{"id":20857,"date":"2019-06-17T05:37:43","date_gmt":"2019-06-17T03:37:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=20857"},"modified":"2019-06-17T05:37:43","modified_gmt":"2019-06-17T03:37:43","slug":"wikileaks-rachefeldzug-der-us-regierung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2019\/06\/wikileaks-rachefeldzug-der-us-regierung\/","title":{"rendered":"Wikileaks: Rachefeldzug der US-Regierung?"},"content":{"rendered":"<div class=\"authorline small\">von John Goetz, Elena Kuch, Reiko Pinkert<\/div>\n<div class=\"modSharing\">\n<div class=\"fixedSharingContainer small\">\n<div class=\"shareCon\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"text small\">&#8220;Es ist an der Zeit, Wikileaks als das zu benennen, was es wirklich ist: Ein nicht-staatlicher, feindlicher Geheimdienst&#8221;, sagte der heutige US-Au\u00dfenminister Mike Pompeo \u00fcber die Enth\u00fcllungs-Plattform bei einer Rede als CIA-Direktor 2017. Entsprechend behandeln die USA Assange nun nach seiner Festnahme in London. Sie werfen ihm vor, geheime Informationen erhalten und verbreitet zu haben. Und sie klagen ihn deshalb nach dem Spionage-Gesetz (&#8220;Espionage Act&#8221;) an, das Strafen bis hin zur Todesstrafe vorsieht.<\/p>\n<div class=\"mediaCon mediaTop small\">\n<div class=\"media mediaA\">\n<div id=\"stage\" class=\"widescreen\"><iframe loading=\"lazy\" id=\"pp_panorama8878\" src=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2019\/panorama8878-ardplayer_image-3f1de486-7818-405d-b52b-e324860f86ed_theme-daserste.html\" width=\"100%\" height=\"100%\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" data-mce-fragment=\"1\"><\/iframe><\/div>\n<div class=\"mediaInfo\">\n<p class=\"infotext\"><strong>Wikileaks: Rachefeldzug der US-Regierung?<\/strong><br \/>\nDie USA treiben die Auslieferung von Julian Assange voran. Doch nicht nur ihn haben die US-Ermittler im Visier: Weltweit geraten Wikileaks-Unterst\u00fctzer in Bedr\u00e4ngnis.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"text small\">Zu dem Erhalt und der Ver\u00f6ffentlichung geheimer Informationen z\u00e4hlt auch das so genannte &#8220;<a title=\"Zum Artikel: Wikileaks: Todessch\u00fctzen frei, Enth\u00fcller in Haft\" href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2011\/Wikileaks-Todesschuetzen-frei-Enthueller-in-Haft,manning101.html\">Collateral Murder<\/a>&#8220;-Video\u00a0von einem Luftangriff amerikanischer Soldaten auf Bagdad 2007.\u00a0Als &#8220;Schei\u00dfkerl&#8221; beschimpft ein US-Soldat aus einem Kampfhubschrauber \u00fcber Funk einen Iraker am Boden. Kurz darauf schie\u00dfen er und seine Kameraden auf mehr als 10 Personen. Sie zielen auf Helfer und verletzen Kinder. Unter den Toten sind auch zwei unbewaffnete Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters.<\/p>\n<p class=\"text small\"><strong>Verfolgung von Wikileaks-Unterst\u00fctzern in Deutschland<\/strong><\/p>\n<div class=\"mediaCon mediaLeft small\">\n<div class=\"media mediaA\"><img decoding=\"async\" class=\"img resize\" title=\"Jacob Appelbaum\" src=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/wikileaks322_v-ardteaserwidescreen.jpg\" alt=\"Jacob Appelbaum \u00a9 NDR Foto: Screenshot\" data-type=\"contentwidescreen,ardteaserwidescreen,zweispaltig,ardgrosswidescreen,ardgalerie,ardgrosswidescreen329,ardteaserwidescreen329,ardgalerie329,contentxl,fullhd,portraits,portraitm,portraitl\" \/><\/p>\n<div class=\"mediaInfo\">\n<p class=\"infotext\">Sollte gegen Wikileaks aussagen und f\u00fchlt sich bedroht: Der Journalist Jacob Appelbaum.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"text small\">Seit Trump im Amt ist, f\u00fchlen sich auch andere Wikileaks-Unterst\u00fctzer nicht mehr sicher. Daniel Domscheit-Berg zum Beispiel, einer der bekanntesten ehemaligen Mitstreiter von Assange, hat Post von den US-Ermittlern bekommen, die ihn auffordern, auszusagen. In Sorge sind auch Wikileaks-Unterst\u00fctzer Jacob Appelbaum und Andy M\u00fcller-Maguhn, die US-Hinweisgeberin Chelsea Manning, die einst das Collateral-Murder-Video an Assange weiter gegeben hatte und die seit Anfang M\u00e4rz meist in Beugehaft sitzt, weil sie nicht aussagen will. Und der Schwede Ola Bini, angeblich ein Hacker, der der am gleichen Tag festgenommen wurde wie Assange.<\/p>\n<p class=\"text small\">Im Herbst 2018 klingelte bei Jacob Appelbaums Rechtsanwalt das Telefon. &#8220;Sie wollten eine Aussage von mir&#8221;, sagt Appelbaum. Im Gegenzug sollte er volle Straffreiheit erhalten. &#8220;Es f\u00fchlte sich wie eine Bedrohung an.&#8221; Der Anrufer im Auftrag des Justizministeriums k\u00fcndigte an, dass die USA, sollte Appelbaum das Angebot nicht annehmen, einen Auslieferungsantrag an Deutschland stellen w\u00fcrden.<\/p>\n<div class=\"infokasten small\">\n<h3 class=\"ressort\">Weitere Informationen<\/h3>\n<div class=\"teaser\">\n<div class=\"mediaCon  \">\n<div class=\"media mediaA\"><a class=\"imglink\" title=\"Zum Artikel: Wanted for espionage - the hunt for Wikileaks\" href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/Wikileaks,wikileaks304.html\"> <img decoding=\"async\" class=\"img resize\" title=\"Wikileaks-Gr\u00fcnder Julian Assange sitzt in einem Polizeiauto und schaut aus dem Seitenfenster.\" src=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/assange162_v-ardteaserwidescreen.jpg\" alt=\"Wikileaks-Gr\u00fcnder Julian Assange sitzt in einem Polizeiauto und schaut aus dem Seitenfenster. \u00a9 dpa picture alliance\/ZUMA Press Foto: Rob Pinney\" data-type=\"contentwidescreen,ardteaserwidescreen,zweispaltig,ardgrosswidescreen,ardgalerie,ardgrosswidescreen329,ardteaserwidescreen329,ardgalerie329,contentxl,fullhd,portraits,portraitm,portraitl\" \/> <\/a><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"dachzeile\"><a title=\"Zum Artikel: Wanted for espionage - the hunt for Wikileaks\" href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/Wikileaks,wikileaks304.html\"> 13.06.19 | 21:45 Uhr <\/a><\/p>\n<h4 class=\"headline\"><a title=\"Zum Artikel: Wanted for espionage - the hunt for Wikileaks\" href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/Wikileaks,wikileaks304.html\"> Wanted for espionage &#8211; the hunt for Wikileaks <\/a><\/h4>\n<p class=\"teasertext \"><a title=\"Zum Artikel: Wanted for espionage - the hunt for Wikileaks\" href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/Wikileaks,wikileaks304.html\"> What does April 11, 2019 tell us about the Assange saga? The day when Wikileaks founder Julian Assange was removed from the Ecuadorian embassy and arrested by the UK police. <\/a>\u00a0|\u00a0<strong><a title=\"Zum Artikel: Wanted for espionage - the hunt for Wikileaks\" href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/Wikileaks,wikileaks304.html\">mehr<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"text small\">Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen f\u00fcr Folter, Nils Melzer, spricht von einer &#8220;Hexenjagd&#8221; gegen Assange und die Wikileaks-Unterst\u00fctzer. Die USA w\u00fcrden offenbar versuchen, an alle m\u00f6glichen Freunde und Mitarbeiter heranzukommen und &#8220;Druck machen&#8221;, um ihnen &#8220;Angst einzujagen&#8221;.<\/p>\n<h3 class=\"subtitle small\"><strong>Journalismus oder Spionage? <\/strong><\/h3>\n<p class=\"text small\">Die Bundestagsabgeordnete der Linken, Sevim Dagdelen, sieht in dem Vorgehen der USA gegen Wikileaks einen Angriff auf die Pressefreiheit insgesamt. &#8220;Die Protagonisten von Wikileaks sind die Dissidenten des 21. Jahrhunderts&#8221;, sagt Dagdelen. &#8220;Bei der\u00a0 Verteidigung der Freiheit von Assange, Manning und Snowden geht es um die Verteidigung der Freiheit selbst.&#8221;<\/p>\n<p class=\"text small\">Daniel Domscheit-Berg, ehemals Sprecher von Wikileaks, hat Post von der Staatsanwaltschaft in Virginia bekommen. Er wird um eine &#8220;freiwillige Vernehmung&#8221; gebeten wegen &#8220;des unerlaubten Erhalts und der Verbreitung geheimer Informationen.&#8221; Die Anfrage seiner Anw\u00e4lte, Akteneinsicht zu bekommen, um zu erfahren, ob Domscheit-Berg blo\u00df Zeuge gegen Assange sei oder selbst eine Anklage zu bef\u00fcrchten habe, wurde abgelehnt.<\/p>\n<div class=\"mediaCon mediaLeft small\">\n<div class=\"media mediaA\"><img decoding=\"async\" class=\"img resize\" title=\"Daniel Domscheit-Berg\" src=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/wikileaks320_v-ardteaserwidescreen.jpg\" alt=\"Daniel Domscheit-Berg \u00a9 NDR Foto: Screenshot\" data-type=\"contentwidescreen,ardteaserwidescreen,zweispaltig,ardgrosswidescreen,ardgalerie,ardgrosswidescreen329,ardteaserwidescreen329,ardgalerie329,contentxl,fullhd,portraits,portraitm,portraitl\" \/><\/p>\n<div class=\"mediaInfo\">\n<p class=\"infotext\">Daniel Domscheit-Berg war einst Sprecher von Wikileaks, \u00fcberwarf sich jedoch mit Julian Assange.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"text small\">Domscheit-Berg hat bis 2010 f\u00fcr Wikileaks gearbeitet. Doch 2010 kam es zum Zerw\u00fcrfnis. Er kritisierte Assanges F\u00fchrungsstil und die ungeschw\u00e4rzte Ver\u00f6ffentlichung sensibler Dokumente durch Wikileaks.<\/p>\n<p class=\"text small\">Das Projekt Wikileaks an sich will er aber nicht in Frage stellen, im Gegenteil: &#8220;Wikileaks hat den Stein einer neuen \u00c4ra ins Rollen gebracht.&#8221; Ohne Wikileaks h\u00e4tte es wichtige Enth\u00fcllungen von Missst\u00e4nden, die von \u00f6ffentlichem Interesse sind, nicht gegeben. Er z\u00e4hlt dazu unter anderem die &#8220;Panama Papers&#8221;, &#8220;Football Leaks&#8221; und den Whistleblower Edward Snowden.<\/p>\n<p class=\"text small\">Bereits unter US-Pr\u00e4sident Obama verfolgten die USA Whistleblower mit H\u00e4rte. Unter keiner anderen Regierung gab es mehr Verurteilungen mit Berufung auf den so genannten Espionage Act. Vor einem Verfahren gegen Wikileaks soll Obama aber zur\u00fcck geschreckt sein. Die Regierung war zu der Auffassung gekommen, dass Wikileaks unter den Schutz des ersten Verfassungszusatzes stehe, der die Pressefreiheit garantiert.<\/p>\n<h3 class=\"subtitle small\"><strong>Ecuadors Ann\u00e4herung an die USA<\/strong><\/h3>\n<p class=\"text small\">Ecuador hatte Assange fast sieben Jahre Asyl gew\u00e4hrt. Seit vor zwei Jahren Len\u00edn Moreno das Amt des Pr\u00e4sidenten antrat, vollzieht das Land jedoch eine 180 Grad Wende und sucht die Ann\u00e4herung an die USA. Monatelang sollen Ecuador und die USA zu dem Fall Julian Assange verhandelt haben. Dabei habe Pr\u00e4sident Moreno nur eine Bedingung gehabt, dass Assange in den USA nicht die Todesstrafe drohe.<\/p>\n<p class=\"text small\">An dem Tag, an dem Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London verhaftet wurde, nimmt die Polizei in Quito einen Freund von ihm fest: Ola Bini, ein 37 Jahre alter Schwede, ist Softwareentwickler und ein Freund von Julian Assange. Seit sechs Jahren lebt Bini in Ecuador. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun einen Angriff auf das IT-Systems Ecuadors vor.<\/p>\n<div class=\"mediaCon mediaLeft small\">\n<div class=\"media mediaA\"><img decoding=\"async\" class=\"img resize\" title=\"Ola Bini, schwedischer Programmierer, in Quito, Ecuador Mai 2019\" src=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/bini102_v-ardteaserwidescreen.jpg\" alt=\"Ola Bini, schwedischer Programmierer, in Quito, Ecuador Mai 2019 \u00a9 picture alliance\/AP Images \" data-type=\"contentwidescreen,ardteaserwidescreen,zweispaltig,ardgrosswidescreen,ardgalerie,ardgrosswidescreen329,ardteaserwidescreen329,ardgalerie329,contentxl,fullhd,portraits,portraitm,portraitl\" \/><\/p>\n<div class=\"mediaInfo\">\n<p class=\"infotext\">Freund von Julian Assange, inhaftiert in Ecuador: Der Schwede Ola Bini.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"text small\">Bei einem Haftpr\u00fcfungstermin im Mai 2019 nennt die Staatsanwaltschaft den Besitz von Computern, englischer B\u00fccher und sein Wissen als weltweit f\u00fchrender Verschl\u00fcsselungsexperte als Indizien seiner Tat. Auch in der Anklageschrift, die Panorama und SZ vorliegt, werden keine Beweise aufgef\u00fchrt. Die UN-Menschenrechtskommissionkritisiert das Vorgehens, &#8220;weil es scheint, dass die Anklage gegen Herrn Bini mit seiner Freundschaft zu und Unterst\u00fctzung von Julian Assange zu tun habe&#8221; und fordert Beweise.<\/p>\n<p class=\"text small\">Die Regierung teilt mit, Ola Bini habe Julian Assange mehr als ein dutzend Mal in der Botschaft besucht und einen teuren Server angemietet.<\/p>\n<p class=\"text small\">Ola Bini schl\u00e4ft im Gef\u00e4ngnis auf einem Pappkarton auf dem Boden. Zeitweise musste er sich mit f\u00fcnf Insassen eine Ein-Personen Zelle teilen. Reporter von Panorama und SZ haben Bini in einem Gerichtsgeb\u00e4ude in Ecuador getroffen. Warum er verhaftet wurde, verstehe er nicht, sagt er. &#8220;Was steckt dahinter, wenn der Pr\u00e4sident raus geht und mich einen Hacker nennt&#8221;, fragt Bini. &#8220;Sowohl der Pr\u00e4sident als auch die Innenministerin haben \u00f6ffentlich L\u00fcgen \u00fcber mich verbreitet.&#8221;<\/p>\n<p class=\"text small\">Seine Mutter G\u00f6rel Bini sagt, ihr Sohn sei das Gegenteil eines feindlichen Hackers: &#8220;Er entwickelt Werkzeug, um im Internet frei und privat kommunizieren zu k\u00f6nnen.&#8221; Doch nach Ansicht des Gerichts sei Bini allein durch sein Wissen eine Gefahr f\u00fcr das Land.<\/p>\n<h3 class=\"subtitle small\"><strong>UNO-Sonderbeauftragter: Julian Assange in Lebensgefahr<\/strong><\/h3>\n<div class=\"mediaCon mediaLeft small\">\n<div class=\"media mediaA\"><img decoding=\"async\" class=\"img resize\" title=\"Nils Melzer, Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen f\u00fcr Folter\" src=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/wikileaks324_v-ardteaserwidescreen.jpg\" alt=\"Nils Melzer, Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen f\u00fcr Folter \u00a9 NDR Foto: Screenshot\" data-type=\"contentwidescreen,ardteaserwidescreen,zweispaltig,ardgrosswidescreen,ardgalerie,ardgrosswidescreen329,ardteaserwidescreen329,ardgalerie329,contentxl,fullhd,portraits,portraitm,portraitl\" \/><\/p>\n<div class=\"mediaInfo\">\n<p class=\"infotext\">Sieht durch den Umgang mit Julian Assange die Pressefreiheit in Gefahr: Nils Melzer, Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen f\u00fcr Folter.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"text small\">Der UN-Sonderbeauftragte Melzer hat Assange im Mai im Londoner Gef\u00e4ngnis besucht. Drei Stunden haben \u00c4rzte in Melzers Anwesenheit Assange untersucht. Ihre Diagnose: Julian Assange zeige alle Symptome psychologischer Folter. Im Interview mit Panorama und SZ spricht der UN-Beauftragte von &#8220;einer ernsten Angelegenheit&#8221;. Er glaube, dass Assanges &#8220;Leben wirklich in Gefahr ist&#8221;. Dieser habe gro\u00dfe Angst, in die USA ausgeliefert zu werden.<\/p>\n<p>Er selbst habe Anfangs gez\u00f6gert, sich auf den Fall Julian Assange einzulassen. Das Bild der &#8220;Persona Assange&#8221; sei zu sehr \u00fcberlagert gewesen von den Vergewaltigungsvorw\u00fcrfen und den Ger\u00fcchten um seine Person. Erst als er sich eingehender mit dem Fall besch\u00e4ftigt habe, sei ihm klar geworden, dass es hier vor allem darum gehe, dass die USA einen Pr\u00e4zedenzfall schaffen wolle und das sei gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p class=\"text small\">In 17 von 18 Anklagepunkten gegen Assange geht es um den Erhalt und die Weiterverbreitung geheimer Informationen. &#8220;Wof\u00fcr er angeklagt ist, ist nichts anderes, als das, was investigative Journalisten der ganzen Welt jeden Tag machen&#8221;, sagt Nils Melzer. &#8220;Wenn wir hier nicht wachsam sind, ist die Pressefreiheit in Gefahr.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von John Goetz, Elena Kuch, Reiko Pinkert &#8220;Es ist an der Zeit, Wikileaks als das zu benennen, was es wirklich ist: Ein nicht-staatlicher, feindlicher Geheimdienst&#8221;, sagte der heutige US-Au\u00dfenminister Mike Pompeo \u00fcber die Enth\u00fcllungs-Plattform bei einer Rede als CIA-Direktor 2017. Entsprechend behandeln die USA Assange nun nach seiner Festnahme in London. Sie werfen ihm vor, geheime Informationen erhalten und verbreitet zu haben. Und sie klagen ihn deshalb nach dem Spionage-Gesetz (&#8220;Espionage Act&#8221;) an, das Strafen bis hin zur Todesstrafe vorsieht. Wikileaks: Rachefeldzug der US-Regierung? Die USA treiben die Auslieferung von Julian Assange voran. 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