{"id":17577,"date":"2016-10-01T05:06:00","date_gmt":"2016-10-01T03:06:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=17577"},"modified":"2016-10-01T06:27:36","modified_gmt":"2016-10-01T04:27:36","slug":"der-mais-und-die-jahrtausendflut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2016\/10\/der-mais-und-die-jahrtausendflut\/","title":{"rendered":"Der Mais und die Jahrtausendflut&#8230;"},"content":{"rendered":"<section class=\"header\">\n<h2><strong> Hochwasser in Niederbayern <\/strong> Maisanbau erh\u00f6ht die Hochwassergefahr<\/h2>\n<\/section>\n<section id=\"article-body\" class=\"body\"><span id=\"sharingbaranchor\"><\/span>Zum anderen spielt bei diesen Katastrophen ganz offenkundig die industrielle Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Experten warnen schon seit Langem davor, dass gerade der intensive Maisanbau die Hochwassergefahr erh\u00f6ht. Der Grund: Die \u00c4cker, die inzwischen oft mehrere Hundert Meter L\u00e4nge und Breite haben, liegen bis weit ins Jahr hinein mehr oder weniger blank da. Das Erdreich ist Niederschl\u00e4gen nicht nur schutzlos ausgeliefert, sondern auch so schnell ges\u00e4ttigt mit Wasser, dass es nichts mehr aufnehmen\u00a0kann.Die Folge sind tonnenweise Erosionen, also Abschwemmungen von Erdreich. Sie verschlammen B\u00e4che und kleine Fl\u00fcsse. Dadurch k\u00f6nnen diese immer weniger Wasser aufnehmen und treten bei heftigen Niederschl\u00e4gen schneller \u00fcber die Ufer. Au\u00dferdem f\u00fchren sie Unmengen an Sedimenten mit, die Kanalrohre und andere Abfl\u00fcsse schnell\u00a0verstopfen.<\/p>\n<figure class=\"teaserable-layout teaserable-layout--teaser\">\n<div class=\"teaserable-layout__image-div\"><a class=\"teaserable-layout__link\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/unwetter-in-niederbayern-was-der-wetterbericht-leisten-kann-und-was-nicht-1.3017320\"> <img decoding=\"async\" class=\" teaserable-layout__image lazyloaded\" src=\"http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/globalassets\/img\/unsprited\/placeholder.png\" sizes=\"(min-width: 940px) 237px, 37vw\" srcset=\"http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/image\/sz.1.3017827\/173x130?v=1464877513000 173w, http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/image\/sz.1.3017827\/208x156?v=1464877513000 208w, http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/image\/sz.1.3017827\/687x515?v=1464877513000 687w\" alt=\"Wetterbericht Was der Wetterbericht leisten kann - und was nicht\" data-src=\"http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/image\/sz.1.3017827\/687x515?v=1464877513000\" data-srcset=\"http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/image\/sz.1.3017827\/173x130?v=1464877513000 173w, http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/image\/sz.1.3017827\/208x156?v=1464877513000 208w, http:\/\/media-cdn.sueddeutsche.de\/image\/sz.1.3017827\/687x515?v=1464877513000 687w\" \/> <\/a><\/div><figcaption class=\"teaserable-layout__figcaption\">\n<h3 class=\"teaserable-layout__title\"><strong>Was der Wetterbericht leisten kann &#8211; und was nicht<\/strong><\/h3>\n<p><a class=\"teaserable-layout__link\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/unwetter-in-niederbayern-was-der-wetterbericht-leisten-kann-und-was-nicht-1.3017320\"><span class=\"teaserable-layout__abstract\"> TV-Meteorologen stehen nach den j\u00fcngsten Unwettern in Deutschland in der Kritik. Wie gut, wie aktuell k\u00f6nnen ihre Wettervorhersagen sein? Wer warnt die Menschen in betroffenen Gebieten? <\/span> <span class=\"teaserable-layout__authors\">Von Carolin Gasteiger, Violetta Simon und Marlene Wei\u00df<\/span> <span class=\"teaserable-layout__more\">mehr &#8230;<\/span> <\/a><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Niederbayern und vor allem die Gegend um Simbach und Triftern ist das Zentrum des Maisanbaus in <a class=\"themelink\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bayern\" data-pagetype=\"THEME\">Bayern<\/a>. Experten zufolge summieren sich die Mais\u00e4cker im Landkreis Rottal-Inn, in dem die beiden Kommunen liegen, auf ungef\u00e4hr <span class=\"nowrap\">25 000<\/span> Hektar Fl\u00e4che. Das ist ein Drittel des gesamten Agrarlandes in der Region. Aber es ist nicht nur die schiere Masse des Maisanbaus. Sondern auch das zum Teil sehr steile H\u00fcgelland, das die Erosion\u00a0beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Das niederbayerische Rottal z\u00e4hlt deshalb zu den vier Regionen Deutschlands, die am st\u00e4rksten unter Erosion leiden. Dort gibt es Gebiete, in denen zehn Tonnen Humus pro Hektar Ackerland und Jahr abgeschwemmt werden. Zehn Tonnen je Hektar &#8211; das ist ein Kilogramm fruchtbarer Boden je Quadratmeter, der verloren\u00a0geht.<\/p>\n<p>Wenig verwunderlich also, dass Experten, aber auch Ortsans\u00e4ssige den industriellen Maisanbau als einen der Faktoren f\u00fcr die Katastrophe in Simbach ausmachen. Auch Agrarminister Helmut Brunner (<a class=\"themelink\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/CSU\" data-pagetype=\"THEME\">CSU<\/a>) kennt die Gefahr. Die Erosion der Agrarb\u00f6den reduziere nicht nur deren Fruchtbarkeit, sagt er. &#8220;Sondern sie steigert auch die\u00a0Hochwassergefahr.&#8221;<\/p>\n<p>Vor eineinhalb Jahren hat er deshalb die Initiative &#8220;Bodenst\u00e4ndig&#8221; gestartet. Ihr Ziel ist nicht nur die Renaturierung der vielen begradigten und verrohrten B\u00e4che und Fl\u00fcsschen in Bayern. Sondern auch die Anlage naturnaher Flutmulden und Gr\u00fcnstreifen entlang ihrer Ufer. Das Ziel: Die Bodenerosion durch den industriellen Ackerbau soll nicht noch schlimmere Ausma\u00dfe\u00a0annehmen.<\/p>\n<\/section>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochwasser in Niederbayern Maisanbau erh\u00f6ht die Hochwassergefahr Zum anderen spielt bei diesen Katastrophen ganz offenkundig die industrielle Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Experten warnen schon seit Langem davor, dass gerade der intensive Maisanbau die Hochwassergefahr erh\u00f6ht. Der Grund: Die \u00c4cker, die inzwischen oft mehrere Hundert Meter L\u00e4nge und Breite haben, liegen bis weit ins Jahr hinein mehr oder weniger blank da. Das Erdreich ist Niederschl\u00e4gen nicht nur schutzlos ausgeliefert, sondern auch so schnell ges\u00e4ttigt mit Wasser, dass es nichts mehr aufnehmen\u00a0kann.Die Folge sind tonnenweise Erosionen, also Abschwemmungen von Erdreich. Sie verschlammen B\u00e4che und kleine Fl\u00fcsse. Dadurch k\u00f6nnen diese immer weniger Wasser aufnehmen und treten bei heftigen Niederschl\u00e4gen schneller \u00fcber die Ufer. Au\u00dferdem f\u00fchren sie Unmengen an Sedimenten mit, die Kanalrohre und andere Abfl\u00fcsse schnell\u00a0verstopfen. Was der Wetterbericht leisten kann &#8211; und was nicht TV-Meteorologen stehen nach den j\u00fcngsten Unwettern in Deutschland in der Kritik. Wie gut, wie aktuell k\u00f6nnen ihre Wettervorhersagen sein? Wer warnt die Menschen in betroffenen Gebieten? Von Carolin Gasteiger, Violetta Simon und Marlene Wei\u00df mehr &#8230; Niederbayern und vor allem die Gegend um Simbach und Triftern ist das Zentrum des Maisanbaus in Bayern. Experten zufolge summieren sich die Mais\u00e4cker im Landkreis Rottal-Inn, in dem die beiden Kommunen liegen, auf ungef\u00e4hr 25 000 Hektar Fl\u00e4che. Das ist ein Drittel des gesamten Agrarlandes in der Region. Aber es ist nicht nur die schiere Masse des Maisanbaus. Sondern auch das zum Teil sehr steile H\u00fcgelland, das die Erosion\u00a0beg\u00fcnstigt. Das niederbayerische Rottal z\u00e4hlt deshalb zu den vier Regionen Deutschlands, die am st\u00e4rksten unter Erosion leiden. Dort gibt es Gebiete, in denen zehn Tonnen Humus pro Hektar Ackerland und Jahr abgeschwemmt werden. Zehn Tonnen je Hektar &#8211; das ist ein Kilogramm fruchtbarer Boden je Quadratmeter, der verloren\u00a0geht. Wenig verwunderlich also, dass Experten, aber auch Ortsans\u00e4ssige den industriellen Maisanbau als einen der Faktoren f\u00fcr die Katastrophe in Simbach ausmachen. Auch Agrarminister Helmut Brunner (CSU) kennt die Gefahr. Die Erosion der Agrarb\u00f6den reduziere nicht nur deren Fruchtbarkeit, sagt er. &#8220;Sondern sie steigert auch die\u00a0Hochwassergefahr.&#8221; Vor eineinhalb Jahren hat er deshalb die Initiative &#8220;Bodenst\u00e4ndig&#8221; gestartet. Ihr Ziel ist nicht nur die Renaturierung der vielen begradigten und verrohrten B\u00e4che und Fl\u00fcsschen in Bayern. Sondern auch die Anlage naturnaher Flutmulden und Gr\u00fcnstreifen entlang ihrer Ufer. 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