{"id":9579,"date":"2012-02-10T06:08:25","date_gmt":"2012-02-10T05:08:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/?p=9579"},"modified":"2024-12-08T11:03:24","modified_gmt":"2024-12-08T09:03:24","slug":"winterfreundin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kunstgalerie-barbara.de\/blog\/2012\/02\/winterfreundin\/","title":{"rendered":"Winterfreundin&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte entdeckt, dass sie genauso gerne Schlittschuh lief wie ich, aber\u00a0 genau wie ich nicht besonders gut. Sigrid war ein etwas unscheinbares dunkelhaariges M\u00e4dchen mit Ponny-Kurzhaarfrisur, die ein klein wenig an eine traurige Spitzmaus erinnerte. Von ihrem Wesen her war sie angenehm friedlich, zuverl\u00e4ssig und vor allem gewillt, mit mir Unsportlicher auf dem Eis ihre Runden zu drehen. <!--more-->Dies taten wir einen ganzen Winter lang einmal pro Woche auf der Eislaufbahn der\u00a0 Essener Grugahalle.\u00a0 Den Eintritt f\u00fcr diesen Spa\u00df mu\u00dften wir selbstverst\u00e4ndlich von unserem \u00e4u\u00dferst knappen Taschengeld selbst bestreiten.<br \/>\nSigrids Probleme mit ihrem arbeitslosen kr\u00e4nkelnden und k\u00f6rperbehinderten Vater, der von ihr verlangte, dass sie, bevor sie mit mir abdampfte, den Haushalt\u00a0 ganz allein auf Trab brachte, verstand ich nicht wirklich. Da ihre Mutter verstorben war, lebte sie mit ihm alleine. Er wachte eifers\u00fcchtig \u00fcber seine Tochter und ihre Freizeit. Diese\u00a0 f\u00fcr mich in intakten Verh\u00e4ltnissen Aufwachsende,\u00a0 jenseits aller Vorstellungskraft.<br \/>\nIch holte Sigrid meist von zu Hause ab, weil ihr Vater Wert darauf legte, zu wissen, mit wem seine Tochter unterwegs war. Dies kostete mich sch\u00fcchterne Dreizehnj\u00e4hrige nicht wenig \u00dcberwindung !<br \/>\nEndlich auf der Eisbahn angekommen und die Schlittschuhe an den F\u00fc\u00dfen, klammerten wir beide uns beim Laufen aneinander wie kleine \u00c4ffchen, um auf\u00a0 der Eisfl\u00e4che\u00a0 nicht hinzuknallen. Im gro\u00dfen Strom der sich im Uhrzeigersinn Drehenden angekommen, wurden wir mitgezogen. Nur mu\u00dften wir aufpassen\u00a0 nicht zu langsam zu werden und aus dem Tritt zu kommen, um nicht von den Schnelleren geschubst zu werden.<br \/>\nEines Tages jedoch, wir hatten schon einige Runden gedreht und vermuteten nichts B\u00f6ses, bekam ich mit einer Schlittschuhkufe einen Sto\u00df gegen mein Schienenbein. Von dem Sto\u00df selbst, bekam ich zun\u00e4chst gar nichts mit, erst als ich mit saum\u00e4\u00dfig schmerzendem Schienenbein auf meinem Hintern sa\u00df, ahnte ich, was mir passiert war. Denken konnte ich wegen der starken Schmerzen nicht viel. Ein Junge wollte mich voller Hilfsbereitschaft sofort wieder auf die Beine stellen, um zu verhindern, dass mir noch jemand in dem Gewimmel, zu allem \u00dcberfluss noch meine Finger abgefahren wurden.<br \/>\nIch sch\u00fcttelte, immer noch benommen den Kopf,\u00a0 musste abwarten, bis mein l\u00e4diertes Bein mich wieder trug. Als ich wieder in der Senkrechten war, klammerte ich mich erst recht an Sigrid fest.<br \/>\nVon da an war mir das Eislaufen vermiest. Misstrauisch be\u00e4ugte ich alle, die sich mit uns im Kreis Bewegenden auf etwaige \u00dcbergriffe.<\/p>\n<p>Weitere Geschichten in meinem Buch\u00a0 <em><strong><br \/>\nStorch im Salat<\/strong><\/em>.<br \/>\nMit einem klick auf das Cover rechts sind Sie bei Amazon und k\u00f6nnen es erstehen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte entdeckt, dass sie genauso gerne Schlittschuh lief wie ich, aber\u00a0 genau wie ich nicht besonders gut. Sigrid war ein etwas unscheinbares dunkelhaariges M\u00e4dchen mit Ponny-Kurzhaarfrisur, die ein klein wenig an eine traurige Spitzmaus erinnerte. 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