{"id":6442,"date":"2010-11-11T07:39:01","date_gmt":"2010-11-11T06:39:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=6442"},"modified":"2010-11-11T07:47:13","modified_gmt":"2010-11-11T06:47:13","slug":"woody-allen-oder-wattwanderung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2010\/11\/woody-allen-oder-wattwanderung\/","title":{"rendered":"Woody Allen oder Wattwanderung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/P1010029.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6445\" title=\"P1010029\" src=\"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/P1010029.jpg\" alt=\"\" width=\"403\" height=\"302\" \/><\/a>An einem nebligen Samstag machten wir uns mit einem wei\u00dfen  winzigen Kombi auf den Weg  an die K\u00fcste.  Es stand ein Kinobesuch, &#8220;der Stadtneurotiker&#8221; von Woody Allen oder eine Autofahrt an die Nordsee zur Auswahl. Da ich mir seinerzeit, zu meiner Schande, unter Woody Allen nicht viel vorstellen konnte und mir speziell der Titel &#8220;der Stadtneurotiker&#8221; zu verf\u00e4nglich erschien, neurotisch war ich schlie\u00dflich selbst und nicht zu knapp, \u00fcberredete ich meinen Zuk\u00fcnftigen zu einem Nordseeausflug. <!--more--><br \/>\nAutofahrten hatten f\u00fcr mich etwas Au\u00dferordentliches, etwas Faszinierendes, denn dazu hatte ich seinerzeit nur sehr selten Gelegenheit. Mein Choffeur machte seine Sache recht gut fand ich, er fuhr ruhig und sehr souver\u00e4n f\u00fcr seine Mittezwanzig, besser jedenfalls als meine Freundin Petra, die stets ziemlich nerv\u00f6s und zappelig an der Gangschaltung ihres K\u00e4fers herumriss.<br \/>\nWir steuerten ein kleinen Ort direkt hinter Bremerhaven an. Ich wei\u00df nicht, was ich mir vorgestellt hatte, aber das, was sich mir da jetzt bot, machte  \u00fcberhaupt keinen sehr vertrauenerweckenden Eindruck, es war ein ziemlich \u00f6des Nest und bestand nur aus ein paar mickrigen uncharmanten H\u00e4uschen. Es war das Gegenteil von jeglicher Romantik. Von der Nordsee war weit und breit nichts zu sehen. Entt\u00e4uschung machte sich f\u00fchlbar bei uns beiden breit, \u00fcber die wir allerdings kein Wort verloren. Um zur K\u00fcste zu kommen war es n\u00f6tig wieder mal endlos durch die Gegend zu kurven. Endlich am gro\u00dfen Wasser angelangt, war von diesem weit und breit nichts zu sehen, denn wir hatten Ebbe. Was nun? Auf dem einzigen Parkplatz hatten wir jede Menge Platz, wir schienen tats\u00e4chlich die einzigen Besucher dieses \u00f6den Fleckches Erde zu sein. Keine Menschenseele weit und breit.  Da wir nun schon mal hier waren und keiner dem anderen eingestehen wollte, wie mies er alles fand, blieb uns nichts weiter \u00fcbrig, wenn wir den Ausflug nicht als gescheitert erkl\u00e4ren wollten, allen Mut zusammen zu nehmen und ins Watt zu gehen, denn einen Strand, den wir uns zum Spazierengehen gew\u00fcnscht hatten, gab es auch nicht.<br \/>\nInzwischen nebelte es nicht nur, nein es hatte auch noch begonnen zu nieseln.  F\u00fcr eine Wattwanderung \u00fcberhaupt nicht ausger\u00fcstet marschierten wir tapfer los.Vor allem Gummistiefel h\u00e4tten wir jetzt brauchen k\u00f6nnen. Ich trug zwar Stiefel aber hochhackige, und in diesem Fall denkbar unpraktische.  Dazu auch noch zu allem \u00dcberflu\u00df weite modische schwarze Hosen, deren Saum bei jedem Schritt Kontakt mit dem wabernden Schlick aufnahm. Mit anderen Worten sie schleiften durch den Modder.  Der Schlick sog unsere F\u00fc\u00dfe bei jedem Schritt sofort ein, so dass wir nur sehr m\u00fchsam einen Fu\u00df vor den anderen  setzen konnten. Binnen Kurzem sah ich unten herum wie ein Schwein in der Sule aus. Meinem Begleiter ging es nicht anders. Schweigend und verbissen schritten wir trotz allen Widrigkeiten aus. Weit kamen wir jedoch nicht. Die Vernunft lie\u00df uns ziemlich bald das Unm\u00f6gliche einsehen und so schnell es uns m\u00f6glich war, zum Ufer zur\u00fcck zu schlingern. Dort angelangt, s\u00e4uberten wir nicht wenig frustriert unsere Schuhe an den wenigen Grashalmen,die aufzutreiben waren, setzten uns ins Auto und fuhren ziemlich einsilbibig den Weg \u00fcber die Autobahn nach Bremen zur\u00fcck.  Gewissensbisse plagten mich, meinen Kotzbrocken zu diesem bl\u00f6den Trip \u00fcberredet zu haben. H\u00e4tte ich doch um Himmels Willen zugesagt, ins Kino zu gehen, in welchen Film auch immer, sogar der Stadtneurotiker w\u00e4re in dem Fall besser gewesen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem nebligen Samstag machten wir uns mit einem wei\u00dfen winzigen Kombi auf den Weg an die K\u00fcste. Es stand ein Kinobesuch, &#8220;der Stadtneurotiker&#8221; von Woody Allen oder eine Autofahrt an die Nordsee zur Auswahl. 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