Laubfegen, oder was!?!?
Etwa Zwei Jahre ist es her und der Herbst lag schon in den letzten Zügen bzw. an unserem großen Ahorn hingen nur noch ein paar mickrige Blätter, als mich nach dem Samstaggroßeinkauf, wir waren gerade dabei das Gekaufte ins Haus zu schleppen, ein angeblich wohlmeinender Nachbar fragte (andere gibt es sowieso scheinbar nicht), ob ich Probleme mit dem Laubfegen hätte. Er konnte mir dabei nicht so recht aufs Fell sehen. “Nein, wieso?” fragte ich nichts Böses vermutend zurück.
Er deutete hämisch grinsend die Strasse entlang, auf die wenigen einsamen Blätter, die über Nacht noch vom Baum gefallen waren. Ich setzte hinzu, dass ich gestern gefegt hätte, täte es im übrigen regelmäßig und setzte jetzt nun doch schon etwas genervt hinzu, das Laub auf der Fahrbahn gedächte ich eh nicht wegzufegen. Im Stillen dachte ich mir: “Wenn Du Lust hast, kannst Du es ja selbst tun.” Da ihm anscheinend die Luft ausgeangen war, drehte er wortlos ab und ging in sein Haus.
Wenige Tage später hatte ein Herbststurm auch die allerletzten Blätter von den Bäumen gefegt und der Wind hatte eine ganze Menge des Herbstlaubes der ganzen Umgebung gemeinerweise genau auf der Straße vor dem Haus meines Kritisierers versammelt. “Was nun?” dachte ich mit nicht gelinder Schadenfreude, “was würde passieren?” Ich wartete gespannt, jedoch vergeblich. Nichts passierte. Der wohlmeinende Nachbar fühlte sich anscheinend nicht für das Laub vor seinem Haus verantwortlich, denn es war ja nicht das Laub seiner Bäume, nur das Laub der öffentlichen Anlage vis a vis. Er wartete ohne einen Finger zu rühren auf den Straßenräumdienst, der ein paar Wochen später die letzten Reste des Herbstes beseitigte.


