Umwelt
-
Das Sozialleben der Kühe…
Wissenschaftler an der Bristol University in Großbritannien fanden heraus, dass Kühe beste Freunde haben und Cliquen, genau wie Menschen, und dass sich die Tiere gegenseitig pflegen und lecken, um ihre Zuneigung zu demonstrieren.Das Sozialleben der Kühe
Viele Kühe sind anhängliche Tiere von tief greifender Loyalität gegenüber ihren Familien und menschlichen Gefährten. Kühe können ihre Körperhaltung und ihre Stimmlaute dazu einsetzen, eine ganze Palette an Emotionen auszudrücken, einschließlich Zufriedenheit, Interesse, Wut und Leid. Diese sanften Riesen trauern, wenn jemand gestorben ist, den sie liebten, und können sogar Tränen über dessen Tod vergießen.
Eine Herde Kühe ist einem Rudel Wölfe mit Alpha-Tieren und komplexer Sozialdynamik sehr ähnlich. Jede Kuh ist imstande, mehr als 100 Herdenmitglieder zu erkennen und Sozialbeziehungen sind sehr wichtig für sie. Kühe gehen enge Freundschaften mit bestimmten Mitgliedern der Herde ein — besonders die Mutter-Tochter-Beziehung ist eng und Kälber gehen Bindungen mit anderen ihrer Altersgruppe ein.
Die Sozialbeziehungen zwischen Kühen beeinflussen viele Bereiche ihres täglichen Lebens. Legt sich die Herde z.B. ab für ein Nickerchen, hat jede Stellung einer Kuh und die Anordnung, wie sie liegen, einen direkten Bezug zu ihrem Status in der Herde.
Kühe unter unnatürlichen Bedingungen aufzuziehen, wie z.B. in überfüllten Weiden, ist für sie sehr stressig, da es ihre Hierarchie stört. Der Forscher der University of Saskatchewan, Jon Watts, merkt an, dass Kühe, die in Gruppen von mehr als 200 auf kommerziellen Weiden gehalten werden, ständig unter Stress leiden und Dominanz ausfechten (Weiden in Amerika umfassen jeweils Tausende Kühe). Er sagt, dies trete auf, weil die Kühe ihren Müttern zu früh weggenommen würden, man ihnen ausreichenden Platz vorenthält und sie ihre Nische in einer solchen großen Gruppe nicht finden.
Dies ähnelt wohl sehr dem Gefühl, das Menschen hätten, würden sie auf kleinster Fläche mit Tausenden ihnen fremden Personen zusammengepfercht. Genau wie wir, mögen auch Kühe in der Nähe ihrer Familie und Freunde sein, und der Stress des Lebens in der Intensivhaltung führt dazu, dass sie sich verstört, verängstigt und alleine fühlen.

Kühe trauern
Trennt man sie von ihren Familien, Freunden oder menschlichen Gefährten, trauern Kühe über diesen Verlust. Wissenschaftler berichten, dass Kühe sichtlich bedrückt werden, selbst nach einer kurzen Trennung. Die Mutter-Kalb-Beziehung ist besonders fest, und es gibt zahlreiche Berichte über Mutterkühe, die fanatisch nach ihren Babies rufen und sie suchen, wenn man ihnen die Kälbchen weggenommen und auf Kalbfleischfarmen verkauft hat.
Der Autor Oliver Sacks, M.D., schrieb von einem Besuch, den er und die Rinderexpertin Dr. Temple Grandin auf einer Milchfarm absolvierten und von dem großen Tumult aus Gebrüll, das sie hörten, als sie ankamen: “‘Sie haben wohl heute morgen die Mütter von den Kälbchen getrennt’, meinte Temple, und tatsächlich, genau das war geschehen. Wir sahen eine Kuh außerhalb des Geheges umherstreifen und nach ihrem Kalb suchen und brüllen. ‘Das ist keine glückliche Kuh’, meinte Temple. ‘Das ist eine traurige, unglückliche, verärgerte Kuh. Sie will ihr Baby. Sie brüllt nach ihm, sucht nach ihm. Sie mag es für eine Weile vergessen, doch dann beginnt sie von neuem. Es ist wie ein Grämen, Trauern – darüber wurde noch nicht viel geschrieben. Die Menschen gestehen ihnen nicht gerne Gedanken oder Gefühle zu.’”
John Avizienius, der Senior Scientific Officer in der Abteilung “Nutztiere” in the Farm Animals Department der RSPCA in Großbritannien, sagt, dass er “sich an eine spezielle Kuh erinnert, die mindestens für eine Dauer von sechs Wochen schwer getroffen schien von der Trennung von ihrem Kalb. Als ihr das Kalb weggenommen wurde, war sie zunächst in akuter Gram; sie stand vor dem Gehege, wo sie ihr Kalb zuletzt gesehen hatte und brüllte stundenlang nach ihrem Kind. Sie ging erst weg, als man sie dazu zwang. Selbst noch nach sechs Wochen blickte die Mutter immer wieder auf das Gehege, wo sie ihr Kalb zuletzt sah, und blieb manchmal für einen Augenblick vor dem Gehege stehen. Es war fast so, als hätte man ihren Geist gebrochen, und alles, was sie tun konnte, war, Anzeichen von Gesten zu machen, ob ihr Kalb noch da wäre.”

Kühe wollen nicht sterben
Dies sind nur einige wenige der endlosen Geschichten über Kühe, die an ihrem Leben hängen und den Tod fürchten, genau wie Menschen und alle anderen Tiere. Alleine in Deutschland werden alljährlich ca. 4,2 Millionen Kühe für die Fleisch- und Milchindustrie getötet. Schon in jugendlichem Alter verbrennt man sie mit heißen Eisen (Brandmarken), reißt ihnen die Hoden aus dem Hodensack (Kastration) und schneidet oder brennt ihnen die Hörner ab – alles ohne Schmerzmittel. Sind sie herangewachsen und groß genug, transportiert man sie auf riesige, dreckige Weiden, um für die Schlachtung gemästet zu werden.
Die ca. 4,8 Millionen Kühe, die auf Milchfarmen in Deutschland leben, verbringen den Großteil ihres Lebens entweder in riesigen Ställen oder auf von Fäkalien verseuchten Dreckplätzen, wo Krankheiten grassieren. Kühe, die ihrer Milch wegen gehalten werden, werden immer wieder geschwängert, ihre Kälber aber nimmt man ihnen weg und entsendet sie auf Kalbfleischfarmen oder andere Milchfarmen. Geben ihre ausgemergelten Körper nicht mehr länger genug Milch her, landen auch sie beim Schlachter und schließlich im Fleischwolf, um Hamburger aus ihnen zu machen.
Zahlreiche Kühe sterben auf dem Weg zum Schlachter, und die Überlebenden erschießt man mit einem Bolzenschuss, hängt sie an den Beinen auf und schleppt sie auf die Tötungsebene, wo man ihnen die Kehle aufschlitzt und sie häutet. Manche Kühe sind noch voll bei Bewusstsein während des gesamten Prozess
-
Ein guter Grund auf Pelze welcher Art auch immer zu verzichten…
-
Nicht nur lagern Altlasten in Form von Kampfgasen sowohl in Nord und Ostsee nun auch noch zu allem Überfluß auf dem Gebiet der Bundesrepublik, mitten unter uns also. Dies scheint niemanden zu beunruhigen, bis es zur Katastrophe kommt, diese Kampfgase austreten und beispielsweise ins Grundwasser geraten. Es ist wirklich an der Zeit diese Altlasten unschädlich zu machen!
An vielen Orten in Deutschland lagern unerkannt chemische Kampfstoffe aus den Weltkriegen – und verrotten. Die Bundesregierung interessiert sich kaum für das Problem. Die Grünen sprechen von “tickenden Zeitbomben”.
Von Frido Essen, RB
Sarin, Tabun, Phosgen oder Senfgas: Chemiewaffen gehören zu den grausamsten Waffen, die es gibt. Für den Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden Hunderttausende Tonnen Giftgasbomben und Granaten in Deutschland hergestellt und gelagert.
Was nach den Kriegen mit der tödlichen Munition geschah, ist nur sehr lückenhaft dokumentiert. Beim Wiederaufbau gerieten die Waffen schnell in Vergessenheit. Doch es gibt mindestens 200 Orte in Deutschland, an denen noch immer Chemiewaffen unerkannt lagern und langsam verrotten, sagt Karsten Helms vom Ingenieurbüro Mull und Partner, das sich als eines der wenigen in Deutschland mit den Altlasten beschäftigt
-
Von wegen wüst und leer: Selbst in den trockensten Zonen der Westsahara wachsen große Bäume. Der Befund überrascht Fachleute. Wachsen die Wüsten wirklich?
KI findet unzählige Bäume in der Wüste
Von wegen wüst und leer: Selbst in den trockensten Zonen der Westsahara wachsen große Bäume. Der Befund überrascht Fachleute. Wachsen die Wüsten wirklich?
© 35007 / Getty Images / iStock (Ausschnitt)Die Trockengebiete Westafrikas sind viel dichter bewachsen als bisher gedacht. Mit Hilfe hochauflösender Satellitenbilder und eines Maschinenlern-Algorithmus entdeckte eine Arbeitsgruppe mehr als 1,8 Milliarden Bäume in den Trockengebieten Westafrikas. Wie das Team um Martin Brandt von der Universität Kopenhagen in »Nature« schreibt, haben bisherige Untersuchungen in der Region den Baumbestand besonders der trockenen Gebiete deutlich unterschätzt. Insgesamt 11 000 Satellitenbilder mit einer Auflösung von einem halben Meter ließ das Team von einem Algorithmus untersuchen, den es zuvor mit händisch identifizierten Bäumen in solchen Satellitenbildern trainiert hatte. Sogar die Wüste zeige eine überraschend hohe Baumdichte, berichtet das Team.
Solche isolierten Bäume sind bisher nur wenig erforscht, ihre Bedeutung für Tiere und Wasserhaushalt in trockenen Ökosysteme ist jedoch immens. Derartige Effekte könnten nun mit der neuen Technik systematisch erforscht werden. Außerdem verspricht die automatisierte Analyse von Satellitenbildern ein viel genaueres Bild vom Baumbestand der Erde. Das Verfahren hat allerdings auch Grenzen. So verliert es unterhalb einer bestimmten Kronengröße schnell an Genauigkeit, und ebenso, wenn sich in feuchteren Gebieten Kronen überlappe
-
Zugvögel wie Wildgänse, Kraniche ect. reisen übrigens auch nachts oder besser bei Dunkelheit! Obwohl wir Menschen ihnen meist nicht besonders viel zutrauen, haben sie fantastische Fähigkeiten. Ich höre sie im Herbst in den frühen Morgenstunden nicht besonders leise über unser Haus ziehen…..
-
Es geht nicht wirklich um Verbrenner oder Elektroautos, es geht nach wie vor nur um Geschwindigkeitsbegrenzung. Der Fokus der Autohersteller dürfte nicht in erster Linie auf hoher Geschwindigkeit liegen, sondern auf sparsamem Verbrauch. Dies zusammen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen würden die Emissionen erheblich senken…..
-
Der Herbst ist da und mit ihm die wunderschönen geheimnisvollen Frühnebel….
-
Morbides und Natur sind gute Partner….
-
Dramatische Folge von Chinas Importstopp Der langlebige Plastikmüll ist global eines der größten Umweltprobleme. Seit 2018 hat sich die Situation weiter verschärft. Damals stoppte China praktisch alle Importe von Plastikmüll, vor allem aus Europa und den USA. Wie dramatisch die Folgen sind, zeigt nun ein Bericht von Interpol. Das Gros des Plastikmülls wird nun illegal entsorgt.
-
Warum verklappen wir alle Arten von Müll in stillgelegten Bergwerken und auf illegalen Müllkippen in Brandenburg? Es müßte doch inzwischen allen klar sein, wenn wir ihn nicht recyclen können, es besser wäre ihn in MVAs zu verheizen, um wenigstens noch Strom damit zu erzeugen…..
Michael Billig „Schwarz. Rot. Müll.“ Die Deals der Müllmafia
Die Deutschen trennen pflichtbewusst ihren Müll. Dabei landet oftmals alles im gleichen Verbrennungsofen. Wenn es richtig schlecht läuft, werden Plastik, Pappe, Hausmüll und Industrieabfälle einfach verscharrt, in illegalen Deponien. Der Journalist Michael Billig hat solche Fälle zusammengetragen.
Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
- Illegale Deponien in Deutschland (Buchcover Herder/ Hintergrund picture-alliance Patrick Pleul)
Mehr zum Thema
Illegale Abfalltransporte Das Geschäft mit dem Müll
Michael Thews (SPD) zu Müllexporten „Erst mal vernünftige Kontrollen“
Sein Interesse für das Thema Müllverklappung entdeckte Michael Billig vor etwa fünf Jahren. Bei Recherchen im brandenburgischen Neuendorf stieß er auf ein illegales Abfalllager. Bis dahin habe er Wissenschaftlern und Branchenvertretern geglaubt, die behaupteten, in Deutschland produziere man keinen Müll mehr. Das seien Wertstoffe, die wiederverwendbar seien. Aber die mit Abfall überhäufte LPG-Brache in Neuendorf habe seine Ansicht geändert. Und sie weckte sein journalistisches Interesse.
Michael Billig schreibt über die deutschen Vorschriften zur Entsorgung, die eigentlich vorbildlich seien, und über die Kontrollmechanismen, die der Schwachpunkt des Systems sind. Denn die Müllverwerter beproben und analysieren selbst, sie deklarieren ihren Müll selbst. Routinekontrollen durch Behörden fänden nur selten statt. Selbst Verdachtsfällen gehe man oft nur mit einem Anruf oder einer schriftlichen Anfrage beim Verdächtigen nach.
Der Autor beschreibt die verschlungenen Wege der Schattenwirtschaft, Netzwerke aus zahlreichen Firmen, der Müll läuft durch verschiedene Hände, bevor er irgendwo verschwindet. Die Ahndung von Umweltvergehen gestaltet sich schwierig und langwierig, weil bereits die Aufdeckung so schwierig ist. Zudem setzten Gerichte ihre Prioritäten oft auf andere Verbrechen.
Die illegalen Deponien, die seit den 90er entstanden sind, liegen zuhauf in Brandenburg. Michael Billig hat eine Karte dazu veröffentlicht.
Michael Billig: „Schwarz. Rot. Müll. Die schmutzigen Deals der deutschen Müllmafia“,
Herder Verlag, 239 Seiten, 22 Euro.



































