{"id":16125,"date":"2015-08-12T03:49:12","date_gmt":"2015-08-12T01:49:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=16125"},"modified":"2015-08-12T03:52:18","modified_gmt":"2015-08-12T01:52:18","slug":"das-verschwinden-der-hummeln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2015\/08\/das-verschwinden-der-hummeln\/","title":{"rendered":"Das Verschwinden der Hummeln"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\">12.08.2015<\/p>\n<p><b>Eint\u00f6niges Nahrungsangebot und fehlende Nestbaum\u00f6glichkeiten &#8211; es steht nicht gut um das pelzige Nutztier.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>G\u00e4be es flei\u00dfige Helfer wie Bienen und Hummeln nicht, w\u00fcrden 80% aller Bl\u00fctenpflanzen unbest\u00e4ubt bleiben. Die Folge: Einbrechende Ernten, aussterbende Pflanzen, hungernde Menschen und Tiere. Die Arbeit der Bienentierchen ist also \u00fcberlebenswichtig.<\/p>\n<p><strong>Ein wenig im Schatten der Biene, wenngleich aber genauso wichtig, steht die Hummel.<\/strong> Sie ist unter anderem f\u00fcr die Best\u00e4ubung derer Pflanzen zust\u00e4ndig, an denen Bienen aufgrund ihres k\u00fcrzeren R\u00fcssels scheitern.<\/p>\n<p>Zudem ist die Hummel deutlich wetterfester als die Biene: <strong>Die K\u00f6niginnen schw\u00e4rmen im Fr\u00fchjahr bereits bei Temperaturen ab 2 \u00b0C aus, die Arbeiterinnen bei 6 \u00b0C. Bienen wagen sich dagegen erst bei einer Au\u00dfentemperatur ab 10 \u00b0C in die Luft. <\/strong><\/p>\n<figure class=\"caption\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"http:\/\/www.donnerwetter.de\/images\/news\/Natur\/Tiere\/Insekten\/Hummel%20in%20den%20Krokussen%23032%23Achim%20Otto.jpg\" alt=\"\" width=\"387\" height=\"258\" \/><figcaption>Hummel &#8211; Bild: Achim Otto<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um bei den k\u00fchlen Temperaturen ausschw\u00e4rmen zu k\u00f6nnen, selbst Regen macht ihnen nichts aus, greifen Hummeln auf ein k\u00f6rpereigenes W\u00e4rmekraftwerk zur\u00fcck: <strong>Mit 200 Fl\u00fcgelschl\u00e4gen pro Sekunde erzeugen sie so viel W\u00e4rme, dass sie nicht einmal in 5.000 H\u00f6henmetern fr\u00f6steln.<\/strong> Daf\u00fcr verlangt diese Warmhaltemethode den pelzigen Brummern aber jede Menge Energie ab.<\/p>\n<p>Von den insgesamt etwa 250 Hummelarten finden sich 36 in Deutschland wieder. Knapp die H\u00e4lfte (16 Arten, u. a. Deich-, Obst- und Grashummel) stehen hierzulande auf der &#8220;Roten Liste&#8221; der bedrohten Arten und sind, ebenso wie die Wildbiene, durch das Bundesnaturgesetz gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Ein internationales Forscherteam wertete unl\u00e4ngst rund 423.000 Beobachtungen von insgesamt 67 europ\u00e4ischen und nordamerikanischen Hummelarten aus. Die Ergebnisse sind alarmierend: <strong>Denn spricht man seit Jahren bereits von einem gro\u00dfen Bienensterben, ist es um die Hummel noch deutlich schlechter gestellt. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Die moderne Landwirtschaft hat die Speisekarte der Hummel drastisch reduziert.<\/strong> Immer seltener finden sich die &#8220;Pollenlieblinge&#8221; vieler Hummelarten, etwa Rotklee oder Ackerbohnen, auf den Feldern wieder.<\/p>\n<p>Andere Hummelarten, z. B. die Wiesenhummel, stehen dagegen vor einem anderen Problem: <strong>Sie k\u00f6nnen nur noch schwer Nester bauen, da vorhandene Gr\u00fcnfl\u00e4chen entweder regelm\u00e4\u00dfig abgem\u00e4ht und gepfl\u00fcgt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Einige Hummelarten sind bereits ausgestorben, andere akut vom Aussterben bedroht. Aufgrund ihres enormen Energiebedarfs vertr\u00e4gt das n\u00fctzliche Insekt keine l\u00e4ngeren Hungerphasen, ihr Auswanderungsradius ist daher sehr begrenzt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.08.2015 Eint\u00f6niges Nahrungsangebot und fehlende Nestbaum\u00f6glichkeiten &#8211; es steht nicht gut um das pelzige Nutztier. G\u00e4be es flei\u00dfige Helfer wie Bienen und Hummeln nicht, w\u00fcrden 80% aller Bl\u00fctenpflanzen unbest\u00e4ubt bleiben. Die Folge: Einbrechende Ernten, aussterbende Pflanzen, hungernde Menschen und Tiere. Die Arbeit der Bienentierchen ist also \u00fcberlebenswichtig. Ein wenig im Schatten der Biene, wenngleich aber genauso wichtig, steht die Hummel. Sie ist unter anderem f\u00fcr die Best\u00e4ubung derer Pflanzen zust\u00e4ndig, an denen Bienen aufgrund ihres k\u00fcrzeren R\u00fcssels scheitern. Zudem ist die Hummel deutlich wetterfester als die Biene: Die K\u00f6niginnen schw\u00e4rmen im Fr\u00fchjahr bereits bei Temperaturen ab 2 \u00b0C aus, die Arbeiterinnen bei 6 \u00b0C. Bienen wagen sich dagegen erst bei einer Au\u00dfentemperatur ab 10 \u00b0C in die Luft. Hummel &#8211; Bild: Achim Otto Um bei den k\u00fchlen Temperaturen ausschw\u00e4rmen zu k\u00f6nnen, selbst Regen macht ihnen nichts aus, greifen Hummeln auf ein k\u00f6rpereigenes W\u00e4rmekraftwerk zur\u00fcck: Mit 200 Fl\u00fcgelschl\u00e4gen pro Sekunde erzeugen sie so viel W\u00e4rme, dass sie nicht einmal in 5.000 H\u00f6henmetern fr\u00f6steln. Daf\u00fcr verlangt diese Warmhaltemethode den pelzigen Brummern aber jede Menge Energie ab. Von den insgesamt etwa 250 Hummelarten finden sich 36 in Deutschland wieder. Knapp die H\u00e4lfte (16 Arten, u. a. Deich-, Obst- und Grashummel) stehen hierzulande auf der &#8220;Roten Liste&#8221; der bedrohten Arten und sind, ebenso wie die Wildbiene, durch das Bundesnaturgesetz gesch\u00fctzt. Ein internationales Forscherteam wertete unl\u00e4ngst rund 423.000 Beobachtungen von insgesamt 67 europ\u00e4ischen und nordamerikanischen Hummelarten aus. Die Ergebnisse sind alarmierend: Denn spricht man seit Jahren bereits von einem gro\u00dfen Bienensterben, ist es um die Hummel noch deutlich schlechter gestellt. Die moderne Landwirtschaft hat die Speisekarte der Hummel drastisch reduziert. Immer seltener finden sich die &#8220;Pollenlieblinge&#8221; vieler Hummelarten, etwa Rotklee oder Ackerbohnen, auf den Feldern wieder. Andere Hummelarten, z. B. die Wiesenhummel, stehen dagegen vor einem anderen Problem: Sie k\u00f6nnen nur noch schwer Nester bauen, da vorhandene Gr\u00fcnfl\u00e4chen entweder regelm\u00e4\u00dfig abgem\u00e4ht und gepfl\u00fcgt werden. Einige Hummelarten sind bereits ausgestorben, andere akut vom Aussterben bedroht. 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