{"id":22560,"date":"2021-09-16T05:52:55","date_gmt":"2021-09-16T03:52:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=22560"},"modified":"2021-09-16T05:56:42","modified_gmt":"2021-09-16T03:56:42","slug":"das-zusammenspiel-der-naturphaenomene-auf-unserem-schoenen-blauen-planeten-ist-leider-noch-kaum-erforscht-aber-das-was-bekannt-ist-ist-absolut-grandios","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2021\/09\/das-zusammenspiel-der-naturphaenomene-auf-unserem-schoenen-blauen-planeten-ist-leider-noch-kaum-erforscht-aber-das-was-bekannt-ist-ist-absolut-grandios\/","title":{"rendered":"Das Zusammenspiel der Naturph\u00e4nomene auf unserem sch\u00f6nen blauen Planeten ist leider noch nicht gen\u00fcgend erforscht, aber das, was bekannt ist, ist absolut grandios&#8230;."},"content":{"rendered":"<h3><img decoding=\"async\" class=\"img\" title=\"Wetterthema\" src=\"https:\/\/wetter.tagesschau.de\/import\/wetter-cms\/wetterthema\/wt1631704136_xl.jpg\" alt=\"Wetterthema\" data-ctrl-attributeswap=\"{'id':'ae28','action':{'xs':{'src':'\/\/wetter.tagesschau.de\/import\/wetter-cms\/wetterthema\/wt1631704136.jpg'},'s':{'src':'\/\/wetter.tagesschau.de\/import\/wetter-cms\/wetterthema\/wt1631704136.jpg'},'m':{'src':'\/\/wetter.tagesschau.de\/import\/wetter-cms\/wetterthema\/wt1631704136_xl.jpg'},'l': {'src':'\/\/wetter.tagesschau.de\/import\/wetter-cms\/wetterthema\/wt1631704136_xl.jpg'},'xl':{'src':'\/\/wetter.tagesschau.de\/import\/wetter-cms\/wetterthema\/wt1631704136_xl.jpg'}}}\" \/><\/h3>\n<h3 class=\"headline small\">Kieselalgen als Klimaretter<\/h3>\n<p class=\"einleitung small\">Dass wir atmen k\u00f6nnen, verdanken wir Lebewesen, die so klein sind, dass man sie mit blo\u00dfem Auge nicht erkennen kann. Lebewesen, von denen die wenigsten wissen, dass es sie \u00fcberhaupt gibt.<\/p>\n<p class=\"text small\">Pflanzen produzieren mithilfe von Photosynthese Sauerstoff. Das ist an sich nichts Neues. Was dagegen \u00fcberrascht: Mehr als die H\u00e4lfte des Sauerstoffs in unserer Luft stammt nicht von Buche, Eiche oder Ahorn, sondern von winzigen Lebewesen in unseren Ozeanen. Unz\u00e4hlige Mikroalgen, zu denen auch die Kieselalgen z\u00e4hlen, wandeln mithilfe von Sonnenlicht Kohlenstoffdioxid und Wasser in Biomasse um, in der das CO2 gebunden wird, ohne dem Klima zu schaden. Als &#8220;Abfallprodukt&#8221; entstehen Tonnen von Sauerstoff &#8211; jeden zweiten Atemzug verdanken wir den Meeresalgen. W\u00fcrden sie nicht so viel Kohlenstoffdioxid aus der Luft filtern, w\u00e4re die Klimakrise bereits weit schlimmer als sie aktuell ist.<!--more--><\/p>\n<p>Die Einzeller sind Teil eines uralten Kreislaufs. Dank ihnen kann in den Meeren tonnenweise Krill, tierisches Plankton, leben. Krill wiederum stellt die Nahrungsgrundlage f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Meeresbewohner dar: Fische und Wale fressen die Kleinstlebewesen in gro\u00dfen Mengen. Scheiden sie diese schlie\u00dflich wieder aus, sinken die \u00dcberreste zusammen mit abgestorbenen Kieselalgen als &#8220;Meeresschnee&#8221; auf den Grund und lagern sich als Sedimentschicht ab. Auf diese Weise wurde in den vergangenen zwei Jahrhunderten \u00fcber ein Viertel des von Menschen produzierten Kohlenstoffdioxids aus der Luft gefiltert und in Form von Kohlenstoff am Meeresgrund gespeichert.<\/p>\n<p>Hebt sich im Laufe der Jahrmillionen durch tektonische Plattenverschiebung der Meeresboden oder sinkt der Wasserspiegel, so wird die Sedimentschicht an die Oberfl\u00e4che gebracht. Wie etwa in der Bod\u00e9l\u00e9-Senke im n\u00f6rdlichen Tschad. St\u00fcrme peitschen \u00fcber die weite Fl\u00e4che und wirbeln den Staub kilometerhoch in die Atmosph\u00e4re. Dort wird er von den Passatwinden nach S\u00fcdamerika getragen und liefert dem eigentlich kargen Regenwaldboden wichtige N\u00e4hrstoffe. Nicht zuletzt dank Kieselalgen und Co. konnte sich im Amazonasgebiet eine solch reiche Vegetation entwickeln. Der Regenwald wiederum beeinflusst das Klima weltweit, auch den Niederschlag in der Antarktis. Die Eismassen transportieren Ger\u00f6ll und Staub ins Meer. Diesen nutzen dort wiederum die Kieselalgen, um sich ihren Panzer zu bauen, ohne den sie sich nicht fortpflanzen k\u00f6nnen. An guten Tagen kann die Zahl der Algen geradezu explodieren, ganze Algenteppiche sind dann vom All aus zu sehen. Diese dienen dann den gr\u00f6\u00dferen Lebewesen als Nahrung \u0085 und der Kreislauf beginnt von vorn.<\/p>\n<p>Durch unseren Einfluss jedoch droht das System aus dem Gleichgewicht zu geraten. Wasserverschmutzung, zu gro\u00dfe CO2-Mengen und steigende Wassertemperaturen machen den Algen zu schaffen. In den letzten 70 Jahren hat sich die Masse des Planktons fast halbiert. Was geschieht, wenn irgendwann zu wenige Kieselalgen wachsen und der Kreislauf zum Erliegen kommt, ist nicht mit letzter Gewissheit zu sagen. Zu wenig wissen wir \u00fcber die fein aufeinander abgestimmten Prozesse auf unserem Planeten. Dass die Folgen weltweit zu sp\u00fcren sein werden, ist dagegen sicher. Wird das Wasser w\u00e4rmer und versauert, so k\u00f6nnten die Kieselalgen nicht mehr in der Lage sein, in dem Ma\u00dfe wie bisher Kohlenstoffdioxid aufzunehmen. Gleichzeitig produzieren sie weniger lebenswichtigen Sauerstoff und k\u00f6nnen gr\u00f6\u00dferen Meereslebewesen nicht mehr ausreichend als Nahrungsgrundlage dienen. Das System kommt aus dem Gleichgewicht, der uralte Kreislauf zum Erliegen.<\/p>\n<p>Isabel Kurth<br \/>\nARD-Wetterkompetenzzentrum<\/p>\n<h3 class=\"headline small\">Kieselalgen als Klimaretter<\/h3>\n<p class=\"einleitung small\">Dass wir atmen k\u00f6nnen, verdanken wir Lebewesen, die so klein sind, dass man sie mit blo\u00dfem Auge nicht erkennen kann. Lebewesen, von denen die wenigsten wissen, dass es sie \u00fcberhaupt gibt.<\/p>\n<p class=\"text small\">Pflanzen produzieren mithilfe von Photosynthese Sauerstoff. Das ist an sich nichts Neues. Was dagegen \u00fcberrascht: Mehr als die H\u00e4lfte des Sauerstoffs in unserer Luft stammt nicht von Buche, Eiche oder Ahorn, sondern von winzigen Lebewesen in unseren Ozeanen. Unz\u00e4hlige Mikroalgen, zu denen auch die Kieselalgen z\u00e4hlen, wandeln mithilfe von Sonnenlicht Kohlenstoffdioxid und Wasser in Biomasse um, in der das CO2 gebunden wird, ohne dem Klima zu schaden. Als &#8220;Abfallprodukt&#8221; entstehen Tonnen von Sauerstoff &#8211; jeden zweiten Atemzug verdanken wir den Meeresalgen. W\u00fcrden sie nicht so viel Kohlenstoffdioxid aus der Luft filtern, w\u00e4re die Klimakrise bereits weit schlimmer als sie aktuell ist.<\/p>\n<p>Die Einzeller sind Teil eines uralten Kreislaufs. Dank ihnen kann in den Meeren tonnenweise Krill, tierisches Plankton, leben. Krill wiederum stellt die Nahrungsgrundlage f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Meeresbewohner dar: Fische und Wale fressen die Kleinstlebewesen in gro\u00dfen Mengen. Scheiden sie diese schlie\u00dflich wieder aus, sinken die \u00dcberreste zusammen mit abgestorbenen Kieselalgen als &#8220;Meeresschnee&#8221; auf den Grund und lagern sich als Sedimentschicht ab. Auf diese Weise wurde in den vergangenen zwei Jahrhunderten \u00fcber ein Viertel des von Menschen produzierten Kohlenstoffdioxids aus der Luft gefiltert und in Form von Kohlenstoff am Meeresgrund gespeichert.<\/p>\n<p>Hebt sich im Laufe der Jahrmillionen durch tektonische Plattenverschiebung der Meeresboden oder sinkt der Wasserspiegel, so wird die Sedimentschicht an die Oberfl\u00e4che gebracht. Wie etwa in der Bod\u00e9l\u00e9-Senke im n\u00f6rdlichen Tschad. St\u00fcrme peitschen \u00fcber die weite Fl\u00e4che und wirbeln den Staub kilometerhoch in die Atmosph\u00e4re. Dort wird er von den Passatwinden nach S\u00fcdamerika getragen und liefert dem eigentlich kargen Regenwaldboden wichtige N\u00e4hrstoffe. Nicht zuletzt dank Kieselalgen und Co. konnte sich im Amazonasgebiet eine solch reiche Vegetation entwickeln. Der Regenwald wiederum beeinflusst das Klima weltweit, auch den Niederschlag in der Antarktis. Die Eismassen transportieren Ger\u00f6ll und Staub ins Meer. Diesen nutzen dort wiederum die Kieselalgen, um sich ihren Panzer zu bauen, ohne den sie sich nicht fortpflanzen k\u00f6nnen. An guten Tagen kann die Zahl der Algen geradezu explodieren, ganze Algenteppiche sind dann vom All aus zu sehen. Diese dienen dann den gr\u00f6\u00dferen Lebewesen als Nahrung \u0085 und der Kreislauf beginnt von vorn.<\/p>\n<p>Durch unseren Einfluss jedoch droht das System aus dem Gleichgewicht zu geraten. Wasserverschmutzung, zu gro\u00dfe CO2-Mengen und steigende Wassertemperaturen machen den Algen zu schaffen. In den letzten 70 Jahren hat sich die Masse des Planktons fast halbiert. Was geschieht, wenn irgendwann zu wenige Kieselalgen wachsen und der Kreislauf zum Erliegen kommt, ist nicht mit letzter Gewissheit zu sagen. Zu wenig wissen wir \u00fcber die fein aufeinander abgestimmten Prozesse auf unserem Planeten. Dass die Folgen weltweit zu sp\u00fcren sein werden, ist dagegen sicher. Wird das Wasser w\u00e4rmer und versauert, so k\u00f6nnten die Kieselalgen nicht mehr in der Lage sein, in dem Ma\u00dfe wie bisher Kohlenstoffdioxid aufzunehmen. Gleichzeitig produzieren sie weniger lebenswichtigen Sauerstoff und k\u00f6nnen gr\u00f6\u00dferen Meereslebewesen nicht mehr ausreichend als Nahrungsgrundlage dienen. Das System kommt aus dem Gleichgewicht, der uralte Kreislauf zum Erliegen.<\/p>\n<p>Isabel Kurth<br \/>\nARD-Wetterkompetenzzentrum<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kieselalgen als Klimaretter Dass wir atmen k\u00f6nnen, verdanken wir Lebewesen, die so klein sind, dass man sie mit blo\u00dfem Auge nicht erkennen kann. Lebewesen, von denen die wenigsten wissen, dass es sie \u00fcberhaupt gibt. Pflanzen produzieren mithilfe von Photosynthese Sauerstoff. Das ist an sich nichts Neues. 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