{"id":1554,"date":"2009-04-03T06:02:29","date_gmt":"2009-04-03T04:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=1554"},"modified":"2009-04-03T06:03:42","modified_gmt":"2009-04-03T04:03:42","slug":"eierschalen-am-wegesrand-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2009\/04\/eierschalen-am-wegesrand-2\/","title":{"rendered":"Eierschalen am Wegesrand"},"content":{"rendered":"<p>Es war mein zweites Osterfest in der Eifel. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich am Ostersonntagmorgen Schokoladeneier im Garten suchen d\u00c3\u00bcrfen. Was f\u00c3\u00bcr ein Abenteuer. Es war ein gro\u00c3\u0178er, aber ein zum \u00c3\u00bcberwiegenden Teil Nutzgarten, den meine Mutter n\u00c3\u00b6tig brauchte, um unser \u00c3\u0153berleben nach der Flucht aus der DDR zu sichern. Auch meinen schon vor Ostern aus Missgunst  angebissenen und so gesch\u00c3\u00a4ndeten gro\u00c3\u0178en Schokohasen fand ich in einem der Nester.<br \/>\nViele Nester waren es jedoch nicht, die mein Vater im Garten verteilt hatte und sehr viele Schokoladeneier waren auch nicht drin, daf\u00c3\u00bcr umso mehr von den kleineren oder gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren knallbunten preiswerteren viel zu s\u00c3\u00bc\u00c3\u0178en Zuckereiern. <!--more-->Egal, so ein tolles Ostern hatte ich noch nicht erlebt. Die Sonne schien schon richtig warm, so dass meine Mutter mich nur knapp davon abhalten konnte mit Kniestr\u00c3\u00bcmpfen nach drau\u00c3\u0178en in den Garten zu rennen. Ich fand an diesem Morgen einfach alles Klasse. Ich hatte keine Abreibung bekommen, wegen des  angefressenen Osterhasen, den ich meiner f\u00c3\u00bcnf Jahre j\u00c3\u00bcngeren Nichte nicht geg\u00c3\u00b6nnt hatte aber der wie sich dann herausstellte gar nicht f\u00c3\u00bcr sie bestimmt war. Was konnte mir schon noch gro\u00c3\u0178 passieren? Mich packte der \u00c3\u0153bermut. Ich wollte anderen auch etwas Gutes tun, selbst auch Ostereier verstecken. Meine Zucker und Schokoeier  allerdings wollte ich dazu nicht opfern. Also nahm ich unsere inzwischen leeren wei\u00c3\u0178en Fr\u00c3\u00bchst\u00c3\u00bcckseier mit den abgeschlagenen K\u00c3\u00b6pfen und drapierte sie wie zuf\u00c3\u00a4llig unserem Haus gegen\u00c3\u00bcber am Wegesrand dicht an der Mauer zum Pfarrersgarten. Dann legte ich mich auf die Lauer. Ich stellte mir in meiner Phantasie vor, wie vorbeigehende Dorfbewohner sich erstaunt b\u00c3\u00bccken w\u00c3\u00bcrden nach den wei\u00c3\u0178en Eiern, sie dann hochnehmen um verbl\u00c3\u00bcfft festzustellen dass sie statt einem unversehrten, ein leeres Ei in der Hand hielten. Wenn  ich geglaubt hatte, es g\u00c3\u00a4be am Ostermorgen einen regen Personenverkehr an der Pfarrhausmauer entlang zur Br\u00c3\u00bccke \u00c3\u00bcber die Nims einem kleinen Fl\u00c3\u00bcsschen am Ortrand, dann hatte ich mich gr\u00c3\u00bcndlich get\u00c3\u00a4uscht. Es war den ganzen Vormittag nichts, aber auch rein gar nichts los auf der engen Stra\u00c3\u0178e, die an unserem Haus und dem gro\u00c3\u0178en Hof davor entlanglief. Nicht ein Dorfbewohner kam vorbei, au\u00c3\u0178er den Fehrings unseren Vermietern, die mit ihren beiden Kindern Anita, meiner Freundin und Jetta ihrer kleinen Schwester zur Messe gingen. Aber auch die b\u00c3\u00bcckten sich zu meiner gro\u00c3\u0178en Entt\u00c3\u00a4uschung nicht nach meinen versteckten Eiern, gingen achtlos daran vorbei. Entt\u00c3\u00a4uscht beschloss ich meinen Beobachtungsposten aufzugeben und mein Interesse meinen eigenen Ostereiern zuzuwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war mein zweites Osterfest in der Eifel. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich am Ostersonntagmorgen Schokoladeneier im Garten suchen d\u00c3\u00bcrfen. Was f\u00c3\u00bcr ein Abenteuer. Es war ein gro\u00c3\u0178er, aber ein zum \u00c3\u00bcberwiegenden Teil Nutzgarten, den meine Mutter n\u00c3\u00b6tig brauchte, um unser \u00c3\u0153berleben nach der Flucht aus der DDR zu sichern. Auch meinen schon vor Ostern aus Missgunst angebissenen und so gesch\u00c3\u00a4ndeten gro\u00c3\u0178en Schokohasen fand ich in einem der Nester. Viele Nester waren es jedoch nicht, die mein Vater im Garten verteilt hatte und sehr viele Schokoladeneier waren auch nicht drin, daf\u00c3\u00bcr umso mehr von den kleineren oder gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren knallbunten preiswerteren viel zu s\u00c3\u00bc\u00c3\u0178en Zuckereiern.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1554"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1554"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1554\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1557,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1554\/revisions\/1557"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}