{"id":15953,"date":"2015-07-07T05:04:46","date_gmt":"2015-07-07T03:04:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=15953"},"modified":"2015-07-07T05:04:46","modified_gmt":"2015-07-07T03:04:46","slug":"zusammenhang-von-fleischkonsum-und-welthunger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2015\/07\/zusammenhang-von-fleischkonsum-und-welthunger\/","title":{"rendered":"Zusammenhang von Fleischkonsum und Welthunger"},"content":{"rendered":"<header>\n<div class=\"entry-meta entry-meta-above\"><time class=\"entry-date published updated\" datetime=\"2012-12-07T11:50:33+00:00\">7. Dezember 2012<\/time><\/div>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-17730\" title=\"Umweltbundesamt UBA\" src=\"http:\/\/albert-schweitzer-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/uba-270x270.jpg\" alt=\"Logo des Umweltbundesamts (UBA)\" width=\"270\" height=\"270\" \/>Das Umweltbundesamt (UBA) r\u00e4t zu einer Reduzierung des Fleischkonsums innerhalb der Industriel\u00e4nder, um die Welthungerproblematik zu entsch\u00e4rfen. Dies ist eine der Kernaussagen eines im Oktober erschienenen Positionspapiers des UBA zur nachhaltigen Land- und Biomassenutzung. Hauptanliegen des Positionspapiers \u00bb<a title=\"zum Positionspapier\" href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/uba-info-medien\/4321.html\" target=\"_blank\">Globale Landfl\u00e4chen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen<\/a>\u00ab ist die Anregung eines umweltvertr\u00e4glichen und sozial gerechteren Umgangs mit globalen Ressourcen unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der weltweiten Ern\u00e4hrungssicherheit.<\/p>\n<p>Derzeit leiden laut der Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO etwa 870 Millionen Menschen an Hunger und Unterern\u00e4hrung (FAO 2012), was \u2013 so das Positionspapier des UBA \u2013 zum einen auf Armut und die ungerechte Verteilung verf\u00fcgbarer Nahrungsmittel zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, zum anderen am ressourcenverschwenderischen Konsum der Industrie- und Schwellenl\u00e4nder liegt. Die zur Produktion von Landwirtschaftserzeugnissen notwendigen Ressourcen wie Land und Wasser sind bereits heute knapp bemessen. Deutlich zuspitzen wird sich die Situation zuk\u00fcnftig durch das Weltbev\u00f6lkerungswachstum auf voraussichtlich \u00fcber 9 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050. Um alle diese Menschen mit ausreichend Nahrung versorgen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten dann laut FAO 70% mehr Nahrungsmittel als derzeit produziert werden. Da eine solche Steigerung nur schwer realisierbar ist, ohne gravierende Umweltsch\u00e4den hervorzurufen, ist es laut UBA f\u00fcr die Industriel\u00e4nder dringend geboten, \u00c4nderungen im Konsumverhalten vorzunehmen.<\/p>\n<h2>Fleischkonsum gef\u00e4hrdet die Ern\u00e4hrungssicherheit<\/h2>\n<p>In den Mittelpunkt der Betrachtung r\u00fcckt das Umweltbundesamt in diesem Zusammenhang den Fleischkonsum. Nach Angaben des Positionspapiers ist der Fleischverbrauch pro Kopf in den Industriel\u00e4ndern mit durchschnittlich 82 kg pro Jahr erheblich h\u00f6her als in den Entwicklungsl\u00e4ndern (31 kg pro Jahr). Seit 1970 hat sich der weltweite Fleischkonsum verdreifacht \u2013 eine Umkehr des Trends ist (zumindest global gesehen) noch nicht in Sicht.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des UBA ist dies vor allem deshalb problematisch, weil die Produktion von Fleisch in direkter Konkurrenz zur globalen Ern\u00e4hrungssicherung steht. In Massentierhaltung gehaltene \u00bbNutztiere\u00ab werden zu einem hohem Anteil mit Nahrung gef\u00fcttert, die ebenso gut f\u00fcr den menschlichen Verzehr geeignet w\u00e4re (v.a. Mais, Soja und Getreide). Diese Nahrung wird somit im Hinblick auf die Hungerproblematik regelrecht verschwendet, denn die Tiere wandeln nur einen Bruchteil der ihnen zugef\u00fchrten N\u00e4hrstoffe in Fleisch um. 34% des weltweit produzierten Getreides wurden im Jahr 2011 als Nutztierfutter und lediglich 46% direkt zur menschlichen Ern\u00e4hrung verwendet \u2013 die restlichen 20%\u00a0 wurden zu Treibstoff oder anderen Industrieprodukten verarbeitet.<\/p>\n<h2>Ressourcenverschwendung durch Fleischproduktion<\/h2>\n<p>Laut Angaben des Positionspapiers beansprucht die Produktion von tierischen Lebensmitteln \u00a0im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln deutlich mehr Ressourcen und geht mit h\u00f6heren Umweltbelastungen einher. Der in den Industriel\u00e4ndern bestehende Ressourcenbedarf f\u00fcr die Tierproduktion geht auf Kosten der weniger entwickelten L\u00e4nder. So kann etwa der Tierfutterbedarf der Industriel\u00e4nder nur dadurch gedeckt werden, dass der Futteranbau auf Landfl\u00e4chen in Entwicklungsl\u00e4ndern ausgeweitet wird. Laut einer aktuellen <a title=\"zur Studie von Brot f\u00fcr die Welt\" href=\"http:\/\/fdcl-berlin.de\/?id=1638\" target=\"_blank\">Studie<\/a> von \u00bbBrot f\u00fcr die Welt\u00ab hat dies f\u00fcr die betroffenen L\u00e4nder weitreichende Folgen, wie die Regenwaldzerst\u00f6rung und die Verdr\u00e4ngung von Kleinbauern und indigenen V\u00f6lkern.<\/p>\n<p>Dem UBA-Positionspaper zufolge beansprucht die EU allein f\u00fcr ihre Sojaimporte13 Mio. ha Ackerfl\u00e4chen in S\u00fcdamerika \u2013 dies entspricht mehr als einem Drittel der Gesamtfl\u00e4che Deutschlands. Eine Reduzierung des Fleischverbrauchs der Industriel\u00e4nder w\u00fcrde nach Einsch\u00e4tzung des Umweltbundesamtes (neben positiven Effekten auf Umwelt und Gesundheit) enorme Ackerlandfl\u00e4chen freisetzen und somit potentiell zur Ern\u00e4hrungssicherung von Menschen in \u00e4rmeren L\u00e4ndern beitragen.<\/p>\n<h2>Empfehlungen des Umweltbundesamtes<\/h2>\n<p>Als Ergebnis erteilt das UBA-Positionspapier konkrete Politikempfehlungen, welche die Verbraucher anregen sollen, ihre Ern\u00e4hrung vorrangig pflanzlich und fleischreduziert zu gestalten.<\/p>\n<p>Empfohlen werden die Einf\u00fchrung einer Fettsteuer sowie der Abbau von Steuerverg\u00fcnstigungen f\u00fcr tierische Lebensmittel. Ersteres bedeutet einen Preisanstieg von Lebensmitteln mit ges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren proportional zu ihrem Fettgehalt (Butter und Schlagsahne w\u00fcrden demnach verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig am teuersten, Fleisch w\u00fcrde sich ebenfalls verteuern). Letzteres meint die Erhebung des vollen Mehrwertsteuersatzes von 19% auf alle tierischen Lebensmittel \u2013 statt der bisher f\u00fcr fast alle Tierprodukte \u00fcblichen 7%.<\/p>\n<p>Begleitet werden sollten diese steuerlichen Ma\u00dfnahmen laut UBA durch die Einf\u00fchrung fleischreduzierter Speisepl\u00e4ne in \u00f6ffentlichen Einrichtungen sowie durch Kampagnen und Bildungsma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung des nachhaltigen Konsumverhaltens, in denen verst\u00e4rkt \u00fcber den Zusammenhang des Fleischkonsums mit Umwelt-, Gesundheits- und Ressourcenproblemen aufgekl\u00e4rt wird.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Albert Schweitzer Stiftung f\u00fcr unsere Mitwelt begr\u00fc\u00dft es sehr, dass das Umweltbundesamt die aufgef\u00fchrten Punkte zusammengetragen hat und dazu konkrete Forderungen aufstellt. Dies ist ein entscheidender Beitrag dazu, dass sich das Wissen \u00fcber die Folgen der \u00fcberh\u00f6hten Fleischproduktion in der Politik verbreitet und daraus Taten resultieren.<!--more--><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. Dezember 2012 Das Umweltbundesamt (UBA) r\u00e4t zu einer Reduzierung des Fleischkonsums innerhalb der Industriel\u00e4nder, um die Welthungerproblematik zu entsch\u00e4rfen. Dies ist eine der Kernaussagen eines im Oktober erschienenen Positionspapiers des UBA zur nachhaltigen Land- und Biomassenutzung. Hauptanliegen des Positionspapiers \u00bbGlobale Landfl\u00e4chen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen\u00ab ist die Anregung eines umweltvertr\u00e4glichen und sozial gerechteren Umgangs mit globalen Ressourcen unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der weltweiten Ern\u00e4hrungssicherheit. Derzeit leiden laut der Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO etwa 870 Millionen Menschen an Hunger und Unterern\u00e4hrung (FAO 2012), was \u2013 so das Positionspapier des UBA \u2013 zum einen auf Armut und die ungerechte Verteilung verf\u00fcgbarer Nahrungsmittel zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, zum anderen am ressourcenverschwenderischen Konsum der Industrie- und Schwellenl\u00e4nder liegt. Die zur Produktion von Landwirtschaftserzeugnissen notwendigen Ressourcen wie Land und Wasser sind bereits heute knapp bemessen. Deutlich zuspitzen wird sich die Situation zuk\u00fcnftig durch das Weltbev\u00f6lkerungswachstum auf voraussichtlich \u00fcber 9 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050. Um alle diese Menschen mit ausreichend Nahrung versorgen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten dann laut FAO 70% mehr Nahrungsmittel als derzeit produziert werden. Da eine solche Steigerung nur schwer realisierbar ist, ohne gravierende Umweltsch\u00e4den hervorzurufen, ist es laut UBA f\u00fcr die Industriel\u00e4nder dringend geboten, \u00c4nderungen im Konsumverhalten vorzunehmen. Fleischkonsum gef\u00e4hrdet die Ern\u00e4hrungssicherheit In den Mittelpunkt der Betrachtung r\u00fcckt das Umweltbundesamt in diesem Zusammenhang den Fleischkonsum. Nach Angaben des Positionspapiers ist der Fleischverbrauch pro Kopf in den Industriel\u00e4ndern mit durchschnittlich 82 kg pro Jahr erheblich h\u00f6her als in den Entwicklungsl\u00e4ndern (31 kg pro Jahr). Seit 1970 hat sich der weltweite Fleischkonsum verdreifacht \u2013 eine Umkehr des Trends ist (zumindest global gesehen) noch nicht in Sicht. Nach Ansicht des UBA ist dies vor allem deshalb problematisch, weil die Produktion von Fleisch in direkter Konkurrenz zur globalen Ern\u00e4hrungssicherung steht. In Massentierhaltung gehaltene \u00bbNutztiere\u00ab werden zu einem hohem Anteil mit Nahrung gef\u00fcttert, die ebenso gut f\u00fcr den menschlichen Verzehr geeignet w\u00e4re (v.a. Mais, Soja und Getreide). Diese Nahrung wird somit im Hinblick auf die Hungerproblematik regelrecht verschwendet, denn die Tiere wandeln nur einen Bruchteil der ihnen zugef\u00fchrten N\u00e4hrstoffe in Fleisch um. 34% des weltweit produzierten Getreides wurden im Jahr 2011 als Nutztierfutter und lediglich 46% direkt zur menschlichen Ern\u00e4hrung verwendet \u2013 die restlichen 20%\u00a0 wurden zu Treibstoff oder anderen Industrieprodukten verarbeitet. Ressourcenverschwendung durch Fleischproduktion Laut Angaben des Positionspapiers beansprucht die Produktion von tierischen Lebensmitteln \u00a0im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln deutlich mehr Ressourcen und geht mit h\u00f6heren Umweltbelastungen einher. 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