{"id":19506,"date":"2017-12-02T07:30:35","date_gmt":"2017-12-02T05:30:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=19506"},"modified":"2017-12-02T07:39:12","modified_gmt":"2017-12-02T05:39:12","slug":"19506","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2017\/12\/19506\/","title":{"rendered":"Weniger Sch\u00e4dlinge ohne Pestizide&#8230;.Ein Blumensaum am Ackerrand kann dem Bauern Bares einbringen: Laut einer Studie der Forschungsanstalt Agroscope f\u00f6rdern Bl\u00fchstreifen nicht nur die Biodiversit\u00e4t, sondern k\u00f6nnen sogar den Sch\u00e4dlingsbefall deutlich reduzieren."},"content":{"rendered":"<div id=\"content\">\n<h1><a><span class=\"info\"><strong>Bl\u00fchstreifen in Weizenfeldern verringern laut Forschern dank den in ihnen lebenden N\u00fctzlingen die Sch\u00e4dlingsdichten und steigern den Ertrag. <em>Matthias Tschumi<\/em><\/strong><\/span><\/a><a href=\"http:\/\/www.tierwelt.ch\/?rub=4499&amp;id=45355\">\u00a0<\/a><\/h1>\n<div>\n<div>\n<p>F\u00fcr Buntbrachen, S\u00e4ume oder Ackerschonstreifen auf seinem Land erh\u00e4lt der Bauer\u00a0\u00d6kosubventionen. Diese sogenannten Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderfl\u00e4chen (BFF) sollen in\u00a0erster Linie wilden Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten. Daf\u00fcr gibt es\u00a0kommerzielle Saatgutmischungen mit einheimischen Pflanzen zu kaufen. Bunte Blumenstreifen k\u00f6nnen aber sogar direkt den Ertrag auf dem Acker erh\u00f6hen,\u00a0wie Forscher um Matthias Tschumi von der Forschungsanstalt Agroscope in Z\u00fcrich\u00a0herausgefunden haben. Sie testeten dies im Rahmen des Projekts \u00ab100\u00a0N\u00fctzlingsbl\u00fchstreifen\u00bb am Winterweizen und seinem wichtigsten Sch\u00e4dling, dem\u00a0Getreideh\u00e4hnchen, einem K\u00e4fer, der die Bl\u00e4tter des Weizens frisst.<\/p>\n<p>Die Forscher s\u00e4ten einen standardisierten, drei Meter breiten Bl\u00fchstreifen\u00a0entlang von 15 Winterweizenfeldern in den Kantonen Aargau und Z\u00fcrich an. 15\u00a0Kontrollfelder blieben ohne Bl\u00fchstreifen. Die neu entwickelte Samenmischung\u00a0enthielt Dill, Buchweizen, Koriander, Kamille, Kerbel und bunte Korn- und\u00a0Mohnblumen, in denen N\u00fctzlinge wie Marien- und Laufk\u00e4fer sowie Schweb- und\u00a0Florfliegen gediehen.<\/p>\n<p><strong>60 Prozent weniger Sch\u00e4den<\/strong><br \/>\nDiese fleissigen Helfer reduzierten die Dichte von Getreideh\u00e4hnchen-Larven in\u00a0den Weizenfeldern um 40 Prozent im Vergleich zu Kontrollfeldern ohne\u00a0Bl\u00fchstreifen, die von erwachsenen Tieren um \u00fcber die H\u00e4lfte. Alle\u00a0Versuchsfelder wurden ohne Pestizide gemanagt.\u00a0Der Schaden am Winterweizen durch die Larven ging mit Bl\u00fchstreifen sogar um 60\u00a0Prozent zur\u00fcck, wie die Agroscope-Forscher und Kollegen der Universit\u00e4t Koblenz-Landau in den \u00abProceedings B\u00bb der britischen Royal Society berichten. Der\u00a0Erfolg h\u00e4ngt aber davon ab, dass mehrj\u00e4hrige artenreiche Lebensr\u00e4ume in der\u00a0N\u00e4he sind, von woher N\u00fctzlinge einwandern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00abIm Durchschnitt konnten die Bl\u00fchstreifen den Befall von \u00fcber der Schadschwelle\u00a0auf knapp darunter dr\u00fccken\u00bb, sagte Tschumi auf Anfrage der Nachrichtenagentur\u00a0sda. Die Schadschwelle ist in der integrierten landwirtschaftlichen Produktion,\u00a0die in der Schweiz so gut wie alle Bauern praktizieren, jene Sch\u00e4dlingsmenge,\u00a0ab der Insektizide gespritzt werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Alternative zu Insektiziden<\/strong><br \/>\nFazit: \u00abDer Bl\u00fchstreifen ist eine praktikable Alternative zu Insektiziden\u00bb,\u00a0schreiben die Forscher. Bisher unver\u00f6ffentlichte Daten des Teams legen zudem\u00a0nahe, dass die sanfte Methode nicht nur bei Winterweizen und Getreideh\u00e4hnchen\u00a0funktioniert, sondern auch Blattl\u00e4use auf Kartoffelpflanzen unterdr\u00fcckt.<\/p>\n<table border=\"10\" frame=\"void\" rules=\"none\" align=\"right\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.tierwelt.ch\/pages\/cms\/getMedById.cfm?medid=94864\" alt=\"Larve eines Getreideh\u00e4hnchens und Schaden am Blarr\" width=\"350\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div>Eine Larve eines Getreideh\u00e4hnchens und der von ihr angerichtete<br \/>\nSchaden am Blatt<\/div>\n<div>\u00a0 Bild: Matthias Tschumi<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Blumenmischung ist bereits seit diesem Jahr zum Anlegen von \u00abBl\u00fchstreifen\u00a0f\u00fcr Best\u00e4uber und andere N\u00fctzlinge\u00bb auf Biodiversit\u00e4tsfl\u00e4chen zugelassen, die\u00a0vom Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) mit Subventionen verg\u00fctet werden. Honig-\u00a0und Wildbienen sowie andere Best\u00e4uber profitieren n\u00e4mlich ebenso davon. Die\u00a0Wirkung der Samenmischungen in der Praxis wird derzeit noch von\u00a0Forschungsprojekten wissenschaftlich begleitet.<\/p>\n<p>Im Projekt \u00ab100 N\u00fctzlingsbl\u00fchstreifen\u00bb werden die Versuche jetzt auf\u00a0Landwirtschaftsbetriebe und landwirtschaftliche Schulen der ganzen Schweiz\u00a0ausgedehnt, erkl\u00e4rte Studienleiterin Katja Jacot von der Agroscope. Dies solle\u00a0zeigen, ob sich die vielversprechenden ersten Ergebnisse wiederholen lassen und\u00a0ob sich durch die F\u00f6rderung von N\u00fctzlingen eventuell sogar Ertragssteigerungen\u00a0erzielen lassen.<\/p>\n<p>Damit wird der \u00f6kologische Ausgleich f\u00fcr den Bauern auch kommerziell\u00a0interessant, spart er doch direkt Geld f\u00fcr Pestizide ein. \u00abDie direkte\u00a0Verbindung zwischen Bl\u00fchstreifen, weniger Sch\u00e4dlingen und weniger Sch\u00e4den an\u00a0den Kulturpflanzen sollte Bauern dazu animieren, diese F\u00f6rdermischungen auch\u00a0anzuwenden\u00bb, folgern die Forscher.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bl\u00fchstreifen in Weizenfeldern verringern laut Forschern dank den in ihnen lebenden N\u00fctzlingen die Sch\u00e4dlingsdichten und steigern den Ertrag. Matthias Tschumi\u00a0 F\u00fcr Buntbrachen, S\u00e4ume oder Ackerschonstreifen auf seinem Land erh\u00e4lt der Bauer\u00a0\u00d6kosubventionen. Diese sogenannten Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderfl\u00e4chen (BFF) sollen in\u00a0erster Linie wilden Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten. Daf\u00fcr gibt es\u00a0kommerzielle Saatgutmischungen mit einheimischen Pflanzen zu kaufen. Bunte Blumenstreifen k\u00f6nnen aber sogar direkt den Ertrag auf dem Acker erh\u00f6hen,\u00a0wie Forscher um Matthias Tschumi von der Forschungsanstalt Agroscope in Z\u00fcrich\u00a0herausgefunden haben. Sie testeten dies im Rahmen des Projekts \u00ab100\u00a0N\u00fctzlingsbl\u00fchstreifen\u00bb am Winterweizen und seinem wichtigsten Sch\u00e4dling, dem\u00a0Getreideh\u00e4hnchen, einem K\u00e4fer, der die Bl\u00e4tter des Weizens frisst. Die Forscher s\u00e4ten einen standardisierten, drei Meter breiten Bl\u00fchstreifen\u00a0entlang von 15 Winterweizenfeldern in den Kantonen Aargau und Z\u00fcrich an. 15\u00a0Kontrollfelder blieben ohne Bl\u00fchstreifen. Die neu entwickelte Samenmischung\u00a0enthielt Dill, Buchweizen, Koriander, Kamille, Kerbel und bunte Korn- und\u00a0Mohnblumen, in denen N\u00fctzlinge wie Marien- und Laufk\u00e4fer sowie Schweb- und\u00a0Florfliegen gediehen. 60 Prozent weniger Sch\u00e4den Diese fleissigen Helfer reduzierten die Dichte von Getreideh\u00e4hnchen-Larven in\u00a0den Weizenfeldern um 40 Prozent im Vergleich zu Kontrollfeldern ohne\u00a0Bl\u00fchstreifen, die von erwachsenen Tieren um \u00fcber die H\u00e4lfte. Alle\u00a0Versuchsfelder wurden ohne Pestizide gemanagt.\u00a0Der Schaden am Winterweizen durch die Larven ging mit Bl\u00fchstreifen sogar um 60\u00a0Prozent zur\u00fcck, wie die Agroscope-Forscher und Kollegen der Universit\u00e4t Koblenz-Landau in den \u00abProceedings B\u00bb der britischen Royal Society berichten. Der\u00a0Erfolg h\u00e4ngt aber davon ab, dass mehrj\u00e4hrige artenreiche Lebensr\u00e4ume in der\u00a0N\u00e4he sind, von woher N\u00fctzlinge einwandern k\u00f6nnen. \u00abIm Durchschnitt konnten die Bl\u00fchstreifen den Befall von \u00fcber der Schadschwelle\u00a0auf knapp darunter dr\u00fccken\u00bb, sagte Tschumi auf Anfrage der Nachrichtenagentur\u00a0sda. Die Schadschwelle ist in der integrierten landwirtschaftlichen Produktion,\u00a0die in der Schweiz so gut wie alle Bauern praktizieren, jene Sch\u00e4dlingsmenge,\u00a0ab der Insektizide gespritzt werden d\u00fcrfen. Alternative zu Insektiziden Fazit: \u00abDer Bl\u00fchstreifen ist eine praktikable Alternative zu Insektiziden\u00bb,\u00a0schreiben die Forscher. Bisher unver\u00f6ffentlichte Daten des Teams legen zudem\u00a0nahe, dass die sanfte Methode nicht nur bei Winterweizen und Getreideh\u00e4hnchen\u00a0funktioniert, sondern auch Blattl\u00e4use auf Kartoffelpflanzen unterdr\u00fcckt. Eine Larve eines Getreideh\u00e4hnchens und der von ihr angerichtete Schaden am Blatt \u00a0 Bild: Matthias Tschumi Die Blumenmischung ist bereits seit diesem Jahr zum Anlegen von \u00abBl\u00fchstreifen\u00a0f\u00fcr Best\u00e4uber und andere N\u00fctzlinge\u00bb auf Biodiversit\u00e4tsfl\u00e4chen zugelassen, die\u00a0vom Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) mit Subventionen verg\u00fctet werden. Honig-\u00a0und Wildbienen sowie andere Best\u00e4uber profitieren n\u00e4mlich ebenso davon. 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Damit wird der \u00f6kologische Ausgleich f\u00fcr den Bauern auch kommerziell\u00a0interessant, spart er doch direkt Geld f\u00fcr Pestizide ein. \u00abDie direkte\u00a0Verbindung zwischen Bl\u00fchstreifen, weniger Sch\u00e4dlingen und weniger Sch\u00e4den an\u00a0den Kulturpflanzen sollte Bauern dazu animieren, diese F\u00f6rdermischungen auch\u00a0anzuwenden\u00bb, folgern die Forscher. &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[74,42,75,19,67,40,51,64],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19506"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19506"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19506\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19511,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19506\/revisions\/19511"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}