{"id":20975,"date":"2019-09-29T08:05:13","date_gmt":"2019-09-29T06:05:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=20975"},"modified":"2025-08-15T15:57:06","modified_gmt":"2025-08-15T13:57:06","slug":"die-ozeane-nehmen-einen-erheblichen-anteil-an-co2-aus-der-atmosphaereauf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2019\/09\/die-ozeane-nehmen-einen-erheblichen-anteil-an-co2-aus-der-atmosphaereauf\/","title":{"rendered":"Die Ozeane nehmen einen erheblichen Anteil an CO2 aus der Atmosph\u00e4re auf"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"fancybox-image aligncenter\" src=\"https:\/\/static.wissenschaft.de\/uploads\/1\/9\/19-03-15-ozean.jpg\" width=\"456\" height=\"268\" \/><\/p>\n<p>Wissenschaft.de<\/p>\n<p>Erde+Klima<br \/>\nWie viel CO2 schlucken die Ozeane?<br \/>\n15. M\u00e4rz 2019<br \/>\nOzean<br \/>\nDer Ozean nimmt CO2 auf.Die Weltmeere sind ein wichtiger Puffer im Klimasystem. Denn ihr Wasser nimmt einen erheblichen Anteil Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosph\u00e4re auf. Wie gro\u00df diese Pufferwirkung ist und wie viel anthropogenes CO2 in den Ozeanen verschwindet, war bisher aber nur bis zum Jahr 1994 bekannt. Jetzt hat ein internationales Forscherteam dieses Wissen erweitert. Wie sie ermittelten, haben die Weltmeere von 1994 bis 2007 rund 30 Prozent des in dieser Zeitperiode vom Menschen emittierten CO2 aufgenommen. Das belegt, dass dieser Klimapuffer trotz steigender Emissionen noch gut funktioniert. Wie lange dies so bleibt, ist jedoch offen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Ozeane beeinflussen das irdische Klima in gleich mehrerer Hinsicht. Zum einen sorgen sie f\u00fcr einen Ausgleich der Temperaturen, zum anderen aber sind sie wichtiger Teil globaler Stoffkreisl\u00e4ufe \u2013 und tragen so auch dazu bei, den CO2-Gehalt der Erdatmosph\u00e4re zu regulieren. Konkret nimmt das Meer CO2 in zwei Schritten auf: Zuerst l\u00f6st sich das CO2 im Oberfl\u00e4chenwasser und erh\u00f6ht damit zun\u00e4chst dort den Kohlenstoffanteil. Dann jedoch sorgen Meeresstr\u00f6mungen und Mischungsprozesse daf\u00fcr, dass das gel\u00f6ste CO2 von der Oberfl\u00e4che bis tief in die Ozeanbecken verfrachtet wird. Dort kann der Kohlenstoff \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume verbleiben und sich anreichern. Deshalb gilt gerade das Tiefenwasser als entscheidende Kohlenstoffsenke der Erde \u2013 und als wichtiger Gegenspieler f\u00fcr den anthropogenen Treibhausgas-Aussto\u00df. Ohne die Ozeane l\u00e4ge das atmosph\u00e4rische CO2 heute h\u00f6her und der menschengemachte Klimawandel w\u00e4re entsprechend st\u00e4rker.<br \/>\nBestandsaufnahme der Kohlenstoffsenke Ozean<\/p>\n<p>Wie viel CO2 die Weltmeere seit Beginn der industriellen Revolution aufgenommen haben, hatten Wissenschaftler in den 1990er Jahren erstmals bestimmt. Mithilfe einer statistischen Methode konnten sie dabei den menschengemachten, neuen Anteil des Kohlenstoffs von dem schon seit Jahrtausenden im Ozean vorhandenen nat\u00fcrlichen CO2 unterscheiden. Damals kamen die Forscher auf einen Wert von 11,8 Milliarden Tonnen anthropogenes CO2. Doch seither sind die CO-Emissionen und damit auch der atmosph\u00e4rische CO2-Gehalt erheblich gestiegen. Deshalb hat ein internationales Team unter Leitung von Nicolas Gruber von der ETH Z\u00fcrich erneut eine Bestandsaufnahme der ozeanischen CO2-Aufnahme durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Laufe von zehn Jahren machten die Forscher daf\u00fcr \u00fcber 50 Forschungsfahrten \u00fcber die Meere und werteten tausende von Daten aus Messonden in verschiedenen Wassertiefen aus. Dadurch konnten sie rekonstruieren, wie viel anthropogenes CO2 die Ozeane von 1994 bis 2007 aufgenommen haben und wie sich diese Aufnahme gegen\u00fcber den fr\u00fcheren Werten ver\u00e4ndert hat.<br \/>\nMeere schlucken ein Drittel des anthropogenen CO2<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Die Ozeane haben von 1994 bis 2007 rund 34 Milliarden Tonnen Kohlenstoff aus anthropogenen Emissionen aufgenommen. \u201eDas entspricht einer durchschnittlichen Aufnahme von rund 2,6 Gigatonnen pro Jahr und repr\u00e4sentiert 31 Prozent der gesamten menschengemachten CO2-Emissionen in diesem Zeitraum\u201c, berichten Gruber und sein Team. Das bedeutet: Obwohl die Emissionen und die atmosph\u00e4rischen CO2-Werte seit den fr\u00fcheren Messungen deutlich zugenommen haben, haben die Ozeane Schritt gehalten. Der prozentuale Anteil, den das Meerwasser absorbiert, ist gleich geblieben \u2013 bei rund einem Drittel.<\/p>\n<p>Wie die Forscher erkl\u00e4ren, entspricht dies den aus Modellen abgeleiteten Erwartungen. Demnach entwickelt sich die Leistung des Meeres als CO2-Senke proportional zur atmosph\u00e4rischen Konzentration des CO2. \u201eDas ist eine wichtige Erkenntnis, die uns nun Gewissheit gibt, dass die unterschiedlichen Ans\u00e4tze stimmen\u201c, sagt Gruber. Die neuen Messungen best\u00e4tigen jedoch auch, dass ein Gro\u00dfteil des absorbierten CO2 zun\u00e4chst in den oberen Wasserschichten bleibt: Die H\u00e4lfte des seit 1994 zus\u00e4tzlich aufgenommenen Kohlenstoffs findet sich in den oberen 400 Metern der Meere, mehr als drei Viertel sind in den oberen 1000 Metern verteilt, wie die Forscher berichten. Nur rund sieben Prozent des anthropogenen Kohlenstoffs liegen in gro\u00dfen Wassertiefen unterhalb von 2000 Metern vor.<br \/>\nKlimapuffer funktioniert \u2013 noch<\/p>\n<p>Aber auch geografisch gibt es erhebliche Unterschiede in der Speicherrate verschiedener Meeresregionen. So hat der Nordatlantik zwischen 1994 und 2007 rund 20 Prozent weniger CO2 aufgenommen als er eigentlich sollte. \u201eDas liegt wahrscheinlich an der schw\u00e4chelnden nordatlantischen Umw\u00e4lzpumpe Ende der 90er Jahre, die ihrerseits durch Klimaschwankungen verursacht wurde\u201c, erkl\u00e4rt Gruber. Weil aber gleichzeitig der S\u00fcdatlantik vermehrt CO2 aufgenommen hat, haben sich die Werte in etwa ausgeglichen. \u00c4hnliche Schwankungen dokumentierten die Wissenschaftler auch im S\u00fcdpolarmeer, im Pazifik und im Indischen Ozean. \u201eDie Ozeansenke reagiert somit keineswegs nur auf die Zunahme des atmosph\u00e4rischen CO2 \u2013 die Sensitivit\u00e4t bez\u00fcglich klimatischer Schwankungen zeigt uns, dass hier auch gr\u00f6\u00dfere R\u00fcckkoppelungen mit dem Klimasystem m\u00f6glich sind\u201c, erkl\u00e4rt Gruber.<\/p>\n<p>Zusammenfassend belegt die aktuelle Studie, dass die ozeanische Kohlenstoffsenke noch immer funktioniert \u2013 wenn auch zu einem Preis: Das im Meer gel\u00f6ste CO2 macht das Wasser saurer. \u201eUnsere Daten zeigen, dass die Versauerung teils bis \u00fcber 3000 Meter tief ins Innere der Weltmeere reicht\u201c, sagt Gruber. Das kann schwere Folgen f\u00fcr viele Meereslebewesen haben. \u201eNicht zuletzt um solche Vorg\u00e4nge zu verstehen, ist eine genaue Dokumentation des menschlichen Einflusses in den Meeren so wichtig\u201c, betont der Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Quelle: Nicolas Gruber (Eidgen\u00f6ssische Technische Hochschule Z\u00fcrich) et al., Science, doi: 10.1126\/science.aau5153<br \/>\n15. M\u00e4rz 2019<\/p>\n<p>\u00a9 wissenschaft.de &#8211; Nadja Podbregar<br \/>\nTeilen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaft.de Erde+Klima Wie viel CO2 schlucken die Ozeane? 15. M\u00e4rz 2019 Ozean Der Ozean nimmt CO2 auf.Die Weltmeere sind ein wichtiger Puffer im Klimasystem. Denn ihr Wasser nimmt einen erheblichen Anteil Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosph\u00e4re auf. Wie gro\u00df diese Pufferwirkung ist und wie viel anthropogenes CO2 in den Ozeanen verschwindet, war bisher aber nur bis zum Jahr 1994 bekannt. Jetzt hat ein internationales Forscherteam dieses Wissen erweitert. Wie sie ermittelten, haben die Weltmeere von 1994 bis 2007 rund 30 Prozent des in dieser Zeitperiode vom Menschen emittierten CO2 aufgenommen. Das belegt, dass dieser Klimapuffer trotz steigender Emissionen noch gut funktioniert. 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