{"id":22543,"date":"2021-09-10T10:28:36","date_gmt":"2021-09-10T08:28:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=22543"},"modified":"2021-09-11T06:20:11","modified_gmt":"2021-09-11T04:20:11","slug":"greenwashing-der-perfiden-art-wir-leisten-uns-saubere-elektro-autos-mit-niedriger-emission-waehrend-afrika-mit-uralten-schrottkarren-ueberschwemmt-wird-die-bei-uns-in-europa-laengst-keine-zulassung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2021\/09\/greenwashing-der-perfiden-art-wir-leisten-uns-saubere-elektro-autos-mit-niedriger-emission-waehrend-afrika-mit-uralten-schrottkarren-ueberschwemmt-wird-die-bei-uns-in-europa-laengst-keine-zulassung\/","title":{"rendered":"Greenwashing der perfiden Art: Wir leisten uns saubere Elektro-Autos mit niedriger Emission, w\u00e4hrend Afrika mit uralten Schrottkarren \u00fcberschwemmt wird, die bei uns in Europa l\u00e4ngst keine Zulassung mehr bek\u00e4men. Die Krux bei der Sache: Wir im Norden k\u00f6nnen so clean und klimaneutral werden, wie nur m\u00f6glich, Afrika und der Rest der Welt wird es in absehbarer Zeit nicht. Und was den Klimaneutralforderern wohl noch nicht aufgegangen ist, wir leben auf einer Kugel, auf der alles mit allem verbunden ist. Das, was in Afrika vorgeht, betrifft auch den Norden, denn wir haben alle gemeinsam nur eine Atmosph\u00e4re&#8230;"},"content":{"rendered":"<div class=\"seitenkopf\">\n<div class=\"seitenkopf__media columns twelve m-twelve\">\n<div class=\"ts-picture__wrapper\"><picture class=\"ts-picture ts-picture--topbanner\"><source srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-101~_v-mittelgross16x9.jpg\" type=\"image\/png\" media=\"(max-width: 420px)\" \/><source srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-101~_v-videowebm.jpg\" type=\"image\/png\" media=\"(max-width: 767px)\" \/><source srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-101~_v-gross20x9.jpg\" type=\"image\/png\" media=\"(max-width: 1023px)\" \/><\/picture><\/div>\n<h1><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-101~_v-gross20x9.jpg\" \/><\/h1>\n<h1 class=\"ts-picture__wrapper\"><span class=\"seitenkopf__topline\">Gebrauchtwagen <\/span> <span class=\"seitenkopf__headline--text\">Europas Schrott auf Afrikas Stra\u00dfen<\/span><\/h1>\n<div>\n<div class=\"copytext-element-wrapper columns twelve\">\n<div class=\"columns twelve m-nine m-offset-one\">\n<div class=\"id-card\">\n<div class=\"columns eight m-ten\">\n<div class=\"id-card__description\"><span class=\"id-card__name\">Von: Jana Genth<\/span> <span class=\"id-card__studio\">ARD-Studio Johannesburg<\/span> <a class=\"id-card__twitter-id\" href=\"https:\/\/twitter.com\/JanaGenth\">@JanaGenth<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"copytext-element-wrapper columns twelve\">\n<div class=\"id-card__description\"><picture class=\"js-picture id-card__img loaded\"><\/picture><span class=\"id-card__name\">Antje Diekhans<\/span> <span class=\"id-card__studio\">ARD-Studio Nairobi<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"seitenkopf__data columns twelve m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n<div class=\"seitenkopf__title\">\n<p class=\"seitenkopf__datetime\">Stand: 17.11.2020 05:03 Uhr<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\"><strong>Immer mehr ausrangierte Autos aus Industriestaaten werden in afrikanische L\u00e4nder weiterverkauft. Dort werden sie zur Gefahr &#8211; f\u00fcr den Verkehr und f\u00fcr Klima und Umwelt, warnen die UN.<\/strong><\/p>\n<div class=\"copytext-element-wrapper columns twelve\">\n<div class=\"columns twelve m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n<div class=\"authorline\">\n<div class=\"authorline__text\">\n<div class=\"authorline__author\">Von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg, und Antje Diekhans, ARD-Studio Nairobi<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Eine Stra\u00dfenkreuzung in Kenias Hauptstadt Nairobi. Hier warten Taxifahrer auf Kundschaft. Kaum ein Auto ist j\u00fcnger als zehn Jahre &#8211; enigen sieht man an, dass sie aus unterschiedlichen Teilen zusammengeschwei\u00dft sind. Fast alle Fahrer haben schon Unf\u00e4lle oder Fast-Unf\u00e4lle gehabt.<!--more--><\/p>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">&#8220;Die Motorhaube hat sich ge\u00f6ffnet, als ich etwa 80 Stundenkilometer gefahren bin. Zum Gl\u00fcck habe ich es noch geschafft, das Auto zu stoppen&#8221;, erz\u00e4hlt ein Mann, der sich als Robinson vorstellt. &#8220;Unf\u00e4lle sind normal. Du bist unterwegs und der Wagen reagiert nicht mehr richtig. Dann trittst du auf die Bremse, aber es ist zu sp\u00e4t und du bist schon auf ein anderes Auto aufgefahren.&#8221;<\/p>\n<div class=\"absatzbild absatzbild--l columns twelve m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n<div class=\"absatzbild__media\">\n<div class=\"ts-picture__wrapper\"><picture class=\"ts-picture js-picture ts-picture--copytext-l loaded\"><source src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/res\/assets\/image\/lazy-image-placeholder.jpg\" srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-mittelgross1x1.jpg\" type=\"image\/png\" media=\"(max-width: 420px)\" data-srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-mittelgross1x1.jpg\" \/><source class=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/res\/assets\/image\/lazy-image-placeholder.jpg\" srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-videoweb1x1l.jpg\" type=\"image\/png\" media=\"(max-width: 767px)\" data-srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-videoweb1x1l.jpg\" \/><source class=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/res\/assets\/image\/lazy-image-placeholder.jpg\" srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-videowebl.jpg\" type=\"image\/png\" media=\"(max-width: 1023px)\" data-srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-videowebl.jpg\" \/><source class=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/res\/assets\/image\/lazy-image-placeholder.jpg\" srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-videowebl.jpg\" type=\"image\/png\" media=\"(min-width: 1024px)\" data-srcset=\"\/multimedia\/bilder\/kenia-taxis-103~_v-videowebl.jpg\" \/><\/picture><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"absatzbild__info\">\n<p class=\"absatzbild__info__text\">Taxis in den Slums von Kibera am Rand von Nairobi. <span class=\"absatzbild__info__copyright\">Bild: picture alliance \/ ZUMAPRESS.com<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Die Sicherheit auf den Stra\u00dfen ist das eine. Das andere sind die sch\u00e4dlichen Abgase, die von den alten Autos ausgesto\u00dfen werden. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP schl\u00e4gt Alarm. Denn die Zahl der Fahrzeuge wird in den n\u00e4chsten Jahren noch zunehmen, sagt Direktorin Inger Andersen: &#8220;Die globale Fahrzeugflotte wird sich bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppeln. 90 Prozent dieses Wachstums wird wahrscheinlich in L\u00e4ndern verzeichnet, die ein geringes Pro-Kopf-Einkommen haben. Dort werden vor allem importierte Gebrauchtwagen gekauft.&#8221;<\/p>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Das Problem: Diese Autos sind oft in einem katastrophalen Zustand. Ausgemustert und teils sogar ausgeschlachtet in Europa, Japan oder den USA werden sie Richtung Afrika verschifft. &#8220;Entwicklungsl\u00e4nder vor allem in Afrika dienen als Schrottplatz f\u00fcr Autos, die von den reichen L\u00e4ndern nicht mehr als sicher oder sauber genug angesehen werden&#8221;, sagt Andersen. &#8220;Das widerspricht allen Regeln der Fairness. Und es ist ein Grund, sich um die Gesundheit der Menschen und um die Umwelt zu sorgen.&#8221;<\/p>\n<h2 class=\"meldung__subhead columns twelve m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two\">14 Millionen Gebrauchtwagen binnen drei Jahren<\/h2>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Das UN-Umweltprogramm ver\u00f6ffentlichte zuletzt eine Studie, wonach innerhalb von drei Jahren weltweit etwa 14 Millionen Gebrauchtwagen exportiert wurden. Mehr als drei Viertel gingen in arme L\u00e4nder. Ein Gro\u00dfteil der Fahrzeuge erf\u00fcllt nicht die geltenden Umweltstandards. F\u00fcr die K\u00e4ufer z\u00e4hlt vor allem, dass die Wagen erschwinglich sind.<\/p>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Eddy Chiriga steckt mitten in Verhandlungsgespr\u00e4chen mit einem Kunden. Er ist ein erfahrener Autoverk\u00e4ufer in Simbabwes Hauptstadt Harare. Vor einigen Jahren hat er bei einem Verkehrsunfall ein Bein verloren. Aber das h\u00e4lt ihn nicht davon ab, weiter seinen Beruf auszu\u00fcben.<\/p>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Die Autos, die er anbietet, sind alle schon viele Jahre alt. Er achte auf den Zustand der Wagen, nicht auf das Baujahr, meint Chiriga. Er f\u00fcrchtet gro\u00dfe Nachteile, wenn der Export gebrauchter Fahrzeuge eingeschr\u00e4nkt werden sollte. &#8220;Unser Gesch\u00e4ft wird nicht \u00fcberleben, wenn nur noch Autos, die nicht \u00e4lter als f\u00fcnf Jahre sind, eingef\u00fchrt werden d\u00fcrfen&#8221;, sagt er. &#8220;Solche Wagen k\u00f6nnen sich nur Firmen oder Organisationen leisten. F\u00fcr die normalen Leute sind sie unerschwinglich.&#8221;<\/p>\n<h2 class=\"meldung__subhead columns twelve m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two\">Gebrauchtwagen-Regulierungen wie in Europa<\/h2>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Die Vereinten Nationen haben eine Initiative gestartet, um Mindeststandards f\u00fcr den Import von Gebrauchtautos aufzustellen. Es gehe dabei nicht darum, den Handel v\u00f6llig zu unterbinden, sagt UNEP-Direktorin Andersen: &#8220;Wir verlangen kein komplettes Verbot. Aber der Gebrauchtwagenmarkt sollte genauso reguliert sein, wie er es in Europa ist.&#8221;<\/p>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">Mehrere afrikanische L\u00e4nder haben schon neue Richtlinien erlassen. Ghana beispielsweise begrenzt jetzt den Import: Fahrzeuge, die besch\u00e4digt oder in einem schlechten Zustand sind, sollen nicht mehr eingef\u00fchrt werden &#8211; und sie d\u00fcrfen generell nicht \u00e4lter als zehn Jahre sein. Die Elfenbeink\u00fcste und Mauritius haben vor Jahren \u00e4hnliche Schritte unternommen. Der Studie des UN-Umweltprogramms zufolge sind die Gesch\u00e4fte dadurch nicht zur\u00fcckgegangen, sagt Autorin Jane Akumu:<\/p>\n<blockquote class=\"zitatabsatz columns twelve m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two\"><p>Sie waren in der Lage, sehr saubere Wagen zu importieren. Die Gesamtzahl der Fahrzeuge hat weiter zugenommen.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two textabsatz columns twelve\">W\u00e4hrend die Belastung f\u00fcr die Umwelt trotzdem abnimmt: Von Afrikas Stra\u00dfen sollen nur die unsicheren Abgasschleudern verschwinden, die in Europa schon l\u00e4ngst nicht mehr fahren d\u00fcrfen. &#8220;Schrott-Fahrzeuge sollten verschrottet werden&#8221;, betont Andersen. &#8220;Dann werden ihre Bestandteile recycelt und neu verwendet. Alle Autos, die nicht mehr fahrtauglich sind, sollten aus dem Verkehr gezogen werden. Das w\u00e4re eine gute Sache.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebrauchtwagen Europas Schrott auf Afrikas Stra\u00dfen Von: Jana Genth ARD-Studio Johannesburg @JanaGenth Antje Diekhans ARD-Studio Nairobi Stand: 17.11.2020 05:03 Uhr Immer mehr ausrangierte Autos aus Industriestaaten werden in afrikanische L\u00e4nder weiterverkauft. Dort werden sie zur Gefahr &#8211; f\u00fcr den Verkehr und f\u00fcr Klima und Umwelt, warnen die UN. Von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg, und Antje Diekhans, ARD-Studio Nairobi Eine Stra\u00dfenkreuzung in Kenias Hauptstadt Nairobi. Hier warten Taxifahrer auf Kundschaft. Kaum ein Auto ist j\u00fcnger als zehn Jahre &#8211; enigen sieht man an, dass sie aus unterschiedlichen Teilen zusammengeschwei\u00dft sind. 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