Wechselhafte Inkontinenz …

Geschrieben am Montag, März 18, 2013 um 10:07
in der Kategorie: Allgemeines

…ist ein Phänomen, daß mich seit nun beinahe zwanzig Jahre gelegentlich begleitet. Gemeint ist, auf die Toilette zu müssen, aber das Gefühl zu haben, den richtigen Zeitpunkt verpasst zu haben und nicht schnell genug das Klo zu erreichen. Es gibt Zeiten, da meine Schließmuskulatur prima funktioniert. Selbst nach stundenlanger Kloabstinenz schaffe ich es locker auf die Toilette. Dann aber gibt es Phasen, da es eben nicht so locker funktioniert, meine Blasenschließmuskulatur verrückt spielt und ich um keinen Preis daran denken darf, ob ich es wohl noch schaffe, zwei Etagen nach oben zu rennen, aufs Örtchen! Dann kann es passieren, kurz vor dem Ziel meiner Wünsche, daß mich, das, was ich um jeden Preis zurück halten wollte, unkontrolliert verläßt  und ich rein gar nichts dagegen tun kann!
Schlimmer ist es allerdings unterwegs, denn innerhalb Bremens gibt es nur wenige öffentliche Toiletten und wenn dann immer genau da, wo ich sie gerade nicht brauche. Um dieses Problem auszuschalten benutzte ich kürzlich zum ersten Mal seit meiner Babyzeit etwas Windelartiges, nämlich eine Pampers für Erwachsene, eine Höschenwindel. Macht nichts, dachte ich mir, ist immer noch besser als  untenrum mit nassen Klamotten herumzulaufen. Aber genau da kam mir die sechzig  Jahre lange Dressur in die Quere, nur auf dem dafür vorgesehenen Ort zu pinkeln und pfui doch nicht mehr in die Windel, böses Kind !!!!!!!
Ich mußte zwar plötzlich entsetzlich nötig,  trotzdem kam nicht der kleinste Tropfen heraus! Die Überwindung war riesengroß es einfach laufen zu lassen. Als es dann passierte stand ich da, wie angenagelt und konnte mich nur und ausschließlich auf das konzentrieren, was da untenrum lief! Zum Glück stand ich gerade unauffällig vor unserem parkenden Auto und tat als suche ich etwas innerhalb unseres Wagens.
Man stelle sich vor, der Drang hätte mich mitten auf der Straße oder im Supermarkt ereilt, ich wäre  paralysiert stehen geblieben um das zu beoachten, was da in meiner Hose vor sich ging. Das zweite Mal war dann schon unproblematischer, besser ist allerdings in jedem Fall man kann bei seinem Windelgeschäft sitzen. Zweimal war ich bisher mit Pampers unterwegs aber zum Glück ist die Windelzeit im Moment vorbei und ich halte es länger aus, als noch vor zwei Monaten. Was allerdings nicht bedeutet, daß ich es zu Hause immer rechtzeitig aufs Örtchen schaffe!

 

4 Antworten to “Wechselhafte Inkontinenz …”

  1. Martin
    Mai 14th, 2013 12:24

    Sehr geehrte Frau Wenzel-Winter,
    Hut ab, dass Sie den Mut haben, diese Problematik überhaupt zur Sprache zu bringen. Obwohl in Deutschland je nach Schätzung vier bis acht Millionen Menschen auf die eine oder andere Weise von Inkontinenz betroffen sind, handelt es sich dabei nach wie vor um ein Tabuthema. Die meisten Betroffenen igeln sich ein, wissen noch nicht einmal, dass es adäquate Produkte gibt, wie Windeln und Vorlagen, die große Sicherheit geben. Als Betroffener habe ich die Erfahrung gemacht, dass selbst manche Ärzte und Apotheker mit der Thematik überfordert sind und man als Patient häufig auf sich allein gestellt ist. Man muss sich aber immer vor Augen halten, dass man/frau mit der Inkontinenz nicht allein ist, sondern es Millionen Menschen ebenso geht, es sich also quasi um eine Alltagserscheinung handelt. Ich wünsche Ihnen weiterhin so viel Mut und Selbstvertrauen.

  2. Barbara
    Mai 25th, 2013 07:16

    Ich freue mich sehr über Ihren Kommentar Martin! Stimmt, Inkontinenz ist genauso ein Tabuthema wie so viele andere. Darum ist es ja so wichtig nicht den Mund zu halten, sondern darüber zu schreiben oder zu reden und das Thema aus der Tabuzone herauszuholen!Je mehr und öfter darüber gesprochen wird, um so besser!

    Herzliche Grüße
    Barbara

  3. Anita
    Oktober 15th, 2013 09:14

    Liebe Barbara,

    Ähnliche Beschwerden habe ich, seit ich Mitte 40 war. Sie wurden nach und nach häufiger und schlimmer. Inzwischen bin ich 60 und trage fast rund um die Uhr Windeln. Auch zuhause erreiche ich die Toilette oft nicht.
    Wichtig ist, sich darüber klar zu werden, dass die Windel ein Hilfsmittel ist, ähnlich einer Brille oder einem Gehstock. Im Grunde also etwas ganz Alltägliches.
    Der Umstand, sich trotz heftigen Harndrangs nicht erleichtern zu können, ist mir durchaus bekannt. Hier hat mir die “progressive Muskelentspannung” nach Jacobson geholfen, die ich bei einer Psychotherapeutin erlernt habe.

  4. Barbara
    Oktober 20th, 2013 07:11

    Hallo Anita,

    Schön, daß sie etwas gefunden haben, das Ihnen hilft und Erleichterung verschafft!
    Vielleicht aber könnte Ihnen eine osteopathische und eine klassische homöopathische Behandlung Ihre Inkontinenz weitesgehend zum Verschwinden bringen!

    Herzliche Grüße
    Barbara

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