{"id":6911,"date":"2011-12-17T06:00:42","date_gmt":"2011-12-17T05:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=6911"},"modified":"2020-02-24T08:43:26","modified_gmt":"2020-02-24T06:43:26","slug":"weihnachtsschnueffelei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2011\/12\/weihnachtsschnueffelei\/","title":{"rendered":"Weihnachtsschn\u00f6kerei"},"content":{"rendered":"<p>Ich lie\u00df eigentlich keine Puppe so wie sie war und spielte nicht auf herk\u00f6mmliche Weise mit ihnen, so wie vermutlich andere M\u00e4dchen. Ich zog sie sofort aus und zweckentfremdete sie. Puppen waren im Grunde stinklangweilig. Um so erstaunlicher war es, dass ich mir mit meinen dreizehn Jahren noch einmal eine w\u00fcnschte.<!--more--> Diesmal sollte es eine richtige Babypuppe sein. Wichtiger waren allerdings die Schlittschuhe. Ich brauchte sie dringend, um mit meiner Freundin Ute mithalten und mit ihr endlich Schlittschuh laufen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIndes traute ich meinen Eltern nicht recht \u00fcber den Weg. Ich glaubte nicht daran, dass sie meinem Wunsch speziell in Punkto Schlittschuhe nachkommen w\u00fcrden, denn ich hatte bisher nicht gerade mit \u00fcberragender Sportlichkeit gegl\u00e4nzt. Ich vermutete, nicht ganz zu unrecht, dass sie diesen Wunsch f\u00fcr eine Schnapsidee hielten.<br \/>\nKurz vor Weihnachten konnte ich nicht mehr an mich halten und begann alle m\u00f6glichen Verstecke nach Weihnachtsgeschenken abzusuchen. Ich schn\u00fcffelte erst den gro\u00dfen Wandschrank im Flur durch: nichts. Dann im Wohnzimmerschrank und Kleiderschrank meiner Eltern: auch nichts. Ich wurde unruhig und war schon dicht an Panik, als ich ganz hinten auf dem Kleiderschrank mehrere Pakete fand. Mit heftig klopfenden Herzen \u00f6ffnete ich das Gr\u00f6\u00dfte davon. Es waren tats\u00e4chlich Schlittschuhe, meine Eltern w\u00fcrden mir tats\u00e4chlich die ersehnten Schlittschuhe schenken. Die Gedanken rasten in meinem Kopf. Was sollte ich jetzt tun? Ich wusste jetzt ja schon, was ich zu Weihnachten bekommen w\u00fcrde. Sollte ich mich so benehmen, als w\u00fcsste ich nichts? Das war wohl das Beste. Bekam ich das aber auch wirklich hin? Jeder musste mir doch sicherlich sofort anmerken, dass ich es schon l\u00e4ngst wusste. Gleichzeitig war mir siedendhei\u00df. Ich hatte geschn\u00fcffelt, meinen Eltern misstraut. Ich war gemein, ein gemeines hinterh\u00e4ltiges Kind. Aber das Allerf\u00fcrchterlichste war: was sollte ich am Heiligabend w\u00e4hrend der Bescherung tun? Ich musste wohl schauspielern, so tun als ob. So tun, als h\u00e4tte ich die Schlittschuhe zum ersten Mal gesehen. Grauenhaft, schon allein beim Gedanken daran, lief es mir kalt den R\u00fccken hinunter. Was hatte ich da nur getan? H\u00e4tte ich doch nur nie nach den Weihnachtsgeschenken gesucht. Ich beschloss, nie, nie, nie, niemals mehr nach irgendetwas Geschenk\u00e4hnlichem zu schn\u00fcffeln.<\/p>\n<p><em>Mehr Geschichten aus meinem Buch<\/em><strong><em> Storch im Salat <\/em><\/strong><br \/>\n<em>k\u00f6nnen sie lesen, in dem sie auf das entsprechende Cover rechts clicken und es bei Amazon erwerben!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lie\u00df eigentlich keine Puppe so wie sie war und spielte nicht auf herk\u00f6mmliche Weise mit ihnen, so wie vermutlich andere M\u00e4dchen. Ich zog sie sofort aus und zweckentfremdete sie. Puppen waren im Grunde stinklangweilig. 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