Die unter Jugendlichen immer stärker grassierenden Alkoholexzesse…
…wirken auf mich wie ein Aufschrei der Orientierungslosen nach einem Halt, eben nach Orientierung. Dieser Schrei ist ein Schrei nach klarer Ansage, die in unserer Gesellschaft leider gar nicht oder nur halbherzig stattfindet. Es funktioniert, wie wir sehen können, leider überhaupt nicht, Jugendliche ausprobieren zu lassen, wie weit sie gehen können, denn nicht jeder hat eine natürliche Bremse in sich und stoppt rechtzeitig. Trauriges Fazit sind dann die vielen Ausprobierenden, die sinnlos besoffen in den Ambulanzen landen.
Woher sollen unsere Kinder wissen, wie weit sie zu gehen haben, wenn wir es ihnen nicht sagen und vor allem nicht vorleben? Es reicht auch nicht, Wasser zu predigen, wenn Papa oder Mama selbst in Punkto Alkoholkosum nicht das rechte Maß finden können. Da muss in unserer Gesellschaft schon mehr passieren, in der es auch unter so genannten Erwachsenen üblich ist, mal eben ein Bierchen oder auch mehr zu trinken, um den inneren Schweinehund zu betäuben und um in Gesellschaft schön locker und aufgeräumt zu sein, obwohl einem gar nicht danach zu Mute ist.
Es wäre besser, sich in dem Fall zu fragen, ob die Hemmschwelle, die man mitunter hat, nicht ganz natürlich ist, statt sie mit aller Gewalt mit Hilfe von Alkohol nieder zu boxen.
Wenn es unter Erwachsenen also mehr als cool ist, Alkohol als Mittel zu benützen, um mit dem harten Alltag klar zu kommen und einen über den Durst zu trinken, warum um alles in der Welt wird es dann bei unseren Kindern verurteilt?
Im Übrigen tragen  selbstverständlich wir Erwachsene die Hauptverantwortung für diese Saufexzesse, Erwachsene die Jugendlichen Alkohol welcher Art verkaufen statt es ihnen zu verweigern, was durchaus möglich wäre.


