit dieser Problematik sehr unterschiedlich um. W\u00e4hrend in den meisten F\u00e4llen noch keine (ausreichende) Auseinandersetzung mit der Praxis erfolgt ist, hat das Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen im September 2013 das K\u00fckent\u00f6ten per Erlass untersagt. Welche Auswirkung dieser Beschluss hat, ist <a title=\"Albert Schweitzer Stiftung - Verbot K\u00fckent\u00f6ten NRW\" href=\"http:\/\/albert-schweitzer-stiftung.de\/aktuell\/verbot-kuekentoeten-nrw\" target=\"_blank\">derzeit allerdings noch nicht abzusehen<\/a>. Auch <a title=\"Pressemitteilung Hessen - T\u00f6tung m\u00e4nnlicher Eintagsk\u00fcken\" href=\"https:\/\/www.hessen.de\/presse\/pressemitteilung\/hessen-untersagt-die-toetung-maennlicher-eintagskueken-0\" target=\"_blank\">Hessen hat ein Jahr sp\u00e4ter<\/a> das T\u00f6ten der m\u00e4nnlichen K\u00fcken untersagt. Die Untersagung greift erst, sobald die Geschlechtsfr\u00fcherkennung im Ei am Markt verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n<p>* Dieser Wert bezieht sich lediglich auf die Hennen von einem \u00bd Jahr und \u00e4lter \u2013 hinzu kommen noch 15,6 Millionen K\u00fcken und Junghennen bis unter \u00bd Jahr.<\/p>\n<p>** Die Anzahl der get\u00f6teten m\u00e4nnlichen K\u00fcken wird statistisch nicht erfasst, da jedoch davon \u00a0ausgegangen werden kann, dass auf je ein geschl\u00fcpftes weibliches K\u00fcken ein m\u00e4nnliches K\u00fcken kommt, l\u00e4sst sich der Wert aus der Anzahl der geschl\u00fcpften \u00bbGebrauchslegek\u00fcken\u00ab ableiten. Zu dem hier genannten Wert kommen noch alle zu sp\u00e4t geschl\u00fcpften und schlupfunf\u00e4higen K\u00fcken hinzu.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Legehennen Legehennen sind neugierige, lernf\u00e4hige und intelligente V\u00f6gel, die bevorzugt in Gruppen von 5 bis 20 Hennen und einem Hahn leben. In Freiheit verbringen sie viel Zeit mit dem Erkunden der Umgebung und dem Aufsp\u00fcren ihrer vielf\u00e4ltigen Nahrung, die von Insekten und W\u00fcrmern bis hin zu Samen oder Fr\u00fcchten reicht. Dabei bewegt sich die Gruppe in einem festen Revier, das durch den leitenden Hahn vor Artgenossen anderer Gruppen verteidigt wird. W\u00e4hrend der Brut- und Aufzuchtphase sondern sich die Hennen vom Rest der Gruppe ab, um an gesch\u00fctzter Stelle ein Nest zu bauen, ihre Eier auszubr\u00fcten und den geschl\u00fcpften Nachwuchs gro\u00dfzuziehen. Werden die M\u00fctter und ihr Nachwuchs einmal getrennt, sto\u00dfen beide spezielle Rufe aus, bis sie sich wieder gefunden haben. In der heutigen Legehennenhaltung hat das Eierlegen nichts mehr mit der Fortpflanzung von H\u00fchnern zu tun, sondern allein mit der massenhaften Produktion von Eiern f\u00fcr den Nahrungsmittelmarkt. Legehennen-Haltungsformen In Deutschland werden derzeit \u00fcber 38 Millionen H\u00fchner* zum Zweck der Eierproduktion gehalten. Die Haltungsformen der sogenannten Legehennen haben in den letzten Jahren einen Strukturwandel durchlaufen K\u00e4fighaltung Seit dem 1. Januar 2010 ist es in Deutschland verboten, die Hennen in konventionellen K\u00e4figen (Legebatterien) zu halten \u2013 legal sind seitdem allein noch die ausgestalteten K\u00e4fige nach EU-Norm, die in Deutschland kaum eine nennenswerte Rolle spielen, sowie das Nachfolgemodell der konventionellen K\u00e4fige, die sogenannten Kleingruppenk\u00e4fige (oft auch als Kleinvoli\u00e8ren bezeichnet). Auch diese K\u00e4figformen sollen in naher Zukunft abgeschafft und durch alternative Haltungsformen ersetzt werden \u2013 ausgestaltete EU-K\u00e4fige sind noch bis 2020, Kleingruppenk\u00e4fige bis 2025 erlaubt. In K\u00e4fighaltung leben heute nur noch etwa 13 % aller Legehennen. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil der K\u00e4fighennen wird in Betrieben mit mindestens 200.000 Hennen gehalten. Die Bedingungen in den Kleingruppenk\u00e4figen \u00e4hneln denen der konventionellen K\u00e4fighaltung stark: W\u00e4hrend einem Huhn in der Legebatterie 550 cm\u00b2 (= weniger als ein DIN A4 Blatt) Platz zur Verf\u00fcgung standen, hat sich das Platzangebot pro Tier in der Kleingruppenhaltung unwesentlich auf 800 cm\u00b2 (= ein DIN A4 Blatt plus f\u00fcnf EC-Karten) pro Tier vergr\u00f6\u00dfert. In den Kleingruppen-K\u00e4figen leben Legehennen bei einer nutzbaren Stallgesamtgrundfl\u00e4che von 2,5 m\u00b2 in Gruppen von bis zu 60 Hennen und nach wie vor in gro\u00dfer Enge. Anders als die alten Legebatteriek\u00e4fige, enthalten die in mindestens drei Etagen \u00fcbereinander angeordneten neuen K\u00e4fige verschiedene Funktionsbereiche mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu. Trotzdem bleiben den Tieren viele Grundbed\u00fcrfnisse weitgehend unerf\u00fcllt, da die Angebote bei der herrschenden Enge nicht im Sinne eines artgerechten Verhaltens genutzt werden k\u00f6nnen (s. u). Bodenhaltung Etwa 64 % der Legehennen \u2013 und damit der bei weitem gr\u00f6\u00dfte Teil \u2012 leben heute in Bodenhaltung. In der klassischen Form der Bodenhaltung werden die Hennen in gro\u00dfen Hallen in Gruppen von bis zu 6.000 Tieren und bei einem Platzangebot von 9 Hennen pro m\u00b2 (bzw. 1.111 cm\u00b2 je Huhn) gehalten. Wie bei den K\u00e4fighennen findet sich auch der gr\u00f6\u00dfte Anteil der Bodenhaltungshennen in Betrieben mit mindestens 200.000 Legehennen. In Bodenhaltung sind die Hallen lediglich zu einem Drittel der begehbaren Gesamtfl\u00e4che mit Einstreu ausgestattet. Der Rest des Bodens besteht aus Gittern aus Holz oder Plastik an denen sich die Tiere schmerzhafte Verletzungen zuziehen k\u00f6nnen, wenn sie ung\u00fcnstig konstruiert wurden (z. B. mit mangelhafter Auftrittsbreite). \u00dcber den Gittern sind Sitzstangen, Nester (mit B\u00f6den aus Gummi- oder Kunstrasen) sowie Trink- und Fressvorrichtungen angebracht. Freiland- und Biohaltung Knapp 15 % der Legehennen leben in Freilandhaltung und weitere rund 8 % in \u00f6kologischer Erzeugung. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil dieser Hennen wird in Betrieben mit bis zu 30.000 Tieren gehalten. In der Freilandhaltung sind die Hennen im Stall denselben Bedingungen ausgesetzt wie in der Bodenhaltung. Allerdings wird ihnen tags\u00fcber Zugang zu einem Auslauf im Freien zugestanden \u2013 dieser umfasst 4 m\u00b2 pro Tier, ist im Idealfall \u00fcberwiegend bewachsen und verf\u00fcgt ebenfalls im Idealfall \u00fcber Unterschlupfm\u00f6glichkeiten wie Unterst\u00e4nde oder B\u00fcsche (als Schutz z. B. vor Raubtieren). Fehlen solche Unterschlupfm\u00f6glichkeiten, so wird der Auslauf von den Tieren kaum ausgenutzt. Stattdessen dr\u00e4ngen sie sich auf einer kleinen Fl\u00e4che, bevorzugt im stallnahen Bereich, zusammen. Die biologische Erzeugung unterscheidet sich von der Freilandhaltung bez\u00fcglich der Haltungsvorschriften lediglich darin, dass die Tiere dort in etwas geringeren Besatzdichten (6 statt 9 Tiere pro m\u00b2) und geringeren Gruppengr\u00f6\u00dfen (maximal 3.000 statt 6.000 Tiere pro Gruppe) gehalten werden, was aber nur begrenzte Vorteile f\u00fcr die Tiere bewirkt, da auch diese Bedingungen der nat\u00fcrlichen Lebensweise von H\u00fchnern nicht nahe kommen. Gemeinsamkeiten der Haltungsformen Aufgrund verschiedener Faktoren der Haltung (v. a. hohe Besatzdichten und Gruppengr\u00f6\u00dfen) sind die Legehennen aller Haltungsformen \u2013 insbesondere jedoch der alternativen Haltungssysteme \u2013 h\u00e4ufig von Verhaltensst\u00f6rungen wie Federpicken und Kannibalismus betroffen, was regelm\u00e4\u00dfig mit schweren Verletzungen einhergeht. Als Gegenma\u00dfnahme werden den Hennen im K\u00fckenalter routinem\u00e4\u00dfig und ohne Bet\u00e4ubung die Schn\u00e4bel gek\u00fcrzt, was mit akuten und teilweise auch chronischen Schmerzen verbunden ist (s. u.). Einzig in der Biohaltung ist dieser Eingriff verboten. Gemeinsam ist den Legehennen aller Haltungssysteme, dass sie dort ausschlie\u00dflich dazu dienen, durchweg und in hohen Mengen Eier zu legen. W\u00e4hrend die Hennen ihrer Vorfahren, die in S\u00fcdostasien lebenden Bankivah\u00fchner, lediglich bis zu vier Mal j\u00e4hrlich ein Gelege von 5\u201310 Eiern (bzw. bis zu 40 Eier im Jahr) hervorbringen, sind die heute genutzten Hochleistungshennen dazu gezwungen, rund 300 Eier im Jahr zu legen \u2013 und das ohne Unterbrechung. Diese hohe und von den Jahreszeiten unabh\u00e4ngige Legeleistung wird erreicht durch das Zusammenspiel von k\u00fcnstlichen Beleuchtungsprogrammen und der extremen \u00dcberz\u00fcchtung der Tiere. Zur Eierproduktion wurden spezielle sogenannte Hybriden herangez\u00fcchtet, bei denen Merkmale wie eine hohe Legeleistung und ein hohes Eigewicht (zuungunsten anderer Merkmale) vorangetrieben wurden. Diese Legehybriden werden in Deutschland unter rein sachlichen Bezeichnungen wie \u00bbLohmann LSL Classic\u00ab (f\u00fcr wei\u00dfe Eier) und \u00bbLohmann Brown Classic\u00ab (f\u00fcr braune Eier) vom Zuchtunternehmen \u00bbLohmann Tierzucht\u00ab verkauft. Auch in den alternativen Haltungsformen werden diese Hybriden eingesetzt. Aufgrund der permanenten Legebelastung leiden Legehennen oft unter schwerwiegenden Krankheiten, die zum fr\u00fchzeitigen Tod der Tiere f\u00fchren k\u00f6nnen. Ein langes Leben ist den Hennen aber ohnehin nicht verg\u00f6nnt. Sobald ihre Legeleistung nach etwa 12-15 Monaten nachl\u00e4sst, werden sie geschlachtet. Eine weitere Schattenseite der einseitigen, vielen Verbrauchern unbekannten Zucht auf Legeleistung, ist die T\u00f6tung der m\u00e4nnlichen Legehybrid-H\u00fchner: Da diese Tiere weder Eier legen k\u00f6nnen, noch das schnelle Wachstum der Mastrassen aufweisen, sind sie aus \u00f6konomischer Sicht wertlos. Noch am Tag des Schl\u00fcpfens werden die m\u00e4nnlichen K\u00fcken bei lebendigem Leib mit einem Homogenisator (einer Maschine mit rotierenden Messern) zerst\u00fcckelt oder mit Kohlendioxid (CO2) vergast, wobei sie einen mindestens 60 Sekunden langen Erstickungstod sterben. So ergeht es allein in Deutschland j\u00e4hrlich 44,2 Millionen K\u00fcken.** Die einzelnen Bundesl\u00e4nder gehen mit dieser Problematik sehr unterschiedlich um. W\u00e4hrend in den meisten F\u00e4llen noch keine (ausreichende) Auseinandersetzung mit der Praxis erfolgt ist, hat das Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen im September 2013 das K\u00fckent\u00f6ten per Erlass untersagt. Welche Auswirkung dieser Beschluss hat, ist derzeit allerdings noch nicht abzusehen. Auch Hessen hat ein Jahr sp\u00e4ter das T\u00f6ten der m\u00e4nnlichen K\u00fcken untersagt. Die Untersagung greift erst, sobald die Geschlechtsfr\u00fcherkennung im Ei am Markt verf\u00fcgbar ist. * Dieser Wert bezieht sich lediglich auf die Hennen von einem \u00bd Jahr und \u00e4lter \u2013 hinzu kommen noch 15,6 Millionen K\u00fcken und Junghennen bis unter \u00bd Jahr. ** Die Anzahl der get\u00f6teten m\u00e4nnlichen K\u00fcken wird statistisch nicht erfasst, da jedoch davon \u00a0ausgegangen werden kann, dass auf je ein geschl\u00fcpftes weibliches K\u00fcken ein m\u00e4nnliches K\u00fcken kommt, l\u00e4sst sich der Wert aus der Anzahl der geschl\u00fcpften \u00bbGebrauchslegek\u00fcken\u00ab ableiten. Zu dem hier genannten Wert kommen noch alle zu sp\u00e4t geschl\u00fcpften und schlupfunf\u00e4higen K\u00fcken hinzu.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[69,42,40,71,51,64],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15523"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15523"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15526,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15523\/revisions\/15526"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}