{"id":17069,"date":"2016-02-05T08:46:53","date_gmt":"2016-02-05T06:46:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=17069"},"modified":"2016-02-05T08:48:27","modified_gmt":"2016-02-05T06:48:27","slug":"17069","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2016\/02\/17069\/","title":{"rendered":"La\u00dft den Luchs wieder kommen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Schmusende Luchse (Foto: byrdyak\/fotolia.com)\" src=\"http:\/\/www.bund-naturschutz.de\/fileadmin\/_processed_\/csm_BUND-Naturschutz-Stoppt-die-Wilderer-Rettet-den-Luchs-Fotolia_byrdyak_18562868e6.jpg\" alt=\"Schmusende Luchse im Schnee\" width=\"480\" height=\"265\" \/><\/p>\n<p>Lasst den Luchs wiederkommen!<\/p>\n<p>Der BUND Naturschutz hat den einst ausgerotteten Luchs wieder nach Bayern zur\u00fcckgeholt. Doch Engstirnigkeit und uralte Vorurteile verhindern, dass das sch\u00f6ne Tier im Freistaat richtig Fu\u00df fasst. Im Bayerischen Wald werden die ohnehin vom Aussterben bedrohten Luchse sogar illegal geschossen. So hat der Luchs in Bayern keine Chance. Und von selbst, \u201eauf nat\u00fcrliche Weise\u201c wird der Luchs nicht nach Bayern zur\u00fcckkehren. Lesen Sie ein Pl\u00e4doyer des Wildbiologen Ulrich Wotschikowsky f\u00fcr eine aktive Wiederansiedlung des Luchses.<br \/>\nFoto: Lizard\/fotolia.com<!--more--><\/p>\n<p>Die Geschichte des Luchses in unserem Land ist eine Geschichte von gro\u00dfen Hoffnungen und noch gr\u00f6\u00dferen Entt\u00e4uschungen. Sie beginnt mit dem Jahr 1970. In Bayern unternahm der BUND Naturschutz gegen 1970 erste Anstrengungen, den Luchs im Bayerischen Wald wieder anzusiedeln. In den 1980er-Jahren unterst\u00fctzte er dann ein Projekt jenseits der bayerisch-tschechischen Grenze. Das Experiment gelang schlie\u00dflich. Vermutlich waren es Tiere aus dem tschechischen Projekt, die im Verlauf der 1980er-Jahre nach und nach in den Freistaat einwanderten.<\/p>\n<p>Diese Wiederansiedlung im Bayerischen Wald und kurz vorher in der Schweiz l\u00f6sten eine regelrechte Luchseuphorie aus mit zahlreichen Wiederansiedlungsvorhaben, zum Beispiel im Schwarzwald, im Harz und im Pf\u00e4lzerwald. Sie schliefen alle wieder ein. In den 1980er Jahren wurde die Wildbiologische Gesellschaft M\u00fcnchen sogar damit beauftragt, eine Empfehlung auszuarbeiten, wo \u2013 nicht: ob! \u2013 der Luchs in Bayern wieder angesiedelt werden sollte. Unsere Wahl fiel damals auf das Mangfallgebirge. Der Bund Naturschutz schlug den Nationalpark Berchtesgaden vor. Umweltminister Gauweiler signalisierte Zustimmung, aber die Almwirtschaft machte ihm klar: Ohne uns! Damit war auch diese Idee gestorben.<\/p>\n<p>Mittlerweile avancierte Lynx lynx zu einem der besterforschten gr\u00f6\u00dferen S\u00e4ugetiere. So erfuhren wir etwa, dass ein Luchs nicht drei\u00dfig Quadratkilometer Lebensraum braucht, sondern das Drei- bis Zehnfache und Luchse daher immer selten sind. Wir erfuhren, dass der Luchs haupts\u00e4chlich Rehe erbeutet, von denen wir mehr als genug haben, und sich nur ganz selten an Schafen vergreift. Wir wissen heute sehr gut Bescheid \u00fcber den Luchs. Er wird weder die J\u00e4ger noch die F\u00f6rster entbehrlich machen. Und f\u00fcr die Weidewirtschaft ist der Luchs so gut wie irrelevant.<\/p>\n<p>Es betr\u00fcbt mich, dass sich diese Dinge bei den Betroffenen, also den J\u00e4gern und den Nutztierhaltern, einfach nicht rumsprechen. Das Bild des Luchses ist immer noch gepr\u00e4gt von Vorurteilen.<\/p>\n<p>Leider ist es so, dass der Luchs nicht von selbst nach Bayern zur\u00fcckkommt. Lynx lynx, der Eurasische Luchs, ist kein guter Kolonisator. Statt sich auf weite Wanderschaft zu begeben, siedelt er sich lieber in unmittelbarem Kontakt zu seiner Ursprungspopulation an. Deshalb sind Hoffnungen auf eine nat\u00fcrliche R\u00fcckkehr des Luchses nach Bayern vergebens. Und wenn er denn k\u00e4me \u2013 dann k\u00e4me er nicht aus einer autochthonen, sondern aus einer von Menschenhand begr\u00fcndeten Population, zum Beispiel aus der Schweiz, aus dem Harz, aus dem Bayerischen Wald. Es geht daher kein Weg vorbei an der Einsicht: Wenn wir den Luchs haben wollen, m\u00fcssen wir Hand anlegen.<br \/>\nFoto: jarrycz\/fotolia.com<\/p>\n<p>Wir sind an dieser Stelle auf eine Doktrin gesto\u00dfen, die da hei\u00dft: \u201eWenn er von selber kommt \u2013 gerne. Aber nicht aussetzen!\u201c Es ist eine inhaltslose Phrase. Ein Luchs ist ein Luchs ist ein Luchs \u2013 egal ob er auf eigenen Beinen kommt oder im Auto. Man kann sich diesen scheinbar freundlichen Spruch: \u201eJa, wenn er von selber kommt!\u201c ohne Risiko leisten, denn man wei\u00df ja: Er kommt nicht \u201evon selber!\u201c Aber mit Redlichkeit und Wahrhaftigkeit hat das nichts zu tun. Es ist nur scheinheilig.<\/p>\n<p>Warum sperrt man sich so dagegen, dem Luchs bei seiner R\u00fcckkehr aktiv zu helfen? Warum soll dem Luchs nicht recht sein, was dem Lachs billig ist \u2013 die Wiederansiedlung dieser und so manch anderer Fischarten betreiben wir inzwischen mit einem Millionenaufwand und ich freue mich aus ganzem Herzen, dass wir das tun Wir reparieren tagein, tagaus an einer Natur herum, der wir unendlich viele Elemente genommen haben \u2013 pflanzen zum Beispiel Tannen oder Laubb\u00e4ume, wo welche hingeh\u00f6ren, aber nicht mehr von selber kommen (das ist Wiederansiedlung, was sonst!), Ein vern\u00fcnftiges Argument gegen die Wiederansiedlung des Luchses in den bayerischen Waldgebieten l\u00e4sst sich nicht finden.<\/p>\n<p>Aber will man den Luchs im Freistaat Bayern wirklich haben? Ich kann das beim besten Willen nicht erkennen. Nein \u2013 man will gro\u00dfe Beutegreifer in Bayern generell nicht haben, und das gilt auch und sogar f\u00fcr den harmlosen Luchs. Und weil das so ist, finden kriminelle Akte wie die Luchst\u00f6tungen im Bayerischen Wald in einem Umfeld stillschweigender, augenzwinkender Zustimmung statt. Es wird sich doch einer finden, der uns das Problem vom Hals schafft!<\/p>\n<p>Lasst uns doch endlich zur Tat schreiten. Bilden wir eine Initiative zur Wiederansiedlung des Luchses in den geeigneten Waldgebieten Bayerns. An der Spitze dieser Initiative w\u00fcnsche ich mir \u2013 den Landesjagdverband. Wen denn sonst \u2013 keine andere Interessengruppe f\u00fchlt sich durch den Luchs so sehr betroffen! Keine kann von einem markanten Eintreten f\u00fcr diese faszinierende Tierart so viel an Ansehen gewinnen! Keine kann zu einem Erfolg mehr beitragen!<\/p>\n<p>Ulrich Wotschikowsky geriet 1974 im Nationalpark Bayerischer Wald erstmals mit dem Thema Luchs in Ber\u00fchrung. Er gr\u00fcndete die Internationale Luchsgruppe, eine lose Vereinigung der f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Luchsfachleute, die als Beratungsstelle f\u00fcr die zahlreichen Anfragen und Initiativen fungierte, den Luchs wieder anzusiedeln. Er ist Mitglied der Large Carnivore Initiative for Europe und inzwischen haupts\u00e4chlich in der Wolfsszene aktiv, unter anderem mit www.woelfeindeutschland.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lasst den Luchs wiederkommen! Der BUND Naturschutz hat den einst ausgerotteten Luchs wieder nach Bayern zur\u00fcckgeholt. Doch Engstirnigkeit und uralte Vorurteile verhindern, dass das sch\u00f6ne Tier im Freistaat richtig Fu\u00df fasst. Im Bayerischen Wald werden die ohnehin vom Aussterben bedrohten Luchse sogar illegal geschossen. So hat der Luchs in Bayern keine Chance. Und von selbst, \u201eauf nat\u00fcrliche Weise\u201c wird der Luchs nicht nach Bayern zur\u00fcckkehren. 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