{"id":5576,"date":"2010-10-12T09:36:51","date_gmt":"2010-10-12T08:36:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=5576"},"modified":"2010-10-23T14:42:56","modified_gmt":"2010-10-23T13:42:56","slug":"mit-federn-besteckt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2010\/10\/mit-federn-besteckt\/","title":{"rendered":"Mit Federn besteckt!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5992\" title=\"P1010004\" src=\"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010004.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"265\" srcset=\"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010004.jpg 784w, http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010004-300x241.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/a>by barbara wenzel-winter<br \/>\n\u00c4ltere Frauen pflegten mich seinerzeit mit sehns\u00fcchtigem Blicken zu fragen, ob denn die Haarpracht meiner Kleinen echt sei, oder ob ich da nachgeholfen h\u00e4tte? Nein, hatte ich nicht, brauchte ich auch nicht, denn Maxi hatte dies Gekr\u00e4usel von ihrem Vater geerbt, dem zu diesem Zeitpunkt allerdings schon etliches davon oben auf seinem Kopf abhanden gekommen war. Aber erkennbar war immer noch, von wem <!--more-->unsere Tochter die Locken hatte. Von mir jedenfalls nicht, auch dies war klar, denn zu dieser Zeit lie\u00df ich meine spagettigeraden Haare raspelkurz schneiden, mit anderen Worten ich trug den Igel. Ob nun diese meine Frisur Maxi dazu inspiriert\u00a0 hatte, ihrerseits zur Schere zu greifen und Friseur zu spielen, wei\u00df ich nicht. Auf jeden Fall erschien sie eines morgens mit ihrer kleinen Kinderschere in der Hand und verlangte, freudestrahlend auf ihren Kopf deutend, Beifall. Mir stockte der Atem, angesichts dessen, was ich da sah. Meine Zweij\u00e4hrige hatte sich fast s\u00e4mtliche Locken abgeschnitten, allerdings in unregelm\u00e4\u00dfiger L\u00e4nge. Sie sah tats\u00e4chlich so aus als sei sie unversehens in eine H\u00e4ckselmaschine geraten oder als sei sie ein Vogel in der Mauser. Eben grauslich!<br \/>\nIch konnte beim besten Willen keine Begeisterung heucheln, sie w\u00e4re mir im Halse stecken geblieben.<br \/>\nSo ruhig, wie es mir\u00a0 unter diesen Umst\u00e4nden m\u00f6glich war, fragte ich meinen Sr\u00f6\u00dfling warum um alles in der Welt sie dies getan hatte?\u00a0 Inzwischen war auch ihr die Euphorie abhanden gekommen, ob meines Entsetzens, sah mich ziemlich bedeppert an und zuckte hilflos mit ihren kleinen Schultern. Nach ein paar Minuten hatte ich mich wieder gefangen und so einigerma\u00dfen im Griff. Der kleine freche Wurzel sah wirklich saukomisch aus mit seinen Haarb\u00fcscheln, die alle eine unterschiedliche L\u00e4nge zu haben schienen. Wie sollte ich in diese vermurkste Frisur Ordnung bekommen? Ich holte meine Haarschneideschere und versuchte das Unm\u00f6gliche, ich schnitt Maxis Haare auf eine einheitliche L\u00e4nge, n\u00e4mlich auf die der k\u00fcrzesten Stoppeln. Viel war nicht \u00fcbrig geblieben, von ihrer gelockten Haarpracht, eigentlich gar nichts.<\/p>\n<p>Aber da die Natur auch die k\u00fcrzesten Haare nachwachsen l\u00e4sst, musste ich halt nur gen\u00fcgend Geduld aufbringen. Die Zeit w\u00fcrde alles wieder in Ordnung bringen. Die kleine Haark\u00fcnstlerin \u00fcberbr\u00fcckte die Zeit des Nachwachsens, findig und phantasievoll in dem sie sich bunte Federn in die kurzen Fransen steckte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>by barbara wenzel-winter \u00c4ltere Frauen pflegten mich seinerzeit mit sehns\u00fcchtigem Blicken zu fragen, ob denn die Haarpracht meiner Kleinen echt sei, oder ob ich da nachgeholfen h\u00e4tte? 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