{"id":17396,"date":"2016-04-24T04:57:11","date_gmt":"2016-04-24T02:57:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=17396"},"modified":"2026-04-18T11:10:29","modified_gmt":"2026-04-18T09:10:29","slug":"im-vergleich-zum-rueckgang-in-den-honigbienenbestaenden-der-wegen-des-lebens-in-bienenstoecken-leichter-zu-dokumentieren-ist-hat-der-allgemeine-rueckgang-von-insekten-in-der-landschaft-bisher-erstau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2016\/04\/im-vergleich-zum-rueckgang-in-den-honigbienenbestaenden-der-wegen-des-lebens-in-bienenstoecken-leichter-zu-dokumentieren-ist-hat-der-allgemeine-rueckgang-von-insekten-in-der-landschaft-bisher-erstau\/","title":{"rendered":"Im Vergleich zum R\u00fcckgang in den Honigbienenbest\u00e4nden, der wegen des Lebens in Bienenst\u00f6cken leichter zu dokumentieren ist, hat der allgemeine R\u00fcckgang von Insekten in der Landschaft bisher erstaunlich wenig Aufmerksamkeit bekommen. Liegt das vielleicht daran, dass viele Menschen Insekten f\u00fcr sch\u00e4dlich, gef\u00e4hrlich oder mindestens unangenehm halten und denken, es sei ganz gut, wenn es weniger davon g\u00e4be und die Windschutzscheiben durch insektenlose Landschaften sauber bleiben?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"media right aligncenter\" title=\"Wildbienen im Anflug auf den Bienenstock. \" src=\"http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wissen\/2024310938\/1.4182501\/width610x580\/wildbienen-im-anflug-auf-den.jpg\" alt=\"Wildbienen im Anflug auf den Bienenstock. \" width=\"585\" height=\"405\" data-process-retina=\"1\" data-bildbreite=\"schmal\" \/><\/p>\n<p>Insektensterben Der Trend geht zur sauberen Frontscheibe<\/p>\n<p>Die Zahl der Insektenarten ist in Deutschland drastisch gesunken. Auch deshalb sind die Biodiversit\u00e4tsforscher alarmiert: Denn es fehlt noch ein solides Monitoring.<br \/>\n17.04.2016, von Christian Schw\u00e4gerl<\/p>\n<p>TeilenTwitternTeilenE-mailen<\/p>\n<p>Bienen im Anflug<br \/>\n\u00a9 dpa<br \/>\nWildbienen im Anflug auf den Bienenstock.<\/p>\n<p>Im Orbroicher Bruch nordwestlich von Krefeld wiederholt sich jedes Jahr dasselbe wissenschaftliche Schauspiel. Entomologen r\u00fccken in das von Wald und Weiden gepr\u00e4gte, rund hundert Hektar gro\u00dfe Naturschutzgebiet ein und stellen wei\u00df leuchtende Zelte auf. Malaise-Fallen hei\u00dfen die Installationen. Sie sind benannt nach dem schwedischen Insektenkundler Ren\u00e9 Malaise. Dieser hat sie nicht etwa daf\u00fcr entwickelt, l\u00e4stige M\u00fccken zu t\u00f6ten, sondern daf\u00fcr, einen wissenschaftlich fundierten \u00dcberblick \u00fcber die Insektenfauna eines Gebiets bekommen zu k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p>Der Entomologische Verein Krefeld z\u00e4hlt zu den aktivsten des Landes. Hier wird schon seit 1905 praktiziert, was heute \u201eCitizen Science\u201c, also B\u00fcrgerwissenschaft hei\u00dft. Anfang dieses Jahres bekam die Arbeit der Forscher pl\u00f6tzlich \u00fcberregionale Aufmerksamkeit. Im Umweltausschuss des Bundestags wurden die Ergebnisse eines seit 1989 laufenden Monitoring-Projekts im Orbroicher Bruch und anderen Gebieten pr\u00e4sentiert. Die Daten sind beunruhigend. Sammelten sich etwa 1989 zwischen Mai und Oktober in einer der Fallen noch 1,4 Kilogramm Insekten unterschiedlichster Arten an, waren es im selben Zeitraum im Jahr 2013 nur noch 294 Gramm.<br \/>\nViele Faktoren f\u00fcr Insektensterben<\/p>\n<p>Es handelt sich nicht um einen Einzelfall. An 88 Standorten in Nordrhein-Westfalen hat der Verein zusammen mit dem Naturschutzbund (Nabu) \u00e4hnliche Untersuchungen vorgenommen. W\u00e4hrend man 1995 noch durchschnittlich 1,6 Kilogramm Biomasse aus jeder Untersuchungsfalle gesammelt habe, sei man heute froh, wenn es 300 Gramm seien, sagt Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des Nabu Nordrhein-Westfalen. Der R\u00fcckgang von bis zu 80 Prozent umfasse auch Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen. F\u00fcr ganze Artengruppen bezeichnet Martin Sorg vom Entomologischen Verein die R\u00fcckg\u00e4nge als \u201edrastisch und deprimierend\u201c.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Doch kein Wurm: Forscher ergr\u00fcnden den Stammbaum des Monsters aus Illinois<br \/>\nEschensterben: Lang soll sie leben<br \/>\nZugv\u00f6gel: Nicht nur das Erdmagnetfeld fest im Blick<\/p>\n<p>Im Vergleich zum R\u00fcckgang in den Honigbienenbest\u00e4nden, der wegen des Lebens in Bienenst\u00f6cken leichter zu dokumentieren ist, hat der allgemeine R\u00fcckgang von Insekten in der Landschaft bisher erstaunlich wenig Aufmerksamkeit bekommen. Liegt das vielleicht daran, dass viele Menschen Insekten f\u00fcr sch\u00e4dlich, gef\u00e4hrlich oder mindestens unangenehm halten und denken, es sei ganz gut, wenn es weniger davon g\u00e4be und die Windschutzscheiben durch insektenlose Landschaften sauber bleiben?<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Deckert, Kustos am Museum f\u00fcr Naturkunde in Berlin, hat eine andere Erkl\u00e4rung: \u201eDa es ein schleichender R\u00fcckgang ist und bisher kaum Arten ausgestorben sind, wird der Artenschwund nicht so leicht bemerkt oder erst dann bemerkt, wenn es zu sp\u00e4t ist.\u201c F\u00fcr die gut 30.000 Insektenarten in unserer Region gebe es zudem nur wenige Spezialisten, meistens solche, die Erhebungen nebenberuflich machten. Diese w\u00fcrden selbst nur einen Bruchteil der Arten kennen. Deckert nennt eine lange Liste von Ursachen f\u00fcr den R\u00fcckgang, der keinesfalls auf Nordrhein-Westfalen beschr\u00e4nkt sei, sondern ganz Deutschland betreffe: \u00dcberd\u00fcngung, Monokulturen, Fl\u00e4chenverbrauch, Landnutzungswandel, Pestizideinsatz. Ein zus\u00e4tzlicher Faktor seien Windenergierotoren, an denen massenhaft Insekten kleben blieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insektensterben Der Trend geht zur sauberen Frontscheibe Die Zahl der Insektenarten ist in Deutschland drastisch gesunken. Auch deshalb sind die Biodiversit\u00e4tsforscher alarmiert: Denn es fehlt noch ein solides Monitoring. 17.04.2016, von Christian Schw\u00e4gerl TeilenTwitternTeilenE-mailen Bienen im Anflug \u00a9 dpa Wildbienen im Anflug auf den Bienenstock. Im Orbroicher Bruch nordwestlich von Krefeld wiederholt sich jedes Jahr dasselbe wissenschaftliche Schauspiel. Entomologen r\u00fccken in das von Wald und Weiden gepr\u00e4gte, rund hundert Hektar gro\u00dfe Naturschutzgebiet ein und stellen wei\u00df leuchtende Zelte auf. Malaise-Fallen hei\u00dfen die Installationen. Sie sind benannt nach dem schwedischen Insektenkundler Ren\u00e9 Malaise. Dieser hat sie nicht etwa daf\u00fcr entwickelt, l\u00e4stige M\u00fccken zu t\u00f6ten, sondern daf\u00fcr, einen wissenschaftlich fundierten \u00dcberblick \u00fcber die Insektenfauna eines Gebiets bekommen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[42,75,67,71,51,64],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17396"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17396"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24186,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17396\/revisions\/24186"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}