{"id":331,"date":"2008-08-27T06:37:06","date_gmt":"2008-08-27T04:37:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=331"},"modified":"2009-01-07T04:57:48","modified_gmt":"2009-01-07T03:57:48","slug":"vier-tassen-aus-bunzlau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2008\/08\/vier-tassen-aus-bunzlau\/","title":{"rendered":"Vier Tassen  aus Bunzlau"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/p10100111.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-476\" title=\"p10100111\" src=\"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/p10100111-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"157\" height=\"209\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor vielen Jahren bekam ich von meinen Eltern, wir lebten seinerzeit auf dem Prenzelberg in Ostberlin, zu meinem f\u00c3\u00bcnften Geburtstag ein Kinderservice aus Bunzlau geschenkt. Eine kleine Tasse, eine dazu passende Untertasse und einen Teller. An das Muster, es wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Bekannte mit den Tupfen gewesen sein, kann ich mich nicht mehr erinnern.<br \/>\nWenn ich viele Jahre sp\u00c3\u00a4ter auf Flohm\u00c3\u00a4rkten eines Standes angesichtig wurde, der Bunzlaugeschirr feil bot, so zog dieser mich magisch an. Ich musste einfach stehenbleiben und mir das anheimelnd gem\u00c3\u00bctlich wirkende Bauerngeschirr betrachten. Es weckte meine Begehrlichkeit. <!--more-->Am liebsten h\u00c3\u00a4tte ich alles aufgekauft, was ich da vor mir sah, mindestens jedoch eine von den bauchigen blaugetupften Teekannen oder einige der Tassen oder besser beides zusammen. Doch hatte ich mich stets im Griff, denn diese wie auch immer Blaugemusterten, glaubte ich, passten nicht in meine K\u00c3\u00bcche, nicht zu meinem \u00c3\u00bcbrigen Geschirr und auch nicht zu mir, nicht zu uns.<br \/>\nImmer wieder war ich vern\u00c3\u00bcnftig und sagte, nein, wenn sie \u00c3\u00bcber mich kommen wollte die Unvernunft.<br \/>\nVor ein paar Wochen habe ich ihr endlich nachgegeben und mir  vier gro\u00c3\u0178e Tassen, eigentlich Trinkbecher gekauft. Nichts, gar nichts auf der Welt h\u00c3\u00a4tte mich davon zur\u00c3\u00bcckhalten k\u00c3\u00b6nnen. Keine warnende innere Stimme und auch keine von au\u00c3\u0178en. Ich musste sie einfach haben. Mir war klar, was mein Mann sagen w\u00c3\u00bcrde: <em>&#8220;Sie sind blau, sie passen nicht zu uns\u00e2\u20ac\u00a6!&#8221;<\/em> Es war mir wurscht.<br \/>\nZu Hause standen sie dann etwas sp\u00c3\u00a4ter auf dem K\u00c3\u00bcchentisch, meine Tassen, die Blauen. Bockig rechtfertigte ich mich, wohl sehend, wissend, es stimmt. Ich wollte es nicht wahr haben, aber dieses wundersch\u00c3\u00b6ne phantastisch tiefe Bau w\u00c3\u00bcrde unter den vielen anders farbigen und gemusterten Trinkbechern ein Au\u00c3\u0178enseiter bleiben.<br \/>\nEine L\u00c3\u00b6sung musste her!<br \/>\nIch entschloss mich dazu, jedem von uns eine blaue Tasse zu \u00c3\u00bcberantworten, auch mir selbst, f\u00c3\u00bcr unsere jeweiligen Zimmer. Meine blauen Trinkbecher waren gerettet. Vereinzelt w\u00c3\u00bcrde es gehen, als Einzelst\u00c3\u00bccke haben und behalten sie ihre Daseinsberechtigung, in Gemeinschaft leider nicht.<\/p>\n<p>Foto: by Barbara Wenzel-Winter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor vielen Jahren bekam ich von meinen Eltern, wir lebten seinerzeit auf dem Prenzelberg in Ostberlin, zu meinem f\u00c3\u00bcnften Geburtstag ein Kinderservice aus Bunzlau geschenkt. Eine kleine Tasse, eine dazu passende Untertasse und einen Teller. 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