{"id":16308,"date":"2015-09-21T09:06:58","date_gmt":"2015-09-21T07:06:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=16308"},"modified":"2015-09-21T09:06:58","modified_gmt":"2015-09-21T07:06:58","slug":"ich-schreibe-aus-einer-fluechtlingsunterkunft-in-deutschland-alle-syrer-hier-sind-so-dankbar-fuer-die-freundliche-aufnahme-die-wir-hier-erleben-doch-wir-wollen-in-syrien-leben-nicht-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2015\/09\/ich-schreibe-aus-einer-fluechtlingsunterkunft-in-deutschland-alle-syrer-hier-sind-so-dankbar-fuer-die-freundliche-aufnahme-die-wir-hier-erleben-doch-wir-wollen-in-syrien-leben-nicht-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Ich schreibe aus einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft in Deutschland. Alle Syrer hier sind so dankbar f\u00fcr die freundliche Aufnahme, die wir hier erleben. Doch wir wollen in Syrien leben, nicht in Deutschland."},"content":{"rendered":"<p><strong><\/strong><\/p>\n<div class=\"row\"><\/div>\n<div class=\"row campaign_content\">\n<form class=\"ak-form\" accept-charset=\"utf-8\" action=\"\/act\/\" method=\"POST\" name=\"act\">\n<article class=\"block medium-7 columns whiteBackground fixPaddings\">\n<div class=\"module generic_module\">\n<p class=\"module_content\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"campaign-image\" class=\"\" src=\"https:\/\/s3.amazonaws.com\/s3.thesyriacampaign.org\/images\/syrian_refugee_medium.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"310\" \/><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"classicContent\">\n<div class=\"module generic_module\">\n<div class=\"module_content campaign_text\">\n<div id=\"progress\" class=\"counter\">\n<div class=\"counter-goal\">GOAL: 25,000<\/div>\n<div class=\"counter-count\">21574 Supporters<\/div>\n<div class=\"progress\"><\/div>\n<\/div>\n<p dir=\"ltr\"><em>(Ein Fl\u00fcchtling kommt im griechischen Kos an nachdem er der Gewalt in Syrien entkommen konnte.)<\/em><\/p>\n<div>\n<p>Ich schreibe aus einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft in Deutschland. Alle Syrer hier sind so dankbar f\u00fcr die freundliche Aufnahme, die wir hier erleben. <strong>Doch wir wollen in Syrien leben, nicht in Deutschland.<\/strong><\/p>\n<p>Als 2011 die K\u00e4mpfe begannen, war ich 22 Jahre alt. Ich wohnte in einer Gegend namens Ghouta nahe Damascus. Ein Jahr nach den Aufst\u00e4nden wurde Ghouta durch Bashar al-Assads Regime belagert \u2013 nichts und niemand mehr kam rein oder raus: keine Nahrung, keine Medizin, nichts. Ein Jahr sp\u00e4ter griff uns das Regime mit Chemiewaffen an und vergaste tausende. Au\u00dferdem hat die Luftwaffe des Regimes jahrelang Fassbomben und Raketen auf uns niedergelassen. Meistens wurden wir acht mal t\u00e4glich beschossen. Wie h\u00e4tten wir diese H\u00f6lle \u00fcberleben sollen?<\/p>\n<p>Mit falschen Papieren musste ich zwanzig Grenzkontrollen \u00fcberqueren, um aus Syrien rauszukommen. Jedes einzelne mal bleibt dir das Herz stehen, wenn Du bedenkst, dass Du verhaftet und zur\u00fcckgebracht werden k\u00f6nntest. Ich habe es rausgeschafft und eine Todesfahrt \u00fcber das Meer \u00fcberlebt. Ich bin so vielen Todesgefahren entkommen.<\/p>\n<p>Zu Hause war ich ein Medizinstudent. Wir haben so viele Angriffe erlebt, dass ich mehr Operationen assistierten musste, als es die meisten Chirurgen ihre gesamte Berufslaufbahn tun. Mein Traum ist es ausschlie\u00dflich &#8220;normale Operationen&#8221; durchzuf\u00fchren, f\u00fcr die ich ausgebildet wurde und nicht Granatsplitter von Bomben aus den Gliedma\u00dfen von Kindern ziehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht zur\u00fcck gehen, wenn der Krieg nicht aufh\u00f6rt. Deswegen flehen wir Sie an, alles Ihnen m\u00f6gliche zu tun, um diesen Krieg zu beenden. Alle Ihre Regierungen sind sich einig, dass ein politischer Wandel in Syrien notwendig ist, doch bis jetzt ist es blo\u00df bei Worten geblieben. Assads Regierung ist noch immer an der Macht und t\u00f6tet sieben Mal mehr Zivilisten als der IS.<\/p>\n<p>Die Weltpolitiker m\u00fcssen agieren, um die Bombardierungen zu stoppen. Wir k\u00f6nnen Scharfsch\u00fctzen und chemische Waffen \u00fcberleben, aber die Fassbomben sind unertr\u00e4glich. Eine Flugverbotszone oder eine Friedenszone w\u00fcrde auf der Stelle Leben retten. Und ich w\u00e4re die erste Person im Flieger zur\u00fcck nach Hause.<\/p>\n<p>Momentan sind wir in Europa Gespr\u00e4chsthema Nummer Eins. Aber nicht viele h\u00f6ren uns zu. Bitte signieren Sie diese Petition, um Druck auf die europ\u00e4ischen Regierungsm\u00e4chte auszu\u00fcben, damit sie mehr tun, um die Bomben zu stoppen und uns die gefahrlose R\u00fcckkehr in unsere Heimat zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Abo Adnan.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/form>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GOAL: 25,000 21574 Supporters (Ein Fl\u00fcchtling kommt im griechischen Kos an nachdem er der Gewalt in Syrien entkommen konnte.) Ich schreibe aus einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft in Deutschland. Alle Syrer hier sind so dankbar f\u00fcr die freundliche Aufnahme, die wir hier erleben. Doch wir wollen in Syrien leben, nicht in Deutschland. Als 2011 die K\u00e4mpfe begannen, war ich 22 Jahre alt. Ich wohnte in einer Gegend namens Ghouta nahe Damascus. Ein Jahr nach den Aufst\u00e4nden wurde Ghouta durch Bashar al-Assads Regime belagert \u2013 nichts und niemand mehr kam rein oder raus: keine Nahrung, keine Medizin, nichts. Ein Jahr sp\u00e4ter griff uns das Regime mit Chemiewaffen an und vergaste tausende. Au\u00dferdem hat die Luftwaffe des Regimes jahrelang Fassbomben und Raketen auf uns niedergelassen. Meistens wurden wir acht mal t\u00e4glich beschossen. Wie h\u00e4tten wir diese H\u00f6lle \u00fcberleben sollen? Mit falschen Papieren musste ich zwanzig Grenzkontrollen \u00fcberqueren, um aus Syrien rauszukommen. Jedes einzelne mal bleibt dir das Herz stehen, wenn Du bedenkst, dass Du verhaftet und zur\u00fcckgebracht werden k\u00f6nntest. Ich habe es rausgeschafft und eine Todesfahrt \u00fcber das Meer \u00fcberlebt. Ich bin so vielen Todesgefahren entkommen. Zu Hause war ich ein Medizinstudent. Wir haben so viele Angriffe erlebt, dass ich mehr Operationen assistierten musste, als es die meisten Chirurgen ihre gesamte Berufslaufbahn tun. Mein Traum ist es ausschlie\u00dflich &#8220;normale Operationen&#8221; durchzuf\u00fchren, f\u00fcr die ich ausgebildet wurde und nicht Granatsplitter von Bomben aus den Gliedma\u00dfen von Kindern ziehen zu m\u00fcssen. Wir k\u00f6nnen nicht zur\u00fcck gehen, wenn der Krieg nicht aufh\u00f6rt. Deswegen flehen wir Sie an, alles Ihnen m\u00f6gliche zu tun, um diesen Krieg zu beenden. Alle Ihre Regierungen sind sich einig, dass ein politischer Wandel in Syrien notwendig ist, doch bis jetzt ist es blo\u00df bei Worten geblieben. Assads Regierung ist noch immer an der Macht und t\u00f6tet sieben Mal mehr Zivilisten als der IS. Die Weltpolitiker m\u00fcssen agieren, um die Bombardierungen zu stoppen. Wir k\u00f6nnen Scharfsch\u00fctzen und chemische Waffen \u00fcberleben, aber die Fassbomben sind unertr\u00e4glich. Eine Flugverbotszone oder eine Friedenszone w\u00fcrde auf der Stelle Leben retten. Und ich w\u00e4re die erste Person im Flieger zur\u00fcck nach Hause. Momentan sind wir in Europa Gespr\u00e4chsthema Nummer Eins. Aber nicht viele h\u00f6ren uns zu. Bitte signieren Sie diese Petition, um Druck auf die europ\u00e4ischen Regierungsm\u00e4chte auszu\u00fcben, damit sie mehr tun, um die Bomben zu stoppen und uns die gefahrlose R\u00fcckkehr in unsere Heimat zu erm\u00f6glichen. 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